Bürgermeisterwahl Nienburg

Viktoria Kretschmer fordert bezahlbaren Wohnraum und mehr Umweltschutz

Viktoria Kretschmer ist seit 2006 im Stadtrat und hofft jetzt auf das Bürgermeisterinnen-Amt.
+
Viktoria Kretschmer ist seit 2006 im Stadtrat und hofft jetzt auf das Bürgermeisterinnen-Amt.

Wohnen. Viktoria Kretschmer muss nicht lange überlegen, welches Problem in Nienburg derzeit am dringendsten angegangen werden muss. „Wir haben steigende Mieten und viele Menschen, die bezahlbare Wohnungen suchen“, beschreibt die Linken-Politikerin, die bei der kommenden Wahl Bürgermeisterin werden möchte. Sich und die Stadt würde sie dabei absolut in der Verantwortung sehen, führt sie weiter aus: „Die Stadt Nienburg muss da was tun. Mit privaten Investoren ist das nicht zu lösen.“

Nienburg – Die Diplomphilologin und -ingenieurin (Fachrichtung Architektur) lebt für die Kommunalpolitik. Seit 2006 ist sie als Fraktionsvorsitzende im Nienburger Stadtrat aktiv, seit 2011 sitzt sie im Kreistag. Die Themen, für die sie sich einsetzt, haben sich seitdem nicht sehr verändert: Bildung, Sozialpolitik, Umwelt. Die Schulen müssten dringend saniert werden, betont sie. Undichte Dächer, nicht benutzbare Toiletten, trotz bereits viel geleisteter Arbeit noch immer zu wenig Kita-Plätze, stoßen ihr sauer auf. Ebenso fehlende Umwelt-Vorschriften bei Neubauten. „Ich glaube schon, dass ich bestimmte Prinzipien und politische Grundsätze habe, die ich immer wieder verfolge“, nennt Kretschmer das. Für die Wähler ein Vorteil. „Die Menschen wissen, was sie wählen.“

Kretschmer sieht die Kommunalpolitik in der Pflicht, Bürgern besser zuzuhören

Gleichermaßen ist Viktoria Kretschmer zuversichtlich, dass sie auch weiß, was die Nienburger wollen. Als Kommunalpolitikerin, die auch schon mal angerufen wird oder die den Bürgerfragen in Ausschüssen aufmerksam zuhört, wie auch als Lehrerin, die Berufssprachkurse Deutsch für Migranten gibt, ist sie sicher, einen guten Überblick zu haben, was die Menschen in der Stadt bewegt. Und – dass ist Kretschmer wichtig – dass sie von ihnen lernen kann. „Wir haben jetzt Kommunalwahl, die Parteien haben ihre Programme. Aber stellen Sie sich mal vor, es gibt eine neue Entwicklung, ein Thema, das wir uns heute nicht vorstellen können“, schildert Kretschmer ein Szenario. Ein Szenario, in dem sie für eine Entscheidung über dieses neue Thema kein Mandat hätte, wie sie betont, denn die Wählerinnen und Wähler hätten nicht die Chance gehabt, dieses Thema in ihre Entscheidung einfließen zu lassen. „Dann muss man ja zuhören“, sagt sie energisch.

Zuhören, sich weiter informieren und dann eine Meinung bilden – statt blind drauf los zu agieren. In der Kommunalpolitik sei dies regelmäßig ein Problem, erklärt Kretschmer. Den Bürgerinnen und Bürgern werde ihrer Meinung nach zu wenig zugehört: „Es gibt Menschen, die sich toll engagieren. Die Menschen leben für die Stadt. Das muss man zulassen und nicht sagen: ,Wir als Kommunalpolitiker wissen sowieso alles besser.’“

„Ich möchte nicht bei jedem beliebt sein. Ich habe meine Grundsätze. Ich biedere mich nicht an.“

Zuletzt habe sie das mit Bedauern mit Blick auf das Logistikzentrum am Waldgebiet Schäferhof-Süd beobachtet. „Wenn Menschen sich engagieren“, beginnt sie und verweist beispielthaft auf Leserbriefe sowie Fahrraddemos, und „wenn der Stadtrat den B-Plan trotzdem beschließt, dann ist natürlich Frustration da.“ In diesen Fällen brauche es mehr Nähe zwischen Politik und Bevölkerung. Oder vielleicht auch zwischen Politikern und Natur, denn die grünen Ecken der Stadt gehören zumindest für Viktoria Kretschmer zu ihren Lieblingsorten. Dort, im Bürgerpark oder an der Weser, finde sie am besten Ruhe, um Gespräche zu reflektieren und ihre Gedanken zu sortieren.

Würde sie, die sich dafür ausspricht, jedem zuzuhören, versuchen, es jedem recht zu machen? Nein. „Ich möchte nicht bei jedem beliebt sein. Ich habe meine Grundsätze. Ich biedere mich nicht an“, aber das bedeute nicht, dass man nicht miteinander umgehen kann. Jede Stimme ist bei kommunalen Entscheidungsprozessen wichtig, sagt sie. Wenn nur 20 Prozent aller Nienburgerinnen und Nienburger ihre Stimme abgeben würden, wo bliebe da die Legitimation? Mit 15 Jahren politischen Engagements für die Stadt, hofft Kretschmer, gezeigt zu haben, dass sie für ihre Mitbürgerinnen und Mitbürger das Engagement mitbringt, welches von einer Bürgermeisterin erwartet wird.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

waipu.tv feiert Geburtstag: Sichern Sie sich jetzt das Sonderangebot mit Netflix inklusive!

waipu.tv feiert Geburtstag: Sichern Sie sich jetzt das Sonderangebot mit Netflix inklusive!

E.ON-Wallbox effektiv kostenlos: staatliche Förderung nutzen und Ökotarif abschließen

E.ON-Wallbox effektiv kostenlos: staatliche Förderung nutzen und Ökotarif abschließen

Meistgelesene Artikel

Wählerumfragen am Sonntag in der Samtgemeinde Hoya

Wählerumfragen am Sonntag in der Samtgemeinde Hoya

Wählerumfragen am Sonntag in der Samtgemeinde Hoya
Landkreis Nienburg ruft Corona-Warnstufe I aus

Landkreis Nienburg ruft Corona-Warnstufe I aus

Landkreis Nienburg ruft Corona-Warnstufe I aus
Junge Frau mit Betonplatte im Fluss versenkt - Mordprozess beginnt

Junge Frau mit Betonplatte im Fluss versenkt - Mordprozess beginnt

Junge Frau mit Betonplatte im Fluss versenkt - Mordprozess beginnt
Nando Rodriguez ist Clown und Spitzenmusiker zugleich

Nando Rodriguez ist Clown und Spitzenmusiker zugleich

Nando Rodriguez ist Clown und Spitzenmusiker zugleich

Kommentare