Bürger haben entschieden: Samtgemeindebürgermeister muss gehen

Das war‘s für Friemelt

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Mit eingefrorenen Gesichtern verfolgten gestern Marklohes noch amtierender Samtgemeindebürgermeister Volker Friemelt (l.) und sein Zwillingsbruder Eckhard die einlaufenden Abwahl-Ergebnisse im Rathaus.

Und Ove Bornholt - Von Kurt Henschel. Die Würfel sind gefallen: Marklohes Samtgemeindebürgermeister Volker Friemelt muss sein Amt abgeben. Das ist das Ergebnis des vom Samtgemeinderat angestoßenen Abwahlverfahrens, über das die Einwohner der Samtgemeinde Marklohe eine Entscheidung getroffen haben.

Als Volker Friemelt gestern in „seinem“ Rathaus das Ergebnis der Wahl registrierte, war er mit seinen Kräften endgültig am Ende. Er verließ in Begleitung seines Zwillingsbruders Eckhard vorzeitig und wortlos das Rathaus, weil er dieses klare Resultat nicht erwartet hatte.

Lange Zeit hatte für Friemelt die Hoffnung bestanden, dass das sogenannte Quorum (25 Prozent der gültigen Stimmen derer, die für eine Abwahl votierten) nicht erreicht werden würde. Die „magische Zahl“ lautete 1768. Wäre die unterschritten worden, hätte Friemelt sein Amt behalten – das Abwahlverfahren wäre null und nichtig gewesen. Doch es kam anders: Nach der Auszählung des 13. von insgesamt 15 Wahlbezirken lag die Zahl derer, die Friemelt nicht mehr im Amt sehen wollten, bei 1873 – und damit bereits 105 Stimmen über dem „Soll“. Das war um exakt 18.45:47 Uhr nicht mehr zu leugnen. Knapp fünf Minuten später standen die Friemelt-Brüder auf und verließen versteinert sowie enttäuscht den Präsentationsraum des Markloher Rathauses, ohne das Gesamtergebnis abzuwarten.

Und das sieht so aus: Von den 7071 Wahlberechtigten gingen 48,93 Prozent zur Wahl beziehungsweise gaben ihre Stimme schriftlich ab. 2222 Stimmen gab es für die Abwahl Friemelts, lediglich 1214 wollten ihn im Amt behalten. Zu wenig. Volker Friemelt ist zwar formell noch bis zum kommenden Donnerstag, 17. September, der Samtgemeindebürgermeister in Marklohe, doch der Wahlausschuss dürfte das gestrige Ergebnis offiziell feststellen und damit die Ära Friemelt nach nur knapp zwei Jahren im Amt endgültig beenden.

Obwohl Friemelt bis zuletzt erklärt hatte, dass es keinen Grund gebe, ihn vom Posten zu entheben, schien er mit der Möglichkeit dieses Resultats gerechnet zu haben. Beim Verlassen des Raumes steckte er der Presse einen Zettel mit folgendem Wortlaut zu: „Liebe Bürgerinnen und Bürger, ich bedanke mich bei allen Wählerinnen und Wählern recht herzlich, die mich mit ihrer Stimme unterstützt haben. Besonders bedanken möchte ich mich bei den Ratsherren Werner Cunow und Heinrich Schlemermeyer, die sich seinerzeit beim Abwahlantrag der Stimme enthalten haben. Vielen Dank für Ihr Vertrauen. Volker Friemelt.“ Das war‘s.

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