Staatsanwältin wirft zwei Männern Raub, Nötigung und Körperverletzung vor

Brutaler Überfall auf Seniorin: Peiniger stehen vor Gericht

Verden - Von Wiebke Bruns. Sieben Monate nach dem brutalen Raubüberfall auf eine 79 Jahre alte Nienburgerin hat gestern am Landgericht Verden der Prozess gegen drei Angeklagte aus Nienburg und Eystrup begonnen.

Die 23, 31 und 40 Jahre alten Männer sollen am Abend des 24. Februar 2017 zunächst in das Haus der Frau eingebrochen sein und dies durchsucht haben.

Weil sie an den Inhalt eines Safes nicht herankamen, sollen die beiden jüngeren Angeklagten den perfiden Plan gefasst haben, auf die Rückkehr der Bewohnerin zu warten und diese zur Herausgabe des Schlüssels zu zwingen.

Bei ihrer Rückkehr gegen 22 Uhr wurde die 79-jährige Frau von zwei maskierten Räubern überrascht. Der 31-Jährige soll sich ihr in den Weg gestellt und „unter Androhung des Todes“, den Schlüssel gefordert haben.

Als die 79-Jährige dem nicht folgte, soll er ihr dreimal in den Rücken getreten haben. Laut Anklageschrift bekam die zu Boden gestürzte Frau noch zwei Faustschläge ins Gesicht verpasst, und ihr wurde der Mund zugehalten.

Frau gefesselt zurückgelassen

„In Folge des nötigenden Verhaltens und aus Angst vor weiteren Gewalteinwirkungen gab sie den Schlüssel heraus“, so die Staatsanwältin.

Während der 31-Jährige aus Nienburg versuchte, den Safe zu öffnen, soll der 23 Jahre alte Eystruper das Opfer an einen Stuhl gefesselt haben.

Kurz darauf sei der 31-Jährige schreiend zum Opfer zurückgekehrt. „Das ist der falsche Schlüssel, der geht nicht“, habe er gebrüllt und den Stuhl mitsamt der 79-Jährigen umgeworfen. Dann soll er ihr noch zwei Tritte gegen den Arm verpasst haben.

Die Beute wird mit 1300 Euro in bar und Schmuck im Wert von über 40 000 Euro beziffert. Außerdem sollen Papiere, eine Kreditkarte und Autoschlüssel geraubt worden sein. Das Opfer wurde gefesselt und mit verklebten Mund im Haus zurückgelassen.

Vor ihrem Verschwinden sollen die Räuber noch die Handtasche der Frau durchsucht und 300 Euro Bargeld entnommen haben. Als „potenziell lebensgefährlich“ stuft die Staatsanwaltschaft die stumpfe Gewalteinwirkung gegen den Kopf ein.

40-jähriger Nienburger nur wegen Einbruchs angeklagt

Die beiden jüngeren Angeklagten müssen sich wegen schweren Raubes, Nötigung, Freiheitsberaubung und gefährlicher Körperverletzung verantworten.

Der 40-Jährige aus Nienburg nur wegen des Einbruchs. Alle drei Angeklagten wurden im April 2017 in Nienburg durch ein Spezialeinsatzkommando (SEK) der Polizei festgenommen. Seitdem sitzt das Trio in unterschiedlichen Gefängnissen.

Beim gestrigen Wiedersehen vor Gericht umarmten sich die Angeklagten gegenseitig. Es gab begrüßende und aufmunternde Zurufe von Familienangehörigen, Küsschen von den Müttern und herzliche Umarmungen für die kleinen Kinder. Der überfallenen Frau, die als Nebenklägerin anwesend war, wurde keine Beachtung geschenkt.

„Potenziell lebensgefährlich“

Noch ist die Schuld nicht bewiesen, und äußern will sich das Trio zu den Vorwürfen zunächst auch nicht. Im Fall der Verurteilung kommt für den einschlägig vorbestraften 31-Jährigen aber die Sicherungsverwahrung in Betracht.

Der Prozess wird am 18. Oktober fortgesetzt.

Rubriklistenbild: © dpa

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