Ein Wettlauf gegen die Zeit und steigende Temperaturen

Borkenkäfer-Ansturm: Nienburger Forstamt bereitet Wälder vor

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Im Landkreis Nienburg lassen sich Borkenkäfer-Fangsysteme nur bedingt einsetzten, wie hier durch Forstwirt Joachim Lüßing im Wald bei Ankum.

Landkreis Nienburg - Von Leif Rullhusen. Das Nienburger Forstamt erwartet, begünstigt durch den milden Winter, große Schäden durch Borkenkäfer. Um dem entgegen zu wirken, hat das Forstamt die Wälder im Landkreis vorbereitet.

Unter Hochdruck befreien die Mitarbeiter des Nienburger Forstamtes die Wälder im Landkreis von entwurzelten Bäumen.

Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit. „Wenn die Temperaturen auf 15 bis 20 Grad steigen, beginnt der Borkenkäfer in großem Umfang zu schwärmen“, berichtet Nienburgs Forstamtsleiter Henning Schmidtke. Aufgrund des milden Winters wird deren Population im Vergleich zu den Vorjahren erneut steigen.

Noch wachsen die Käferlarven unter der Rinde umgestürzter Bäume heran, bereit die Nachbarbäume ab Mitte April zu befallen. Die sind durch die Stürme und extremen Sommer der vergangenen beiden Jahre bereits geschwächt und vorgeschädigt. 

„Deshalb erwarten wir in Nienburgs Wäldern große Schäden“, erklärt Schmidtke. Da der Fichtenanteil, den die Borkenkäferarten Buchdrucker und Kupferstecher ausschließlich befallen, in dieser Region nur bei zehn Prozent liegt, werde das Ausmaß allerdings nur einen Bruchteil der Schäden im Harz und Solling betragen.

Um die erwarteten Schäden auf ein Minimum zu reduzieren, trennen die Forstamtsarbeiter die umgestürzten Fichten vom Wurzelstock. Direkt danach werden sie von Holzvollerntern, sogenannten Harvestern, weiter verarbeitet. 

Bis Ostern will das Forstamt sämtliche stark gefährdete Forststandorte von potenziellem Brutmaterial befreit haben. Im Bereich Leese sind die Arbeiten schon abgeschlossen. Der Nienburger Bruch sowie Grinder Wald folgen aktuell.

Parallel dazu wird das Forstamt in begrenztem Umfang Borkenkäfer-Fangsysteme einsetzen. Knapp 100 dieser pheromonbestückten pyramidenförmigen Netze sollen aufgestellt werden. „Die Systeme sind nur in größeren zusammenhängenden Fichtenbeständen sinnvoll“, erklärt Schmidtke. Die gibt es Nienburgs Wäldern kaum.

„Wir sind gut vorbereitet“, ist Schmidkte mit dem derzeitigen Stand der Forstarbeiten zufrieden. 

Helfen könnte dem Wald jetzt vor allem noch ein nasses und kaltes Frühjahr. Das bremst die weitere Vermehrung der Käfer und stärkt die Abwehrkräfte der Fichten.

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