Nienburg: Insektenhotel auf Gelände der Clausewitz-Kaserne

Bienen bei der Bundeswehr

Eine Rote Mauerbiene sitzt vor dem Eingang ihrer Bruthöhle.
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Die Rote Mauerbiene wurde 2019 zum Insekt des Jahres gewählt. Im selben Jahr entstand in der Nienburger Clausewitz-Kaserne das Insektenhotel, das ihr mit verschiedenen Materialien jetzt als Kinderstube dient.

Nienburg – Die Nienburger Clausewitz-Kaserne freut sich über regelmäßige und seltene Besucher. Im vor zwei Jahren errichteten Insektenhotel tummeln sich Seltenheiten wie Blaue Goldwespen und Natternkopf-Mauerbienen, die auf der Vorwarnliste der Roten Liste stehen. Das teilt die Bundeswehr in einer Pressemitteilung mit.

Der Standortälteste der Bundeswehr in Nienburg, Oberst Andreas Timm, freut sich über den Erfolg der Aktion und ist von ihrer Notwendigkeit überzeugt. „Unser Kasernengelände bietet Möglichkeiten für Schutzmaßnahmen, und der Aufwand ist nicht unverhältnismäßig. Also helfen wir gerne“, kommentiert er mit Blick auf drei Thementage – Weltbienentag (20. Mai), Welttag der biologischen Vielfalt (22. Mai) und Welttag der Umwelt (5. Juni). Nachdem die ungewöhnlich lange Kälte des Frühjahrs überwunden ist, herrsche reger Flugbetrieb vor der überdachten Wand, die mit Materialien wie Holz, Lehm und Schilf gefüllt und mit Bohrungen in verschiedenen Größen versehen ist. Viele der Bohrungen seien nun mit einem Deckel versehen, den die Bienen selbst eingefügt haben. Hinter jedem Deckel entwickelt sich eine Larve. Ein engmaschiges Drahtgeflecht halte Vögel fern, die das Insektenhotel sonst als Snackbar betrachten würden. Nahrung finden die Bienen ganz in der Nähe ihrer sonnigen, vor Wind und Regen geschützten Unterkunft. Kaum hundert Meter entfernt seien in der Kaserne Trockenmauern angelegt und mit blühenden Sträuchern und Stauden bepflanzt worden. Zusätzlich solle noch in diesem Jahr an einem ehemaligen, heute ungenutzten Tor der Kaserne eine Wildblumenwiese entstehen. Das dort derzeit noch stehende Wachgebäude werde demnächst abgerissen, heißt es weiter.

Dieses Insektenhotel haben Soldaten angelegt.

Soldaten unterstützen Naturschutz

Oberregierungsrätin Esther Koch, zuständige Biologin beim Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen in Bonn, sei von den Artenschutzaktivitäten der Nienburger Soldaten begeistert. „Die Bundeswehr befasst sich intensiv mit möglichen Schutzmaßnahmen für gefährdete Arten. Speziell haben wir ein Informationsblatt über die wichtigsten Punkte erstellt, die beim Anlegen eines Insektenhotels beachtet werden sollten. Das haben wir an die Geländebetreuer aller Bundeswehrliegenschaften verteilt“, wird Koch abschließend zitiert.

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