Kleines Gästehaus der Naturfreunde soll weichen / Gewünschte Erweiterung könnte langfristig erfolgen

Baut die Stadt eine Unterkunft für Flüchtlinge am Stadion?

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Das kleine Gästehaus, über das die Naturfreunde derzeit verfügen, soll nach Plänen der Stadt schon bald weichen.

Nienburg - Von Nikias Schmidetzki. Die Stadt Nienburg hätte Platz für die Unterbringung von Flüchtlingen, die Naturfreunde könnten langfristig ein neues Gebäude nutzen. Es wären zwei sprichwörtliche Fliegen mit einer Klappe, die die Stadtverwaltung mit ihrem Plan erwischen möchte.

Zwischen Stadion und Naturfreundehaus soll, so sieht es ein Tagesordnungspunkt der nächsten Sitzung des Ausschusses für Jugend, Soziales und Sport am Mittwoch, 16. März, vor, die Unterkunft entstehen. Grundlage ist, erklärte Christine Kreide von der Stadt Nienburg auf Blickpunkt-Nachfrage, ein Antrag der Naturfreunde aus dem Jahr 2012. Damals hatte der Verein eine Erweiterung beantragt. Die könnte nun kommen, wenn auch in unbekannter Zukunft.

Denn zunächst soll das kleine Gästehaus dem neuen Bauvorhaben weichen. Es gehört nicht unmittelbar zum Naturfreundehaus, sondern ist Eigentum der Stadt und diente früher als Platzwart-Gebäude des benachbarten Stadions. Den Naturfreunden hat die Stadt das „Häuschen“ zur Nutzung überlassen. Dort können sich kleine Gruppen einmieten mit der Möglichkeit auf Selbstversorgung. Umsetzbar sei die Maßnahme möglichst noch in diesem Jahr, erklärte Christine Kreide.

Recht idyllisch liegt das kleine Häuschen, an dessen Stelle die neue Unterkunft entstehen soll.

Um tatsächlich noch in den kommenden Monaten die Unterkunft beziehen zu können, wäre allerdings rasches Entscheiden der Politik unabdingbar. Nur: Günstig wird das Projekt nicht. Grob rechnet die Fachbereichsleiterin mit Kosten in Höhe von 1,2 Millionen Euro, über dies es zu beraten gilt. Und auch für die Naturfreunde wäre das Vorhaben mit Einschnitten verbunden. Am Ende böte sich zwar „ziemlich das, was wir uns gewünscht haben“, sagt Hausleiter Raidar Ostermeyer. Aber bis dahin stünde das Haus nicht mehr zur Verfügung. „Es gehen einige Plätze verloren, und wir sind weniger flexibel“, sagt Ostermeyer. Es fehlten im Falle des Falles zwar nur neun Schlafplätze, bei Gruppen, die aber etwa sämtliche Plätze buchen wollen, könne Ostermeyer noch nicht fest zusagen. Daher seien die Naturfreunde auf der Suche nach einer Übergangslösung, bei der auch die Stadt eingebunden sei. Sollte es entsprechende Möglichkeiten geben, sei die Maßnahme eine gute Sache.

Derzeit ist nicht abzusehen, wie lange Kommunen noch mit neuen Asylsuchenden rechnen müssen. Daher ist auch unsicher, wann das neue Gebäude wieder für eine andere Nutzung zur Verfügung stehen könnte. In der Stadt gibt es Unterkünfte an verschiedenen Standorten. Unter anderem sind derzeit Flüchtlinge im Gebäudekomplex Lange Straße 31/33 untergebracht. Der soll aber, wie berichtet, einem Neubau für Bibliothek und Archiv weichen.

Die Sitzung des Ausschusses für Jugend, Soziales und Sport beginnt am Mittwochabend erst gegen 18 Uhr, da zuvor die Mitglieder des Schulausschusses tagen, im Witebsk-Zimmer des historischen Rathauses.

Quelle: BlickPunkt Nienburg

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