Bauernhofurlaub der besonderen Art bei Ina Ohlmeyer und Jens Reinhardt in Wietzen

Übernachten wie zu Zeiten Dschingis Khans

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Tiererlebnis hautnah: Kamerunschafe füttern.

Wietzen - Von Christiane Hüneke-Thielemann. Mongolische Jurten an der Mittelweser? Wer auf dem Bauernhof von Ina Ohlmeyer und Jens Reinhardt in Wietzen Ferien macht, kann in traditionellen runden Nomadenzelten übernachten. Schlafen wie Dschingis Khan sozusagen.

Nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters musste sich Ina Ohlmeyer aus Wietzen entscheiden, was aus dem seit fünf Generationen in Familienhand befindlichen Hof werden sollte. Lange feilten die 47-jährige Chemieingenieurin und ihr Lebensgefährte an einem Konzept: „Wir wollten die Landwirtschaft erhalten, aber den Hof auch auf andere Füße stellen“.

Eine touristische Nutzung war naheliegend, zumal Jens Reinhardt vor seinem Wirtschaftsstudium in der Hotelbranche tätig war. „Aber wir wollten nicht das machen, was alle machen.“ Das Faible für Outdooraktivitäten und Reisen quer durch die Welt gab schließlich die Richtung für das Projekt „Unser kleiner Hof“ vor: Ein Natur-Erlebnis anzubieten, bei dem die Gäste weder eigene Ausrüstung benötigen, noch auf Komfort verzichten müssen.

Nach langer Recherche entschieden sie sich für Jurten eines tschechischen Herstellers: „Einer von drei Jurtenbauern in Europa, die für unser Klima geeignete Jurten herstellen“, erklärt Jens Reinhardt. „Das im trockenen Steppenklima verwendete Material würde in der norddeutschen Luftfeuchtigkeit nicht lange halten.“ In Prag schauten die beiden beim Bau einer Jurte mit typischen Scherengitter-Wänden zu und orderten dann zwei für je 20000 Euro als Gästeunterkunft mit besonderem Ambiente.

Seit Mai 2014 stehen die Jurten auf der Wiese, ohne Ecken und Kanten, liebevoll eingerichtet mit Futonbett, Mini-Kochecke, Holzofen für kühlere Nächte und Sitzgelegenheiten. Die Glaskuppel in der Mitte bietet einen Blick in den Himmel. Wenn gewünscht, rückt Reinhardt das Bett auch unter die Kuppel und stellt Sekt kalt – Romantik pur.

Auf vier Hektar Fläche gibt es viel Platz zum Spielen und für Vierbeiner. Kamerunschafe und Hochland-Rinder, Hund, Katzen und Kaninchen, Laufenten, Hühner und neuerdings Bunte Bentheimer Schweine leben dort. Die Tiere sind nicht nur Anschauungs- und Streichelobjekte. „Ich möchte vermitteln, dass Tiere auf einem Hof zum Nutzen gehalten werden“, sagt Ina Ohlmeyer. Wo es passt, dürfen Besucher gerne mithelfen – Kinder füttern begeistert die Schafe und sammeln Eier fürs Frühstück ein, und mancher Stadtbewohner bekommt beim Rasenmähen mit dem Aufsitzmäher leuchtende Augen.

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