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In Linsburg mit dem E-Auto kostenlos Strom tanken

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Von: Beate Ney-Janßen

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Die größte E-Ladestation in weitem Umkreis liegt wenig beachtet an der B6 vor den Toren Nienburgs.
Die größte E-Ladestation in weitem Umkreis liegt wenig beachtet an der B6 vor den Toren Nienburgs. © Beate Ney-Janßen

Das Linsburger Unternehmen ECM hat eine der deutschlandweit größten E-Ladestationen. E-Autos können sogar kostenlos Strom zapfen.

Linsburg – Direkt an der B 6 zwischen Neustadt und Nienburg an der Abfahrt Meinkingsburg befindet sich eine der größten E-Tankstellen Deutschlands. 32 Ladepunkte hat die Firma ECM direkt vor den Toren Nienburgs gebaut. Doch bisher ist der Andrang verhalten, obwohl E-Autos Ökostrom dort sogar kostenlos zapfen können.

Weshalb also die große Stromtankstelle an dem ungewöhnlichen Ort? „Wir produzieren mehr Energie, als wir selbst verbrauchen können“, sagt Geschäftsführer Michael Nözel. Auf dem Dach und an den Wänden der großen Produktionshalle wird die Sonne eingefangen, noch mehr Energie speichert ECM über die Photovoltaik-Anlage auf dem ausladenden Dach über den Ladepunkten.

Weshalb gleich so viele Ladesäulen?

„Die Netzbetreiber waren damals nicht in der Lage, uns alle überschüssige Energie abzunehmen“, berichtet Nözel. Kurzerhand baute man die Stromtankstelle, um den Saft nicht zu vergeuden. Inzwischen nimmt auch die Neustädter Stadtwerketochter Leine-Netz einen Teil des produzierten Stroms ab, dieses Problem ist aus der Welt.

Weshalb gleich so viele Ladesäulen? Nözel muss grinsen. „Kennen Sie das mit den Jungs und ihrer Technikverliebtheit?“, fragt er. Firmengründer und Mitgeschäftsführer Eckard Mai habe einfach nur beweisen wollen, dass das gehe: E-Ladesäulen in solchem Umfang bauen und damit vielen Fahrzeugen die Möglichkeit bieten, klimaneutral zu tanken.

Das passt in das Konzept des Unternehmens, das sich auf die Fahne geschrieben hat, intelligente Lösungen zum Thema Energie anzubieten – in erster Linie durch die Sonne. Photovoltaik ist der wichtigste Geschäftsbereich von ECM.

Noch laden wenige Kunden an den Ladesäulen von ECM in Linsburg. Geschäftsführer Michael Nözel will die Ladestation bekannter machen.
Noch laden wenige Kunden an den Ladesäulen von ECM in Linsburg. Geschäftsführer Michael Nözel will die Ladestation bekannter machen. © Privat

Der Bau der Ladesäulen liegt bereits einige Jahre zurück, andere Geschäftsbereiche erforderten in der Zwischenzeit mehr Aufmerksamkeit. Was bislang dazu führte, dass kaum jemand von der E-Ladestelle weiß. Ebenso wenig wie davon, dass Strom dort – noch – kostenlos geladen werden kann. „Zumindest an den 32 Ladestellen, die 11 bis 22 Kilowatt pro Stunde hergeben“, sagt Nözel.

Ladevorgang kann in 20 Minuten erledigt sein

Solche Ladevorgänge, das wissen E-Automobilisten, dauern schon mal mehrere Stunden. Wer es eiliger hat, kann seit einigen Wochen aber ebenfalls den Hof an der Sonnenallee in Linsburg ansteuern. Nözel zeigt auf zwei zusätzliche Ladepunkte, etwas abseits von den anderen. Bis zu 50 Kilowatt je Stunde können dort gezapft werden, ein Ladevorgang kann in 20 Minuten erledigt sein. Noch sei diese Säule nicht in den online verfügbaren Karten hinterlegt, freigegeben sei sie aber bereits. Wer dort zapfe, müsse allerdings bezahlen.

Irgendwann soll auch das Tanken unterm Dach an den 32 Säulen zahlungspflichtig werden. „Aber zum günstigen Preis“, betont der Geschäftsführer. Sie wollten sich an dieser Idee keine goldene Nase verdienen. Plus-Minus-Null ist seine favorisierte Lösung. Für Konzept und Umsetzung hat er noch keine Zeit gefunden. Mit zunehmend mehr E-Autos auf den Straßen – mehr als nur den eigenen Firmenwagen und den Fahrzeugen einiger Anwohner, die unter dem Dach stehen und laden – werde er sich diese Zeit aber nehmen müssen und auch wollen.

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