Straftat in Nienburg

28-Jährige muss wegen Betrugs ins Gefängnis: Autos bestellt und nicht bezahlt

Nienburg – Eine 28-jährige Frau, die zur Tatzeit in Nienburg gewohnt hatte, muss ins Gefängnis, weil sie bei einem Nienburger Autohaus ein Auto bestellt, abgeholt, aber nicht bezahlt hat. Darüber hinaus besitzt sie keinen Führerschein. Sie wurde jetzt zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und acht Monaten verurteilt.

Im Juni 2017 wurde die Frau bei dem Autohaus vorstellig und erkundigte sich nach einem SUV. Beide Parteien wurden sich handelseinig, und das Autohaus forderte ein fabrikneues Auto an. Kurz nach der Bestellung kam die Angeklagte zurück und schilderte, dass ihr altes Fahrzeug nicht mehr fahrbereit sei, und bat die Mitarbeiter des Autohauses um Hilfe. Für die Übergangszeit wurde ihr ein Leihwagen zur Verfügung gestellt. Da der Angeklagten der Leihwagen gefiel, bestellte sie neben dem SUV ein baugleiches Fahrzeug, welches sie ihren Mitarbeiterinnen bereitstellen wollte.

Wie es die Umstände wollten, war der Kleinwagen als erstes lieferbar. Die Angeklagte holte das Auto im Juli 2017 ab, wobei der Rechnungsbetrag von nahezu 11 880 Euro noch nicht bezahlt worden war. Die Nienburgerin versicherte bei der Übergabe, sofort zur Bank zu fahren und das Geld zu überweisen – und nahm das Auto mit. In der Folgezeit entwickelte sich ein reger Austausch. Letztlich wurde das Autohaus immer wieder vertröstet und der Kaufpreis nicht bezahlt. Der SUV stand mittlerweile auch zur Auslieferung aus dem Hof, wurde allerdings nicht mehr an die Angeklagte übergeben.

Im September 2017 entschloss sich die Firmenleitung, gegen die Angeklagte Anzeige zu erstatten. In der Gerichtsverhandlung wurden die Verantwortlichen des Unternehmens gehört. Sie gaben an, dass der ausgelieferte Wagen nach der Anzeigenerstattung zur Fahndung ausgeschrieben wurde und schließlich von der Polizei sichergestellt wurde. Das Auto konnte dann später mit einem Wertverlust von 1 180 Euro verkauft werden.

Gegen die Angeklagte war bereits im Herbst 2018 verhandelt worden. Damals wurde ihr mitgeteilt, dass gegen sie in Abwesenheit verhandelt würde, sollte sie nicht erscheinen. Dennoch glänzte die Angeklagte durch Abwesenheit. Sie wurde durch ihren Pflichtverteidiger vertreten. Im Zuge der Ermittlungen hatte sich herausgestellt, dass die 28-Jährige nicht im Besitz einer Fahrerlaubnis ist. In der Beweisaufnahme in der Gerichtsverhandlung konnten insgesamt fünf Fahrten mit Fahrzeugen vom und zum Autohaus nachgewiesen werden.

Die Staatsanwaltschaft forderte für den Betrug eine Freiheitsstrafe von sechs und für jede Fahrt eine von vier Monaten – alles zusammengezogen eine Gesamtstrafe von einem Jahr und acht Monaten. Der Verteidiger hingegen plädierte auf Freispruch, da alle Taten seiner Auffassung nach nicht eindeutig bewiesen waren.

Das Gericht schloss sich der Auffassung der Staatsanwaltschaft an und verurteilte die Angeklagte in Abwesenheit zu der geforderten Freiheitsstrafe von 20 Monaten. Aufgrund der neunmaligen Vorstrafen wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und Urkundenfälschung war keine Bewährung mehr möglich, sodass die Angeklagte in absehbarer Zeit ins Gefängnis muss. Darüber hinaus ordnete das Gericht die Einziehung des entstandenen Schadens in Höhe von 1 180 Euro an und verhängte eine Sperre von drei Jahren für die Erteilung einer Fahrerlaubnis.  

awz

Rubriklistenbild: © dpa

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