Ausstellung zieht Vergleich von Flucht früher und heute

Wie sehr sich die Bilder doch ähneln

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Zu den ersten Besuchern der Ausstellung gehörten Schülerinnen und Schüler sowie die Bundestagsabgeordnete Katja Keul. Eröffnet hatten sie zuvor Henning Onkes (4.v.l.), Detlev Kohlmeier (3.v.r.) und Roland Behrmann (r.). Ebenfalls einen Blick auf die Informationswände warf Klaus Lünstedt von der Historischen Gesellschaft (2.v.r.).

Nienburg - Von Nikias Schmidetzki. Mit zwei denkwürdigen Aussagen brachte Nienburgs Landrat Detlev Kohlmeier die Herausforderungen der Flüchtlingssituation – nicht nur im Landkreis Nienburg – auf den Punkt. Um die Zuhörer staunen danach zu lassen.

Er eröffnete gestern gemeinsam mit Bürgermeister Henning Onkes und Roland Behrmann, Landesgeschäftsführer des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, im Nienburger Rathaus-Vestibül die Ausstellung „vertrieben, geflohen – angekommen?!“.

Das gesamte Leben werde wesentlich durch Flüchtlinge beeinflusst und damit auch die künftige politische Gestaltung. Und es hieße die Augen vor der Wirklichkeit zu verbinden, anzunehmen, auf dem Höhepunkt der Belastung angelangt zu sein. Das sagte Kohlmeier. Doch: Er zitierte einen seiner Amtsvorgänger, Landrat vom Hoff, der bereits 1946 über die damalige Situation im Kreis berichtet hatte. Die Fakten von damals waren beeindruckend. Auf gut 64000 Einheimische kamen rund 44000 Flüchtlinge. Es habe am Platz gemangelt und zum Teil am guten Willen – auf beiden Seiten. Erstaunliche Parallelen.

Bürgermeister Onkes hatte zuvor animiert, die Geschichte aufzuarbeiten. Dabei seien Flucht und Vertreibung ein ganz aktuelles Thema. Heute wie vor 70 Jahren gehe es um „Menschen, die entwurzelt werden“. Gerade junge Menschen solle die Ausstellung ansprechen. Um sich damit im Unterricht auseinander setzen zu können, liegt sogar spezielles Arbeitsmaterial vor.

Sowohl als Landesgeschäftsführer des Volksbundes als auch als Vize-Präsident der Historischen Gesellschaft Nienburg (HGN) stellte Roland Behrmann die Ausstellung vor. Auf Tafeln können sich Besucher im Vestibül vor Augen führen lassen, wie sehr sich die Bilder von Flüchtlingstrecks im Dritten Reich und von den heutigen Strömen ähneln. Als der Volksbund vor zwei Jahren das übergreifende Thema „Flucht und Vertreibung“ für 2016 geplant habe, sei noch nicht absehbar gewesen, wie es sich aktualisieren würde. Unterschiedliche Reaktionen von Optimismus bis Angst, von einer Willkommenskultur bis zu Fremdenfeindlichkeit seien zu beobachten. Daher habe der Verein das Konzept noch einmal überarbeitet und aktualisiert. Nicht nur Vergangenheit, auch Gegenwart soll die Ausstellung thematisieren. Die Ausstellung soll bis zum 29. März zu sehen sein.

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