"Arrangierte Liebe" im Museum Nienburg

Das Ziel in allen Kulturen: Den Partner fürs Leben zu finden 

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Museumsleiterin Dr. Kristina Nowak-Klimscha mit dem Leitfaden zur Sonderausstellung „Arrangierte Liebe“. 

Nienburg - Von Vivian Krause. Der engste Vertraute, der beste Freund, der Gefährte in allen Lebenslagen – die Definition des Partners ist individuell. Ebenso individuell wie die Vorstellung des idealen Begleiters fürs Leben. Doch die Suche nach diesem ist kulturübergreifend nicht immer einfach – zeigt eine Ausstellung im Nienburger Museum.

Was bedeutet Liebe? Diese Frage ist nicht so einfach zu beantworten. Auch nicht für Dr. Kristina Nowak-Klimscha, Museumsleiterin in Nienburg. Für die Sonderausstellung „Arrangierte Liebe“ sollen sich Besucher dennoch einmal mit dieser Frage auseinandersetzen. Die ethnologische Ausstellung möchte „für uns fremde Kulturen vorstellen und deren Konzept von Liebe zeigen“, erzählt Nowak-Klimscha.

Arrangieren ist nicht gleich Zwang

Heißt arrangierte Liebe, dass es um erzwungene Ehen geht? Keineswegs. „Arrangieren ist nicht gleichbedeutend mit Zwang“, betont die Museumsleiterin. Ist die Anmeldung bei einer Partnerbörse im Internet nicht auch schon eine Arrangement? Wie steht es um Blind-Dates oder vermeintlich belanglose Treffen mit Freunden und Freundesfreunden? Und was ist mit den Kuppelshows im Fernsehen? Alles irgendwie arrangiert, meint Nowak-Klimscha.

Einige Kulturen stehen der arrangierten Liebe durch beispielsweise die Eltern nicht „grundsätzlich negativ gegenüber, wie wir es tun“. So könne diese Art der Partnersuche auch Segen statt Fluch sein. Warum sollte der Blick auf gleiche Interessen, einen gesellschaftlichen Stand oder ein gewisses Bildungsniveau nicht entscheidend für eine glückliche Beziehung sein können? Leiterin Nowak-Klimscha fügt hinzu: „Es sind auch nicht immer nur die Frauen, die mit der elterlichen Wahl des zukünftigen Mannes nicht einverstanden sind.“

Die Besucher der Ausstellung sollen den Blick für das eigene Empfinden von Liebe und Partnerschaft schärfen. Dazu wird das Suchen und Finden am Beispiel von vier Kulturen genauer beleuchtet: die Kanuri und Tuareg in Afrika sowie Stämme in Papua-Neuguinea und Samoa.

Dass die Gunst der Liebsten erkämpft werden muss, wüssten auch die Samoaner. Dort sei es ein Zeichen des Lovemakings, seine Liebe mit dem Rasseln einer Kette aus Seeigelstacheln zu bekunden. „Und die machen einen Höllenlärm“, betont Nowak-Klimscha mit Blick auf das ausgestellte Exponat.

Liebeszauber der Buschmänner

Die Buschmänner im afrikanischen Botswana hingegen nutzen einen Buschmannrevolver, der ebenfalls zu sehen ist. Der erinnert an eine Mini-Version von Amors Pfeil und Bogen. Schießt der Mann seine Auserwählte untermalt von einem Zauberspruch mit dem zahnstochergroßen Pfeil ab und hebt sie diesen auf, so ist die Liebe besiegelt.

Die Ausstellung der Kuratorin Julia Racz soll zeigen: In allen Kulturen geht es letztlich um den Partner fürs Leben. Ob der engste Vertraute, der beste Freund oder der Gefährte in allen Lebenslagen.

Ausstellung „Arrangierte Liebe“

Die Sonderausstellung behandelt Konzepte der Liebe und Beziehungen in unterschiedlichen Kulturen. Sie zeigt Symbole der Liebe, Ehe und Erotik in Form unterschiedlicher Exponate wie Kleidung, Schmuck, Bilder oder Stammeskunst. Sie ist in enger Kooperation mit dem Ethnologischen Institut der Georg-August-Universität Göttingen entstanden. Noch bis zum 5. März ist sie im Fresenhof, Leinstraße 48, zu sehen. Informationen unter Telefon 05021/12461 oder im Internet. 

www.museum-nienburg.de

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