7,5 Prozent der Bürger im Landkreis beziehen Arbeitslosengeld II

Anteil der 25- bis 50-jährigen Hartz-IV-Bezieher steigt

Landkreis Nienburg - 416 Euro im Monat, knapp 14 Euro am Tag – kann man davon leben? Im Kreis Nienburg beziehen rund 9.000 Menschen Hartz-IV (Stand Ende 2017). Die Zahl ist zuletzt sogar leicht gestiegen. Dabei waren die meisten erwerbsfähig und im Alter bis zu 50 Jahre. Darüber hinaus gibt es auch einige Fälle, in denen jemand arbeiten geht und trotzdem Arbeitslosengeld II bezieht. Das berichtet der Zeitungsdienst Südwest.

Die Idee von Hartz IV: Gerät ein Mensch in Deutschland unverschuldet durch Arbeitslosigkeit in Not, wird er nach den Regeln des Sozialgesetzbuches vom Staat durch die Hartz-IV-Hilfsleistungen unterstützt, bis er wieder einen Job hat. Was voraussetzt, dass es einen passenden Job gibt.

Zum Stichtag 31. Dezember vergangenen Jahres gab es im Landkreis Nienburg insgesamt 9 177 dieser Leistungsberechtigten die die Grundsicherung für Arbeitssuchende nach dem SGB II bezogen. Das sind etwa 7,5 Prozent der Landkreis-Einwohner (rund 120 000, Stand 2015) und 846 mehr als Ende 2016 (8 331). Im längerfristigen Vergleich fielen die Zahlen in den beiden vorangegangenen Jahren ähnlich aus: Ende Dezember 2015 bezogen insgesamt 8 358 Menschen Sozialgeld, und zum Stichtag Ende 2014 waren es 8 148.

Mehr Frauen als Männer betroffen

Der Frauenanteil beträgt dabei 51,2 Prozent, berichtet der Zeitungsdienst. Dabei seien alleinerziehende Mütter stark vertreten. Rund 32,2 Prozent der Empfänger sind demnach Kinder und Jugendliche (Vorjahr: 30,1 Prozent). Insgesamt seien Leistungen an 4 698 Empfängerinnen und an 4 479 Empfänger ausbezahlt worden. Zusätzlich zum Geschlecht wird unterteilt nach erwerbsfähigen Arbeitslosengeld-II-Beziehenden und nichterwerbsfähigen, wozu meist Kinder und Jugendliche zählen, die mit im Haushalt leben.

Genauer aufgeschlüsselt erhielten im Kreis Nienburg 2.906 Männer und 3.227 Frauen Arbeitslosengeld II und weitere 3.044 Empfänger Sozialgeld, unter denen waren fast nur 2.956 Kinder und Jugendliche (97 Prozent). Bezogen auf alle Leistungsberechtigten lag der Anteil der unter 15-jährigen Empfänger somit bei 32,2 Prozent.

Mit Blick auf verschiedene Altersgruppen, waren von den Unterstützten 1.366 Empfänger jünger als 25 Jahre (Vorjahr: 1.229), weitere 3.395 waren 25 bis 50 Jahre alt (Vorjahr: 3 098). 526 waren zwischen 50 und 55 Jahre (Vorjahr: 562), und 846 Leistungsberechtigte waren 55 Jahre und älter (Vorjahr: 819). Der stärkste Zuwachs ist demnach in der Altersgruppe von 25 bis 50 Jahre verzeichnet.

Zunehmend Ausländer auf Hartz IV angewiesen

„Eine wichtige Besonderheit ist, dass es auch Fälle gibt, in denen jemand trotz Angestelltenverhältnis Arbeitslosengeld II bezieht“, schreibt der Zeitungsdienst. Manchmal reiche schlicht das Einkommen nicht, um auf die 416 Euro netto zu kommen. „Und wenn das regelmäßige Einkommen nicht zur Deckung des Grundbedarfs ausreicht, wird der Mensch zum Aufstocker, bekommt die Differenz aus der Sozialkasse dazu.“

Zunehmend seien Ausländer auf Hartz IV angewiesen. Auch anerkannte Asylbewerber, die keinen Job finden, hätten wie jeder andere auch ein Recht auf Hartz IV. Im Kreis Nienburg waren zum Stichtag insgesamt 3.107 Ausländer auf Hartz IV angewiesen, sprich 33,86 Prozent der Leistungsberechtigten. Ein Jahr vorher waren es 2 055 ausländische Empfänger gewesen (23,26 Prozent) und Ende 2015 noch 1.600 (19,14 Prozent). Da der hiesige Ausländeranteil an der Bevölkerung niedriger liege, sei diese Gruppe besonders oft auf Sozialgeldzahlungen angewiesen. „Aber an der Nationalität lässt sich das Hartz-IV-Dilemma nicht festmachen, denn es müssen mehr Deutsche als Ausländer mit Hartz IV leben“, heißt es.

Dazu trage der hohe Alleinerziehendenanteil bei, der über das Verhältnis des (deutschen) Mannes zu seinen Kindern „grübeln lasse“.  - zds

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa-avis

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