22-Jährige entscheidet sich gegen Dreier

Alkoholfahrt nach Sex-Aufforderung

Nienburg - Eine 22-jährige Frau aus Liebenau musste sich jetzt wegen Trunkenheit im Straßenverkehr vor dem Amtsgericht Nienburg verantworten. Sie wurde Ende Juli dieses Jahres angehalten und wies beim Test eine Blutalkoholkonzentration von 1,13 Promille auf. Dennoch wurde das Verfahren eingestellt – die junge Frau schilderte einen turbulenten Vorabend.

Sie hatte sich bei einem Bekannten aufgehalten und Alkohol getrunken. Im Laufe des Abends seien ihr Bekannter und ein anderer Mann auf die Idee gekommen, sich sexuell zu vergnügen. Zunächst erschien der jungen Frau die Idee gut. Mit zunehmender Zeit kamen ihr jedoch immer mehr Zweifel, sodass sie sich letztlich entschied, nicht mitzumachen.

Über diesen Sinneswandel war ihr Bekannter derart erbost, dass er die junge Frau schlug und ihr Autoschlüssel und Handy wegnahm, um sie am Verlassen seiner Wohnung zu hindern.

Nach einigem Hin und Her gelang es der 22-Jährigen jedoch, an ihren Autoschlüssel zu kommen und die Wohnung zu verlassen. Sie fuhr einige Hundert Meter weit und verständigte dann ihre Mutter, die mit ihr ins Krankenhaus fuhr. Von dort wurde die Polizei verständigt, was jedoch zur Folge hatte, dass der Betroffenen eine Blutprobe entnommen und somit auch ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wurde.

Als die Angeklagte den Abend geschildert hatte, erklärte das Gericht, dass Notwehr nicht in Betracht käme, da das verletzte Rechtsgut „Straßenverkehr“ sei, in diesem Fall aber „rechtfertigender“ oder „entschuldigender Notstand“ anzuwenden sei.

Auf Vorschlag des Gerichtes wurde daher das Verfahren gegen Zahlung der Geldauflage eingestellt. Damit waren alle Verfahrensbeteiligten einverstanden.  

awz

Rubriklistenbild: © dpa-tmn

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