Alex Holtzmeyer fährt zur Klimakonferenz / Thema: Carsharing mit Elektroautos

„E-Mobilität für alle“

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Alex Holtzmeyer verzichtet auf fossile Energieträger und ist auf Elektromobilität umgestiegen.

Steyerberg - Der Lebensgarten Steyerberg ist zur Weltklimakonferenz in Paris eingeladen. Alex Holtzmeyer, Lebensgärtner und Musiker, ist von der Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg eingeladen wurden, vom 9. bis 12. Dezember die Aktivitäten vom Lebensgarten, den Flecken Steyerberg und das Carsharing-Projekt im Rahmen der Weltklimakonferenz vorzustellen. Veranstaltungsort ist das Grand Palais. Was genau thematisiert wird und was Holtzmeyer mit nach Paris nehmen will, hat er dieser Zeitung in einem Interview erzählt. Die Fragen stellte Vivian Krause.

Herr Holtzmeyer, welches Ziel verfolgen Sie als Lebensgärtner?

Ich persönlich habe mir vorgenommen, das fossile Zeitalter zu beenden. Das heißt, ich nutze keine Energie mehr aus fossilen Energieträgern. Zu Hause habe ich kein Gas, kein Öl. Auch in Bezug auf die Mobilität setze ich auf Strom.

Das heißt, Sie fahren Elektroauto?

Mein Motto ist: E-Mobilität für alle. Die Elektroautos sind an einer zentralen Station und laufen als Carsharing-Autos. Jeder kann sich das leihen und kleine Wege damit erledigen. Sobald ich einen Führerschein habe, kann ich mitmachen.

Der Lebensgarten feiert in diesem Jahr „30 Jahre Lebensgarten, 30 Jahre Nachhaltigkeit“ – wie genau kann man sich den Lebensgarten vorstellen?

Der Lebensgarten in Steyerberg ist eine Siedlung, in der ungefähr 100 Erwachsene und 50 Kinder leben. Auf dem Gelände finden sich auch die Solartankstelle und das Carsharing mit Elektroautos.

Seit wann existiert das Carsharing-Projekt?

1991 haben wir das Vereinsgebäude mit einer Solartankstelle auf dem Dach errichtet. Darüber und über ein Blockheizkraftwerk wird der Strom für die Autos geliefert. Damals war es schwer, überhaupt Solarmodule und Elektroautos zu kriegen. Da waren wir froh über alles, was wir kriegen konnten. 2012 haben wir dann durch den Kontakt zu einem auf E-Autos spezialisierten Carsharing-Anbieter einen Quantensprung gemacht. Mittlerweile ist die Situation wesentlich komfortabler, es gibt etliche Aufladestationen. Seit August letzten Jahres kann sich jeder an dem Carsharing beteiligen.

Wie werden Ihre Ideen angenommen?

Immer wieder kommen Leute auf uns zu und fragen nach. Viele wollen den Schritt auch gehen. Und es ist ganz einfach von heute auf morgen auf Elektromobilität umzusteigen.

Wie weit fährt so ein E-Mobil mit einer Ladung?

Das hängt ganz vom Fahrstil ab. Über 90 Prozent aller Fahrten beim Carsharing liegen unter 100 Kilometern. Ich sehe zu, dass ich alle ein bis eineinhalb Stunden nachlade. Ich fahre auf diese Weise über 2 000 Kilometer pro Monat. Unsere Autos sind alle schnellladefähig, also in etwa dreißig Minuten wieder fahrbereit.

Mit Blick auf Ihre Reise nach Paris – was haben Sie im Gepäck?

Da ich mit dem Zug hinreise, kann ich nicht so viel mitnehmen. Ein Laptop und USB-Sticks reichen. Ich kriege dort eine Riesen-Leinwand. Wir haben dort eine Präsenz im Grand Palais, ich stelle mir das ein bisschen wie eine Messe vor.

Was stellen Sie in Ihrer Präsentation vor?

Den Lebensgarten und die Aktivität vom Flecken Steyerberg. Auch in Bezug auf erneuerbare Energien. Der Anteil der erneuerbaren Energie im Flecken Steyerberg liegt bei 237 Prozent, also mehr als wir verbrauchen. Und das Land Niedersachsen will bis 2050 auf 100 Prozent erneuerbare Energie kommen. Ich erkläre, wie alles entstanden ist und wie wir das heute bereits aktuell machen. Es ist keine Zukunftsvision.

Welche Botschaft wollen Sie übermitteln?

Wir wollen zeigen, dass man als Bürger ganz viel bewegen kann. Es ist besser, Sachen selber in die Hand zu nehmen. Das ist die Hauptbotschaft. Die Energiewende ist eigentlich eine Bürgerenergiewende, denn die Hälfte des erneuerbaren Stroms wird von Bürgern oder Genossenschaften produziert.

Welche Erwartungen haben Sie an die Tage?

Das ist eine riesengroße Veranstaltung, wo viel nebenher läuft. Es geht vor allem um Austausch, Diskussion und Information. Ich finde es schon cool, dass wir überhaupt eingeladen sind. Das zeigt, dass die Bemühungen gesehen und anerkannt werden.

War das mal anders?

Wer 1991 mit einem Elektroauto rumfuhr, wurde schon als Spinner abgestempelt. Für die Rückfahrt hat sich die Metropolregion ausgedacht, dass ich mit einem Elektroauto zurückkommen soll. Da bin ich schon gespannt, aber ich sehe das ganz sportlich.

Auf der Webseite der Solartankstelle berichtet Holtzmeyer ab Donnerstag, 10. Dezember, aus Paris. Auch über die „Solartankstellen-App“ sollen Interessierte informiert werden.

Morgen wird er ab 20 Uhr im Lebensgarten Steyerberg in Form eines kleinen Vortrages präsentieren, was er im Gepäck haben wird“.

www.1-solartanke-

niedersachsen.de

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