Aktionscamp der Tierschutz-Aktivisten: Die Aufgaben der Ordnungshüter

Für die Polizei stehen zwei Tage besonders im Fokus

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Die Polizei zeigt Präsenz vor Wiesenhof. Archivfoto: Henschel

Balge/Wietzen - Von Kurt Henschel. Rund um die Behlinger Mühle sind in der kommenden Woche etwa 50 Tierschützer zu finden. Sie haben sich das idyllische Areal für ein Camp ausgesucht, um von dort aus Aktionen zu starten, die sich gegen Schlachtfabriken wie beispielsweise Wiesenhof in Wietzens Ortsteil Holte richten. Auf mögliche Ereignisse bereitet sich – wie berichtet – auch die Polizei vor.

Gabriela Mielke, Sprecherin der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg, hat auf Nachfrage mitgeteilt, dass in Verbindung mit dem Aktionscamp gegen die Massentierhaltung und -verarbeitung durch die Firma Nienburger Geflügelspezialitäten versammlungsrechtliche Aktionen in den Landkreisen Nienburg und Diepholz zu erwarten seien. Es lägen bereits Anzeigen nach dem Versammlungsgesetz vor, so Mielke.

Laut Polizeisprecherin sind die Landkreise Nienburg und Diepholz die für die Versammlungen zuständigen Behörden. „Für die Aktionen im Landkreis Nienburg sind am Montag die Kooperationsgespräche mit den Veranstaltern, dem Kreis und der Ordnungsbehörde gelaufen“, sagt Mielke und fügt hinzu: „Wenn die angezeigten und genehmigten Versammlungen beginnen beziehungsweise laufen, sind wir als Polizei zuständig und haben den gesetzlichen Auftrag, die Veranstaltungen zu schützen und für deren reibungslosen Verlauf zu sorgen.“

Für die Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg stehen zwei Tage im Fokus: Freitag, 21. August, wegen der Fahrradtour der Tierschutz-Aktivisten durch Holte, und Sonnabend, 22. August, wegen der Kundgebung in Nienburgs Innenstadt sowie der anschließenden Demo vor dem Unternehmenssitz in Holte.

Die anderen angezeigten Versammlungen in Stuhr und Damme liegen außerhalb des Zuständigkeitsbereichs der Nienburger, die allerdings engen Kontakt zu den zuständigen Polizeidienststellen halten wollen.

Aus Erfahrung der ersten beiden Aktionscamps aus den Jahren 2013 und 2014, bei denen es zu Protesten und Blockaden vor dem Wiesenhof-Betriebsgelände gekommen war, bereite sich die Polizei auf die kommende Woche vor. So werde es am Sonnabend auch sichtbare Polizeipräsenz in der Innenstadt sowie in Holte geben, sagt Mielke.

Sie selbst sei vor Ort und stehe in engem Kontakt mit der Versammlungsbehörde sowie dem Unternehmen. Außerdem, so Mielke, gelte es, mit den Verantwortlichen des Camps ständig im Gespräch zu stehen.

„Wir stellen uns auf mögliche Aktionen der Aktivisten ein.“ Dazu können das Blockieren der zur Abfahrt bereitgestellten Lastwagen, das Anketten am Tor und somit Blockieren der Zufahrt, Sachbeschädigungen oder Hausfriedensbrüche gehören. „Dann wird es unsere Aufgabe sein, den Produktionsbetrieb der Firma zu ermöglichen beziehungsweise zu sichern und Straftaten zu verfolgen“, beschreibt Mielke die Aufgaben der Ordnungshüter aus Nienburg und Marklohe.

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