Verband Leinetal hat seine Arbeit aufgenommen

7,5-Kilometer-Deich schützt zehn Dörfer in drei Kreisen

Auf dem Deich (v.l.): Stefan Röse (Schäfer), Andreas Wienke (Stadt Neustadt a. Rbge.), die Vorstandsmitglieder Erich Lohse (Gilten), Heino Fegebank (Nienhagen), Heiner Beermann (Nienhagen-Hufe), Cord Poppe (Rodewald), Hendrik Voigt (Stöckendrebber) sowie die Mitarbeiter des Kreisverbandes für Wasserwirtschaft Nienburg, Gaylord Kurre und Hermann Morische. - Foto: Jens Heckmann

Rodewald / Nienburg - Im Ernstfall ist es mit nassen Füßen und einer gefluteten Weide nicht getan: 7,5 Kilometer Deiche sollen im Fall der Fälle eine Katastrophe an der unteren Leine verhindern. Jetzt hat der Deichverband Leinetal seine Arbeit aufgenommen.

Idylle „auf’m Deich“: Links weiden Schafe, rechts grasen Pferde, zwischen den Bäumen lugen romantische Fachwerkhäuer hervor. Die Sonne scheint, Vögel zwitschern. Vom Fluss ist nichts zu sehen. Doch die Leine kann auch anders: 1946 trat der Fluss über die Ufer und flutete das gesamte Hinterland. In späteren Jahrzehnten fehlten einige Male nur Zentimeter an der 46er-Rekordmarke.

Um künftige Katastrophen zu verhindern, wurden von 2007 bis 2014 durch die Stadt Neustadt a. Rbge. in Stöckendrebber und durch die Gemeinde Gilten in Norddrebber und Gilten insgesamt 7,5 Kilometer Deiche gebaut. Das Bauwerk schützt Gebiete in Rethem, Stöcken, Frankenfeld, Ahlden (Schotenheide), Grethem, Gilten, Nienhagen, Norddrebber, Suderbruch, Lichtenhorst, Rodewald und Stöckendrebber vor Hochwasser.

Den Unterhalt des Deiches übernimmt der eigens gegründete Deichverband Leinetal. Der wiederum beauftragte den Kreisverband für Wasserwirtschaft aus Nienburg mit der Betriebs- und Geschäftsführung: „Der Kreisverband verfügt über viel Erfahrung in der Gewässerunterhaltung und damit im Hochwasserschutz“, begründet Heiner Beermann, Vorsteher des Deichverbandes, die Entscheidung. „Er betreut etliche Verbände und ist als kommunales Unternehmen den Menschen verpflichtet.“ In diesem Jahr werden erstmals Beiträge für den Unterhalt des Deiches fällig. Beermann: „Die Details werden jetzt geklärt und den unterhaltspflichtigen Flächeneigentümern im Spätsommer mitgeteilt.“ Nähere Informationen zum neuen Deichverband und zu seiner Arbeit gibt es aber schon jetzt im Internet.

Von der Notwendigkeit des Deichbaus war seinerzeit nicht jeder überzeugt: Schließlich liegen einige der durch den Deich geschützten Dörfer scheinbar weit weg vom Fluss, und der Unterhalt eines Deiches kostet Geld.

Doch seit den späten 90er-Jahren häufen sich dramatische Hochwasser-Ereignisse. Vermeintliche „Jahrhundert-Fluten“ treten mittlerweile alle paar Jahre auf, und Berichte wie jüngst aus Süddeutschland zeigen eben eindrucksvoll: Im Ernstfall ist es mit nassen Füßen und einer gefluteten Weide nicht getan.

Der 7,5 Kilometer lange Deich schützt eine Fläche von gut 6.200 Hektar vor Hochwasser. 68 Prozent davon liegen im Heidekreis, 28 Prozent im Landkreis Nienburg, vier Prozent in der Region Hannover. 

jh

www.kvwasser-nienburg.de

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