65-jähriger Dietrich L. Lehmann letzter Betreiber des Bades in Blenhorst

Der mit „Moor im Blut“

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Mit einer solchen Lore, die sich noch im „Entenpark“ von Dietrich L. Lehmann (Bild) befindet, ist in Bad Blenhorst Moor transportiert worden. Bald soll das Schienen-Gefährt als Erkennungsmerkmal vor dem Kurmittelhaus stehen.

Blenhorst - Von Kurt Henschel. Er ist 65 Jahre alt, hat viel gearbeitet und erlebt, doch Ruhe gönnt er sich nicht: Dietrich L. Lehmann, ehemaliger Betreiber des Moorbades in Blenhorst, freut sich über die Pläne der Projektgesellschaft um Bernd Lange, die – wie bereits ausführlich berichtet – die Einrichtung wieder zum Leben erwecken möchte. Mit im Boot: Dietrich L. Lehmann, der bei der Umsetzung der Pläne der „Maico-Mannesmann-Akademie für Wissenschaft und Bildung“ als Berater fungieren soll.

„Darüber freue ich mich sehr“, erklärt Lehmann, der in Estorf lebt und aus Vlotho bei Herford stammt. „Aufgewachsen bin ich dort genau zwischen zwei Moorbädern“, sagt Lehmann, der somit quasi „Moor im Blut“ hat.

Der Gastronom und Physiotherapeut berichtet, dass er ab 1976 mit seiner Frau Inge im Moorbad Blenhorst, das sein Vater Dietrich mit seiner Ehefrau Wilma geleitet hatte, angestellt war. Im Jahr 2000 sorgten bestimmte Umstände (siehe gesonderter Artikel rechts) für eine kurze Schließung des Betriebs. Kreditinstitut und Staat bekamen das Sagen, als die Angehörigen 2004 nach dem Tod von Vater Dietrich Lehmann das Erbe ausschlugen.

Die Bank habe Dietrich L. Lehmann, den Freunde und Bekannte nur „Dieter“ nennen, umgehend angeboten, den Gesamtbetrieb am Laufen zu halten, während sie sich bemühte, einen Käufer zu finden. „Mehrere Interessenten hatte es gegeben, doch die hatten alle kein richtiges Konzept“, erinnert sich „Dieter“ Lehmann.

In den Jahren 2002 bis 2011 ließ sich kein Käufer finden. „Der mit mir vereinbarte Nutzungsvertrag verlängerte sich in dieser Zeit immer weiter“, so der leidenschaftliche „Moor-Mann“, der mit der Neuausrichtung in den Bereich Wellness und Gastronomie aber nicht den gewünschten Erfolg verbuchen konnte.

Die Bank entzieht dem

Verwalter das Mandat

Im April 2011, so erinnert sich Lehmann, schien das Geldinstitut einen Käufer gefunden zu haben. Ein Rechtsanwalt hatte den Auftrag erhalten, sich als Verwalter um die Immobilie zu kümmern. Lehmanns und ihre drei Kinder verließen den Kurbetrieb vertragsgemäß im Oktober 2011.

Im Sommer 2014 entzog die Bank dem Verwalter das Mandat. Fortan kümmerte sich ein Mitarbeiter der Oberfinanzdirektion Hannover um die Vermarktung von Bade- und Kurhaus. Immer einbezogen: Dietrich L. Lehmann. Irgendwann hieß es dann: „Gesucht und gefunden!“

Die „Maico-Mannesmann-Gruppe kam ins Spiel“, so Lehmann. Nach deren Plänen soll das alte Bad Blenhorst in Zukunft ein Ayurveda-Zentrum sein, bei dem die ortsgebundenen Heilmittel Moor und Schwefel-Sole-Quellwasser in die Therapie einfließen sollen. „Das ist eigentlich auch selbstverständlich“, so Lehmann, „und historisch gesehen ein ganz besonderer Eckpfeiler in Bezug auf eine ganzheitliche Therapie.“

Lehmann fungiert bei allen Plänen als Berater. Außerdem ist er Besitzer des „Entenparks“, der etwa 500 Meter vom Moorbad entfernt liegt. Dieser Bauernhof, der dem Moorbad Blenhorst ein gewisses Alleinstellungsmerkmal verleihe, wie Lehmann sagt, soll das Fleisch liefern, das die ayurvedische Kurhaus-Küche für den Verzehr anbieten soll. Dazu will die Projektgesellschaft mit „Dieter“ Lehmann die Weiden des „Entenparks“ zur artgerechten und biologisch einwandfreien Aufzucht von Enten und Gänsen nutzen. Auch der Anbau von Heilmittelkräutern sei geplant. Und dann, so Lehmann weiter, „sollen zu gegebener Zeit auch Gäste in dem landschaftsprägenden Ensemble wohnen können“. Dietrich L. Lehmann ist euphorisch und überzeugt: „Insgesamt entsteht durch das Engagement der neuen Besitzer ein besonderer touristischer Leuchtturm, der länderübergreifend für einen Aufenthalt an der Mittelweser zwischen den Ballungszentren Bremen und Hannover werben wird.“

Persönlich hofft Lehmann darauf, noch lange einigermaßen fit zu bleiben. „Es ist mein Traum, das Moorbad Blenhorst mit allem Drumherum erleben zu dürfen. Ich wünsche mir, dann sagen zu können: Genau so habe ich mir das immer vorgestellt.“ Lehmann mit glänzenden Augen: „In spätestens fünf Jahren soll sich der Traum erfüllt haben.“

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