Versuchter Totschlag

44-Jähriger steht wegen Messerangriff in Nienburg vor dem Landgericht

Verden/Nienburg – In der Nienburger Innenstadt soll ein 44 Jahre alter Angeklagter am Nachmittag des 21. April 2021 einen anderen Mann mit einem Messer angegriffen und potenziell lebensgefährlich verletzt haben. Vier Monate zuvor soll derselbe Angeklagte bereits das Messer gegen einen anderen Mann in Rohrsen eingesetzt haben. Die Staatsanwaltschaft Verden wirft dem Mann gefährliche Körperverletzung und versuchten Totschlag vor. Am Dienstag war Prozessauftakt am Landgericht Verden.

Bei der ersten Tat soll der aus Eritrea stammende Angeklagte am 20. Dezember 2020 gegen 9.50 Uhr in einer Flüchtlingsunterkunft in Rohrsen einem Bewohner mit einem Messer eine Schnittverletzung über die linke Wange „vom Jochbein bis zum Kinn“ zugefügt haben. Diese Verletzung wird in der Anklage als „potenziell lebensgefährlich“ gewertet.

Drei bis vier Messerstiche gegen einen Bekannten

Genauso wie die Verletzungen bei der zweiten Tat am 21. April 2021 gegen 16.30 Uhr. Tatort war die Lange Straße in Nienburg. Dort soll der 44-Jährige einen Bekannten zu Boden geschubst und auf diesen dann einen faustgroßen Feldstein geworfen haben. „Er trat auf ihn ein und stach auf ihn ein“, verlas die Staatsanwältin. „Mit voller Wucht mindestens drei bis vier Mal.“ Dabei sei es dem Angeklagten „gleichgültig gewesen, dass das Opfer versterben kann“. Ein Mobiltelefon und eine Geldbörse in einer Tasche des Opfers sollen einen Stich in den Rippenbogen gestoppt haben.

„Nachdem mehrere Passanten eingegriffen hatten, kündigte der Angeklagte den Zeugen an, auch diese abstechen zu wollen“, heißt es weiter in der Anklageschrift. Dazu sei es aber nicht gekommen. Der Angeklagte flüchtete zunächst, soll aber noch am selben Tag festgenommen worden sein.

Zum Prozessauftakt äußert sich der Angeklagte nicht zu den Taten

Der etwas holprige Prozessauftakt bei der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Verden scheint zu dem Verfahren zu passen. Wegen einer „nicht ausschließbaren Schuldunfähigkeit“ sollte sich der 44-Jährige zunächst in einem Sicherungsverfahren verantworten. Nach Eingang eines Ergänzungsgutachtens wurde das Verfahren in ein Strafverfahren umgewandelt, erklärte der Vorsitzende Richter Volker Stronczyk. Damit droht dem Mann im Fall einer Verurteilung eine Gefängnisstrafe.

Dass der Prozess am Dienstag überhaupt starten konnte, war dem Angeklagten und seinem Verteidiger zu verdanken. Es hatte einen Fehler bei der Einhaltung einer Ladungsfrist gegeben. Eine Steilvorlage, um diesen ersten und auch den zweiten Termin platzen zu lassen. Doch die Herren auf der Anklagebank – einer in Robe und der andere mit Fußfesselung – erhoben keine Einwände. Als das geklärt war, konnte die Staatsanwältin zügig die Anklageschrift verlesen.

Äußern wollte sich der 44-Jährige beim Prozessauftakt nicht zu den Vorwürfen. Vielleicht beim nächsten der noch folgenden sechs Verhandlungstage. Mit einem Urteil wird noch vor Weihnachten gerechnet.

Rubriklistenbild: © Mohssen Assanimoghaddam/dpa

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