Uchte: Fünf Personen mit Coronavirus infiziert / Zudem zwei Praxen betroffen

160 Saisonarbeiter in Quarantäne

Auch sie hat das Virus erwischt: Im Südkreis sind nach Landkreis-Informationen ein Hausarzt und eine Zahnärztin positiv auf Covid-19 getestet worden.
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Auch sie hat das Virus erwischt: Im Südkreis sind nach Landkreis-Informationen ein Hausarzt und eine Zahnärztin positiv auf Covid-19 getestet worden.

Landkreis – Die Nienburger Kreisverwaltung hat gestern für rund 160 Saisonarbeitskräfte aus Rumänien und Polen die Quarantäne angeordnet. Das teilte die Kreisverwaltung am Donnerstagabend mit. Die Betroffenen arbeiten demnach in Nordrhein-Westfalen, ihre Unterkünfte befinden sich jedoch in der Samtgemeinde Uchte.

Auf dem Gelände mit mehreren Wohngebäuden und beheizten Wohncontainern sind innerhalb weniger Tage insgesamt fünf Infektionen mit dem Corona-Virus bekannt geworden. „Keine der infizierten Personen zeigt bislang Krankheitssymptome“, bestätigte Kreis-Pressesprecher Cord Steinbrecher gestern auf Nachfrage. Es handele sich um einen extrem milden Krankheitsverlauf.

Rumänien gilt nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts als Risikogebiet. Die Einreise der rumänischen Arbeitskräfte ist daher nach der aktuell geltenden Rechtslage nur gestattet, wenn negative Testergebnisse vorgelegt werden können, die nicht älter als 48 Stunden sind. Nach Angaben des Landkreises waren die vorgelegten Befunde alle negativ, so stand der Einreise nichts im Wege. Für Polen gilt diese Regelung indes nicht, da es nicht als Risikogebiet eingestuft wurde. Der Arbeitgeber, dessen Namen die Verwaltung nicht in der Zeitung lesen möchte, hatte vorsorglich jedoch weitere Nasen-Rachen-Abstriche von einem Betriebsarzt durchführen lassen. „Durch die erneuten Tests wurden am Dienstag zwei und am Mittwoch drei Infektionen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 erkannt. Mittlerweile liegen alle weiteren Befunde vor. Neue positive Fälle befinden sich nicht darunter“, heißt es.

Der Fachbereich Gesundheitsdienste hat in enger Abstimmung mit dem Arbeitgeber Sofortmaßnahmen ergriffen. Die Infizierten wurden in beheizten Wohncontainern isoliert und die Quarantäne für alle Bewohner der Unterkünfte angeordnet. Sie dauert laut Steinbrecher mindestens bis zum 20. Oktober.

Um eine Ausbreitung innerhalb des Wohnkomplexes zu verhindern, hat der Landkreis als Infektionsschutzbehörde die Nutzung der Gemeinschaftsküchen untersagt und das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in den Fluren angeordnet. Die Versorgung mit Lebensmitteln und Mahlzeiten stelle der Arbeitgeber sicher.

„Erneute Reihentestungen der Belegschaft werden wir erst gegen Ende der angeordneten Quarantäne durchführen“, erklärt Kreisrat Lutz Hoffmann als Leiter des Pandemiestabes das Vorgehen der Kreisverwaltung. „Denn negative Testergebnisse bedeuten leider nicht, dass jemand nicht schon infiziert und später ansteckend ist. Das wirksamste Mittel gegen eine Ausbreitung des Virus bleibt die Quarantäne.“

Das Grundstück wird derzeit mit einer geeigneten Barriere eingefriedet und zusätzlich von einem Sicherheitsdienst rund um die Uhr bewacht, um Verstöße gegen die Quarantäneauflagen zu verhindern.

„Es ist auch unwahrscheinlich, dass es seit dem Wochenende zu Kontakten der Saisonarbeitskräfte mit der Wohnbevölkerung vor Ort gekommen ist“, so Steinbrecher. Da die nächstgelegene Einkaufsmöglichkeit einige Kilometer entfernt liege, hatte der Arbeitgeber ohnehin einen Einkaufsservice für die Mitarbeitenden organisiert. „Eine Notwendigkeit, das Gelände zu verlassen, bestand also grundsätzlich nicht.“

„Die Unterbringung der 160 Saisonkräfte war im Übrigen vor dem Hintergrund des Infektionsschutzes nicht zu beanstanden“, betont der Sprecher. Insofern ist der Fall nicht mit den teils prekären Zuständen in den Sammelunterkünften während der Erntesaison vergleichbar. Da ein Großteil der Arbeitskräfte keine Symptome zeigt, strebt der Arbeitgeber möglicherweise an, eine Arbeitsmöglichkeit auf dem Gelände zu schaffen.

Unabhängig von diesen Fällen berichtet die Kreisverwaltung auch, dass im Südkreis eine Zahnärztin und ein Hausarzt an Covid-19 erkrankt sind. Die rund 40 Patienten sowie Mitarbeiter, die sich im ansteckungsfähigen Zeitraum zur Behandlung in den Praxisräumen aufgehalten haben, seien als Kontaktpersonen durch das Gesundheitsamt über die anstehende Quarantäne informiert worden, betont der Sprecher. „Alle, die keinen Anruf von uns bekommen haben, müssen also auch nicht Quarantäne“, stellt Steinbrecher klar.

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