Ein Berufsleben lang Blau-Orange

Volksbank-Vorstände Wolfgang Tonne und Joachim Meyer verabschieden sich in den Ruhestand

Joachim Meyer (l.) und Wolfgang Tonne
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Kurz vor dem Ruhestand: Joachim Meyer (l.) und Wolfgang Tonne

Nienburg - Auf ein bodenständiges Berufsleben im besten Sinne blicken Joachim Meyer und Wolfgang Tonne zurück. Nach zusammen 91 Jahren verabschieden sich die beiden Vorstände der Nienburger Volksbank in den Ruhestand. Tonne war der Bank mit dem typischen blau-orangenen Logo 45 Jahre durchgehend treu. Meyer – einen Seitenwechsel eingeschlossen – sogar 46 Jahre.

„Wir hatten viel Zeit, uns auf diesen Moment vorzubereiten. Trotzdem ist es jetzt ein komisches Gefühl“, erzählt Wolfgang Tonne. Als der Leeser am 1. August 1975 seine Banklehre in der Volksbank Landesbergen begann, war Online-Banking noch weit entfernte Zukunft. Selbst Geldautomaten und EC-Karte wurden erst viele Jahre später eingeführt. Sogar die Währung war noch eine andere. „Es gab damals viel mehr Kundenverkehr. Wir haben Überweisungen und Kassenbelege ausgefüllt und den Kunden ihre Kontoauszüge herausgesucht“, blickt Tonne zurück. „Technik gab es eigentlich noch gar nicht“, ergänzt Joachim Meyer. Seine genossenschaftliche Bankkarriere begann ein Jahr früher in der Volksbank Bruchhausen-Vilsen.

Meyer wechselte allerdings für einige Jahre gewissermaßen die Seiten. Er absolvierte noch eine Ausbildung zum Verbandsprüfer beim Genossenschaftsverband Niedersachsen. In dieser Funktion betreute er Volksbanken, bevor er im Jahr 2003 in den Vorstand der Nienburger Volksbank wechselte.

Wolfgang Tonne qualifizierte sich innerhalb des Kreditinstitutes zum Diplom-Bankbetriebswirt weiter. 2010 wurde er Mitglied im Vorstand der Steyerberger Volksbank. Nach deren Fusion mit der Nienburger Volksbank im Jahr 2017 wechselte Tonne in deren Vorstand. „Die vielen Jahre sind nie langweilig geworden. Es gab immer neue Herausforderungen und Aufgaben“, erzählt er. „Ich habe drei Fusionen mitgemacht. Und wer hätte gedacht, dass wir uns einmal mit dem Problem negativer Zinsen auseinandersetzen müssen.“ Meyer erlebte seine spannendste Zeit als Verbandsprüfer nach der Grenzöffnung in den neuen Bundesländern. „Ich habe dort damals ein Stück deutscher Geschichte kennengelernt“, blickt er zurück.

Beide hielten übrigens nicht nur der Volksbank der Treue, sie blieben auch der Region treu. Während der in Bücken geborenen Joachim Meyer einige Jahre das Leben in Salzgitter-Bad am Harzrand testete, bevor er zurückkehrte, verließ Wolfgang Tonne den Landkreis nie. Er wurde in Leese geboren und lebt noch heute dort mit seiner Frau Gunda. Selbst seinen Wehrdienst leistete Tonne in der Nienburger Kaserne ab.

Große Pläne haben weder Wolfgang Tonne noch Joachim Meyer für ihren Ruhestand. Angst vor langer Weile genauso wenig. „Ich lasse mich in meinen Ruhestand hineintreiben. Meine Frau Gunda und ich haben einen großen Garten“, erklärt Wolfgang Tonne. „Außerdem heimwerke ich gerne und habe ein paar Projekte für den Ruhestand aufgeschoben.“ Joachim Meyer wird nun mit seiner Frau Elisabeth den vielen Beschäftigungen und Hobbys nachgehen, die während seines Berufslebens oft zurückstecken mussten.

Joachim Meyer geht Ende dieses Monats in den Ruhestand, Wolfgang Tonne folgt einen Monat später. Beide sind überzeugt, das „Schiff in stürmischen Zeiten“ sicher geführt zu haben und das „Kommando mit einem „guten Gefühl“ zu übergeben. Das sei aber nur mit einem guten Team möglich gewesen. „Wir sind stolz auf unsere Mitarbeiter“, betonen Meyer und Tonne unisono. Nachfolger gibt es nicht. Zukünftig besteht der Vorstand mit Markus Strahler und Holger Hinrichs nur noch aus zwei Köpfen.

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