Probealarm: Um 11 Uhr wird es laut

Nienburg testet seine Sirenen bei bundesweitem Warntag

Eine Seltenheit – auch im Landkreis Diepholz. Viele Sirenen wurden zuletzt zurückgebaut.
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Um 11 Uhr wird es an den meisten Orten im Landkreis Nienburg laut.

Landkreis Nienburg. Am heutigen Donnerstag heulen im Landkreis Nienburg und ganz Deutschland die Sirenen. Grund zur Sorge besteht nicht, es ist nur ein Probealarm am ersten bundesweiten Warntag.

Die Sirenen werden am Donnerstag um Punkt 11 Uhr in ganz Niedersachsen ertönen. Beim ersten bundesweiten Warntag sollen verschiedene Möglichkeiten zur Warnung für den Katastrophenfall getestet werden. Die Entwarnung folgt dann um 11.20 Uhr. Neben den Sirenen werden bei dem Probealarm auch Durchsagen per Lautsprecher, Mitteilungen über soziale Medien und Warn-Apps sowie digitale Werbetafeln auf eine mögliche Gefahr aufmerksam machen.

Die Sirenen-Warnung besteht aus einem einminütigen auf- und abschwellenden Heulton, die Entwarnung aus einem einminütigen durchgängigen Dauerton. Der Klassiker - der akustische Sirenenton - ist trotz Handy-Apps immer noch wichtig. Handynutzer könnten sich in einem Funkloch befinden oder der Akku leer sein. Einwohner müssen auch nachts gewarnt werden können, wenn sie schlafen und Radio, Fernseher oder Handy lautlos oder ausgeschaltet sind.

Künftig soll es laut Beschluss der Innenministerkonferenz jährlich an jedem zweiten Donnerstag im September einen Warntag geben. Wie wichtig Warnungen seien, zeige auch die Coronavirus-Pandemie. Nach Angaben des Innenministeriums unterstreicht die zunehmende Zahl an Naturkatastrophen - etwa Hitzewellen oder Hochwasser - sowie die Gefahr von Terroranschlägen den Stellenwert des Warnsystems. Damit Warnungen effektiv seien, müssten Funktion und Ablauf besser verständlich werden. Warnungen würden umso eher akzeptiert, je besser der Bevölkerung das System und die Sirenensignale bekannt seien.

Seit Anfang der 1990er Jahre - nach dem Ende des Kalten Krieges - wurden etwa 40 000 Sirenen durch den Bund abgebaut, heute könne die Bevölkerung bundesweit mit rund 15 000 Sirenen gewarnt werden. Am Warntag gebe es die Möglichkeit festzustellen, was in den Kommunen an Sirenen noch vorhanden sei, sagte der Sprecher des niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes. Durch den Wegfall der Warnämter des Zivilschutz-Warndienstes in den Neunzigerjahren und dem damit teilweise verbundenen Rückbau der Infrastruktur werden nicht alle Sirenen im Nienburger Kreisgebiet dieses Signal wiedergeben können. In den betroffenen Ortschaften wird stattdessen der bekannte Feueralarm ausgelöst (einminütiger gleichbleibender Dauerton, zweimal unterbrochen). 

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