Keine Gefährdung für die Nutzung durch Fußgänger und Radfahrer

Nienburg: Wesertorbrücke wieder frei

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Am Donnerstag überprüften Statiker die Wesertorbrücke auf Schäden.

Nienburg - von Leif Rullhusen.  Weil sich ein betrunkener Lkw-Fahrer mit seinem Sattelzug auf die Fußgängerbrücke über die Weser verirrte, war diese gesperrt. Nun ist sie wieder geöffnet.

Mit seinem 38 Tonnen schweren Sattelzug war der Mann auf die Nienburger Wesertorbrücke gefahren. Weil  sie auf eine maximale Belastung von 3,5 Tonnen ausgelegt ist, hatte die Stadt die Fußgängerbrücke über die Weser vorsorglich gesperrt.  Statiker haben die Brücke in den vergangenen beiden Tagen deshalb gründlich geprüft. Im Fokus standen die Stahlkonstruktion sowie die Betonplatten. „Wir kontrollieren jede einzelne Schweißnaht auf Risse“, erklärte der bei der Stadt verantwortliche Ingenieur Michael Pohl im Rahmen der Untersuchung.

Öffnung mit Einschränkungen

Am Freitag gaben die Statiker verhalten Entwarnung. Die Stadt öffnete daraufhin das Bauwerk mit Einschränkungen. „Als erstes Fazit der Prüfungen ist festzustellen, dass grundsätzlich keine akute Gefährdung für die Nutzung der Brücke durch Fußgänger und Radfahrer besteht“, erklärt die Verwaltung in einer Pressemitteilung. Für Service- und Wartungsfahrzeuge bleibe die Brücke jedoch weiter gesperrt.

Inwieweit das Bauwerk im Ganzen geschädigt sei und welche Sanierungsmaßnahmen erfolgen müssten, würden erst die weitere vertiefte Auswertung der Prüfung und statische Berechnungen ergeben. „Erst dann kann eine endgültige, gegebenenfalls vollumfängliche Freigabe des Bereichs erfolgen“, heißt es in der Mitteilung der Stadt.

Mit Sattelzug auf Brücke stecken geblieben

Der Lkw-Fahrer war in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch auf die Nienburger Wesertorbrücke gefahren und dort mit seinem Sattelzug stecken geblieben. Der 39-Jährige ließ sich offenbar per Navi auf die Brücke leiten, wie ein Sprecher der Polizei mitteilte. Ein Atemalkoholtest ergab einen Wert von 2,5 Promille.

Gegen 3 Uhr bog der Fahrer am Mittwochmorgen vom Media-Markt und Kreishaus kommend auf die Weserstraße in Richtung Fußgängerbrücke. Da aufgrund des zurzeit stattfindenden Strandvergnügens „Weser-Beach“ die Poller vor dem Weserwall entfernt worden waren, konnte er seinen 38-Tonner hindernislos auf die Brücke fahren. Anwohner, die den Vorgang beobachteten, informierten die Polizei, die mit mehreren Einsatzkräften anrückte. Ihnen gelang es, den Lkw wieder von dem Bauwerk zu lotsen.

Sanierungsarbeiten vor Jahren in die Zukunft verschoben

Vor Jahren wurden notwendige, umfangreiche Sanierungsarbeiten an der prägnanten blauen Wesertorbrücke in die ferne Zukunft verschoben. Diese beliefen sich nach Schätzungen aus dem Jahr 2014 schon auf deutlich über 700 000 Euro. Bereits bei der vergangenen Brückenhauptprüfung fiel die damals erst zwölf Jahre alte Fußgängerbrücke mit eklatanten Schäden auf. Die Prüfer stellten Mängel am Korrosionsschutz, Rissbildung an den Fahrbahnplatten sowie starke Rostbildung im Bereich der Auflagerung der Fahrbahnplatten fest. Im vergangenen Jahr erhielt sie sie gerade noch die Note „noch ausreichend“. Die schlechteste Einzelwertung gab es für Schäden, die die Lebensdauer des Bauwerks beeinträchtigen. Eine Sanierung war bislang trotzdem nicht vor dem Jahr 2024 vorgesehen.

Unklar ist, ob die nun womöglich verursachten Schäden daran etwas ändern.

Quelle: BlickPunkt Nienburg

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