Infoabend in Nienburg 

Überholdruck mindern: Ausbau der B214 geplant

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Drängler auf der Autobahn

Pennigsehl (jom/hab) - Zu viele Autos für zu wenig Straße – so scheint es an der Bundesstraße(B) 214 bei Pennigssehl zu sein. Hinzu kommt ein hohes Lkw-Aufkommen. Die Folge sind nicht selten riskante Überholmanöver, die in den vergangenen Jahren zu einigen schweren Unfällen geführt haben. Daher soll sich zwischen der Abzweigung zur B6 und der Abfahrt Richtung Pennigsehl nun etwas tun.

Die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr plant zur Verbesserung der Verkehrssicherheit und -qualität den Ausbau der B214 in diesem Bereich. Drei anstatt zwei Fahrspuren sollen entstehen. Den aktuellen Planungsstand präsentieren die Mitarbeiter öffentlich am Mittwoch, 25. Oktober, um 19 Uhr im Sitzungssaal des Geschäftsbereichs Nienburg, Bismarckstraße 39 in Nienburg. Die Landesbehörde lädt dazu Anlieger aber auch interessierte Bürger ein.

Als „Auslöser“ für die Planung bezeichnet der zuständige Projektbetreuer Axel Sieg die Verkehrswirtschaftliche Untersuchung „B214 zwischen A1 und A7“ aus dem Jahr 2013. Darin wurde die Bundesstraße auf einer Länge von rund 120 Kilometern zwischen der Autobahn A 1 im Westen und der A7 im Osten untersucht. Und der Verkehr auf ihr hat nicht nur gefühlt, sondern auch tatsächlich zugenommen: Bei einer Verkehrszählung 2005 wurden durchschnittlich 7300 Fahrzeuge pro Tag ermittelt, davon 1300 Lkw. Im Jahr 2010 waren es hingegen durchschnittlich 8000 Fahrzeuge pro Tag, davon 1800 Lkw. 

Bis zu 18.000 Fahrzeuge täglich

Der Anteil des Schwerverkehrs stieg bei beiden Zählungen von 18 auf 23 Prozent. Die Analyse der Zählung aus dem Jahr 2015 wurde noch nicht veröffentlicht. Die Behörde erwartet für 2030 eine Zunahme auf täglich 9900 Fahrzeuge, darunter 2200 Lkw.

Bereits im August informierten Mitarbeiter der Landesbehörde Anlieger der B214 im Bereich Borstel über den Ausbau, der rund um den Ort geplant ist. Bei dem Abend in Campen sagte Jürgen Callies, zuständig für die Projektplanung, dass diese Zahlen jedoch nur Durchschnittswerte für die gesamten 120 Kilometer seien. In manchen Bereichen wie rund um Nienburg zähle man heute bereits bis zu 18.000 Fahrzeuge täglich.

Verkehrssichere Lösung 

Belastend sei jedoch nicht die reine Zahl der Fahrzeuge, sondern die Nutzung durch Pkw und Lkw. Wenn sich hinter einem Laster mehrere Autos sammelten, entstehe ein sogenannter Überholdruck, weil die Autofahrer versuchen, am langsameren Fahrzeug vorbeizukommen. Dann werde auch an Stellen überholt, die nicht dafür geeignet seien, was zu teils schweren Unfällen führe. Daher ist es das Ziel der Behörde, den sogenannten Überholdruck auf der B214 zu mindern.

Gelingen soll das mit dem sogenannten „2+1-Ausbau“. Dabei erhält die Strecke eine dritte Fahrspur, die wechselseitig von beiden Fahrtrichtungen als Überholspur genutzt werden kann. Diese Lösung gilt als besonders verkehrssicher, weil sie laut Callies 40 Prozent weniger Unfälle aufweist als normale Bundesstraßen.

Ausbau bis 2022 ist optimistisches Ziel

Für die B214 sind langfristig elf solcher „2+1“-Abschnitte vorgesehen, einer davon bei Pennigsehl. Mit einer Freigabe für den Verkehr ist erst 2022 zu rechnen, aber dabei handelt es sich um einen „optimistischen Plan“, sagte Callies im August. „Wir sind noch ganz am Anfang der Planung, wollen aber jetzt schon die Bürger mit ins Boot holen“, erklärt Sieg.

Viele Anlieger gibt es in diesem Bereich zwischen der Abfahrt nach Pennigsehl und der B6 nicht. Interessant wird allerdings, inwieweit der Ausbau die bestehenden Zufahrten beeinflusst. Bei dem Abend in Campen wurde bekannt, dass etwa die Verbindung zur Kreisstraße 59 in Richtung Campen wegfallen würde. Borstels Bürgermeister Dieter Engelbart sagte daher, es müsse in diesem Bereich eine Querung, vorzugsweise in Form eine Brücke, geben, damit Landwirte weiterhin ihre anliegenden Flächen erreichen könnten.

Ungefähre Ortsangabe


Schwere Unfälle an B214

Immer wieder ist es an der B214 im Bereich Borstel zu schweren Unfällen gekommen. Erst im vergangenen Jahr gab es einen Frontalzusammenstoß während eines Überholvorgangs, bei dem eine Nienburgerin und ihre 5 Jahre alte Tochter schwer verletzt wurden. 

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