Ein Bauprojekt mit Herz

Nienburg: 15 neue Wohnungen sollen in der Neuen Straße entstehen

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So soll der Gebäudekomplex in der Neuen Straße aussehen. Die Fertigstellung ist für Ende 2019 geplant.

Nienburg - Von Max Brinkmann. In der Neuen Straße soll bis Ende 2019/Anfang 2020 ein moderner Wohnkomplex entstehen. Das ist der Plan von den Bauherren Ulrike und Andreas Kalusche. Die Abrissarbeiten des ehemaligen Möbelhauses Vogel haben bereits begonnen. Diesen Schritt zu gehen, war für die beiden keine leichte Entscheidung.

„Ich habe meine ganze Kindheit in diesem Haus gewohnt. Es war nicht leicht loszulassen“, sagt Ulrike Kalusche. Doch die Substanz des Gebäudes ist zu marode. Die Renovierungskosten hätten die jetzigen überstiegen. „Wirtschaftlich ist es die beste Entscheidung“, meint ihr Ehemann Andreas.

Im neuen Gebäude, das laut den Kalusches Ende 2019/Anfang 2020 bezugsfertig sein, sollen 15 Wohneinheiten entstehen. Alle mit modernen Sicherheits- und Energietechniken ausgestattet. Außerdem ist jede Wohnung lichtgeflutet und hat einen Balkon. Die Außenfassade soll dem jetzigen Gebäude ähneln (siehe Grafik oben).

„Das Projekt ist schon länger in Planung. Das ist mit viel Herz entstanden“, erklärt Andreas Kalusche. „Es soll hier genauso schön werden, wie es vorher auch war“, ergänzt Ulrike Kalusche.

So sieht es aktuell im Gebäudekomplex aus: aufgerissene Wände und Löcher in den Wänden.

Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Ende April gab es einen Hausflohmarkt, bei dem unter anderem Fenster, Türen und Heizkörper aus dem ehemaligen Möbelhaus verkauft wurden. Zurzeit sieht das Gebäude von außen – bis auf ein fehlendes Schaufenster – noch ganz normal aus. Innen sieht das ganz anders aus: Überall sind bereits Spuren des nahenden Abrisses zu erkennen: aufgerissene Decken, Löcher in der Wand, Kabel hängen durch die Räume.

Der komplette Abriss ist aber noch nicht möglich. Denn zwei Mieter wohnen noch im hinteren Abschnitt des Hauses. Wenn diese im Lauf des Sommers neue Wohnungen gefunden haben, kann der Abriss endgültig starten. Dann wird das Gebäude Stück für Stück entkernt und abgetragen bis wieder eine ebene Baufläche dort steht, wo mehr als 200 Jahre ein Haus mit viel Nienburger Geschichte stand.

Denn das Gebäude in der Neuen Straße/Ecke Leinstraße soll im Jahr 1802 als erstes Haus in der Neuen Straße erbaut worden sein. 1954 kaufte Wilhelm Vogel das Gebäude und eröffnete im Jahr darauf sein Möbelhaus. In den kommenden Jahrzehnten wurde es mehrfach umgebaut und immer mehr Räume und Häuser kamen hinzu. 1978 übernahmen Schwiegersohn Rolf Arndt und seine Frau Waldtraut, die Eltern von Ulrike Kalusche, das Geschäft. Die Familie wohnte dort auch.

Eine Ausstellung aus den frühen Jahren des Möbelhauses.

Sie führten es bis 1999, als sie es aus Altersgründen einem Nachfolger übergaben. Im Jahr 2001 schloss das Einrichtungshaus dann endgültig. Seitdem waren verschiedene Unternehmen in dem Komplex ansässig: unter anderem die Agentur Frau Silberfisch, das Frauenstadthaus, „Frau und Wirtschaft“ oder der Verein für die Arbeit mit Menschen. Auch einige Wohnungen gab es über die Jahre, zum Beispiel zwei WG’s von Polizeistudenten.

„Nienburger werden sich über den neuen Wohnraum in der Innenstadt freuen“, sind sich die Kalusches sicher. Für das neue Gebäude arbeiten sie übrigens mit der Firma Rübenack zusammen. Mit der Stadt stehen sie ebenfalls in einem engen Austausch. Ob das neue Haus irgendwann eine ähnlich lange Geschichte haben wird wie das alte, wird sich zeigen.

Quelle: BlickPunkt Nienburg

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