Grant Hendrik Tonne beim Auftakt von „Lesen, Staunen, Forschen“

Kinder experimentieren mit Kultusminister Tonne

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Nienburg - Von Johanna Müller. Neugierig schauen die Kinder durch die offene Tür. Was machen nur die ganzen schicken Leute in ihrem Bewegungsraum, fragen sie sich. Die Erwachsenen tragen Anzüge und Kleider, begrüßen sich förmlich und halten Reden an einem Pult. So etwas erleben sie nicht alle Tage im Kindergarten „Kreuz und Quer“ an der Düsseldorfer Straße in Nienburg.

Es war ein besonderer Anlass zu dem sogar der niedersächsische Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) und seine Parteikollegin, die Bundestagsabgeordnete Marja-Liisa Völlers, gekommen waren. In der Kindertagesstätte wurde das Projekt „Lesen, Staunen, Forschen“ vorgestellt. Die Stiftung Lesen und die Klaus Tschira Stiftung wollen dieses Angebot bis 2019 in alle 50.000 Kindergärten in Deutschland bringen. Doch zunächst gab es in Nienburg den Startschuss für Niedersachsen. Vier der sogenannten „MINT-Geschichtensets“ haben die Stiftungsvertreter gestern Kita-Leiterin Ute Hoffmann überreicht. Diese Pakete enthalten Bücher, aber auch Anregungen für Experimente. Denn das Besondere der Aktion ist, dass zwei wichtige Bereiche in der frühkindlichen Bildung verbunden werden: Spracherwerb und die Heranführung an die MINT-Fächer – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik.

Mit den Figuren Paul und Marie gehen die Kindergartenkinder daher auf Entdeckungstouren und lernen etwas über die Themen Mathematik, Farben, Licht und Akustik. Der Ablauf ist immer gleich: Ein Erwachsener liest eine Geschichte vor und im Anschluss gibt es passende Versuche und Gespräche.

Daher hat zum Auftakt einer dieser fremden Männer im Anzug direkt zum Buch gegriffen und eine Geschichte vorgelesen. Danach haben die Kinder noch Experimente zum Thema Farben mit Kultusminister Tonne gemacht.

Forscherdrang bei Kindern wecken

Kultusminister Tonne liest den Kindern etwas vor.

„Ich finde die Kombination spannend“, erklärt Grant Hendrik Tonne, der das Projekt „Lesen, Staunen, Forschen“ als sinnvolle Ergänzung des Angebots in den niedersächsischen Kindertagesstätten betrachtet: „Diese Experimente begeistern Kinder für Naturwisschenschaften und fördern zugleich ihre Sprachkompetenz.“ Der Kultusminister lässt es sich daher auch nicht nehmen, Dienstag-Nachmittag selbst mit der Taschenlampe auf eine CD zu leuchten und dabei die Farben zu bestaunen, die somit entstehen. Gemeinsam mit den Kindergartenkinder entdeckt er immer neue Nuancen.

„Kinder sind neugierig und wissbegierig“, erklärt Jörg Maas von der Stiftung Lesen. Daher würde das Projekt so gut funktionieren. Der Forscherdrang der Kinder werde genutzt, um die Welt und Naturwissenschaften zu erkunden. Als Einleitung der Aktion wird auf ein ganz klassisches Mittel zurückgegriffen: das Vorlesen.

Naturwissenschaften spielerisch kennenlernen

Doch, dass gemeinsame Lesestunden auch im 21. Jahrhundert noch immer aktuell sind, bestätigen die Erzieherinnen der Kita „Kreuz und Quer“ der Nienburger Kreuzkirche. „Das fängt schon in der Krippe an“, sagt Andrea Oetting. Schon die ganz kleinen Kinder holen sich selbst Bücher aus dem Regal und genießen die gemeinsamen Lesestunden. Denn dabei sind sie nicht nur passiv: Sie können auch Fragen stellen und Gespräche entstehen. Dort setzt auch der Gedanke von „Lesen, Staunen, Forschen“ an.

Die Erzieherinnen beobachten jedoch, dass in den Familien eher weniger vorgelesen wird. Diesen Trend versuchen sie auszugleichen. „Vorlesen ist eine der wichtigsten Grundlagen für den Spracherwerb. Außerdem haben die Kinder Spaß daran“, sagt die stellvertretende Kita-Leiterin Sibylle Kollhorst. Daher freut sich das „Kreuz und Quer“-Team über das neue Material. Gerne möchten die Mitarbeiter die Anregungen umsetzen und so den Kindern spielerisch mehr über Naturwissenschaften vermitteln.

„Wir sind sehr froh über die Sets und werden uns nun damit beschäftigen“, sagt Kitaleiterin Ute Hoffmann. Demnächst dürfen die Kindergartenkinder dann wieder „Lesen, Staunen und Forschen“

Quelle: BlickPunkt Nienburg

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