ASB Nienburg in Flüchtlingshilfe eingebunden

Helfen vor Ort und sofort

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Marius Schmidt, Theo Lingl, Klaus Narten und Matthias Henze (v.l.) unterstützen Flüchtlingshilfe in Adelebsen.

Nienburg - Von Anke Diekmann. In die Flüchtlingshilfe ist der Kreisverband des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) Nienburg eingebunden.

Vier Samariter der Schnell-Einsatz-Gruppe des Kreisverbandes waren bereits unterstützend in der Flüchtlingsnotunterkunft in Adelebsen bei Göttingen tätig. Seit Anfang dieser Woche gibt es eine sogenannte Voralarmierung für einen möglichen weiteren Einsatz in einer Notunterkunft in der Nähe von Hannover. Recht überraschend hatte der Einsatzbefehl des Innenministeriums die Rehburger in der vergangenen Woche über den ASB-Landesverband Niedersachsen erreicht. Die Notunterkunft in Adelebsen wurde bereits in der Vorwoche zur Entlastung des Grenzdurchgangslagers Friedland in einer ehemaligen Haupt- und Realschule durch den ASB-Ortsverband Göttingen-Stadt eingerichtet. Der Landkreis hatte die Schule zum Schuljahresende aufgegeben und das Gebäude zur Verfügung gestellt.

„Natürlich war es für uns eine Selbstverständlichkeit nach unseren Möglichkeiten Personal zur Verstärkung der örtlichen Einsatzkräfte freizustellen“, erzählt Jens Sewohl. Obgleich dies immer auch ein Balanceakt sei, da der reguläre Dienstbetrieb logischerweise aufrecht erhalten werden müsse, erklärt der Kreisgeschäftsführer. Nachdem der Dienstplan neu gesteckt war, konnten Klaus Narten (Rettungsassistent), Marius Schmidt (Rettungssanitäter) und Theo Lingl (Sanitätshelfer) unter der Führung von Matthias Henze (Rettungssanitäter) am Mittwochmorgen gegen 7 Uhr in Richtung Adelebsen abrücken.

Empfangen wurden sie dort von rund 200 Kriegsflüchtlingen, das heißt Kindern, Frauen und Männern, die aus dem Irak, Syrien, Afghanistan, Eritrea, Pakistan und der russischen Föderation geflohen waren, etwa 40 anderen Helfern ihrer niedersächsischen Schwesterverbände aus Peine, Hannover-Land/Schaumburg, Hannover-Stadt, Lüneburg, Göttingen-Land und Northeim/Osterode und einer guten Atmosphäre. „Die Bevölkerung ist sehr hilfsbereit, unterstützt zum Beispiel nicht nur bei der Reinigung der Unterkunft, auch die Kinder spielen mit den Flüchtlingskindern“, erzählt Matthias Henze am Telefon. Ebenso hoch sei desgleichen die Akzeptanz von Seiten der Flüchtlinge, so Henze. „Die packen mit an, wo immer es nötig und möglich ist.“

Die Sporthalle dient als Unterkunft für die Einsatzkräfte.

Während die Rehburger gleich am Mittag noch tatkräftig bei der Ausgabe der Verpflegung mit anfassten, bestand Ihre Hauptaufgabe in den kommenden drei Nächten in der medizinischen Betreuung. Im eingerichteten Sanitätsraum wurden pro Nacht rund 30 Verletzungen und Erkrankungen, darunter Kopf-, Zahnschmerzen oder Entzündungen, versorgt oder an die hilfsbereiten behandelnde Ärzte in der Region vermittelt sowie Medikamente ausgegeben. Inzwischen hatte sich sogar ein freiwilliger Arzt aus den Reihen der Flüchtlinge gefunden, der dem Sanitätspersonal bei dieser Aufgabe zur Seite stand.

Eine besondere Herausforderung stellte sich einmal an die Helfer als bei einer Familie der Verdacht auf Scharlach festgestellt wurde. Umgehend musste eine Quarantänestation eingerichtet werden. Glücklicherweise bestätigte sich der Verdacht letztlich nicht, zeigt sich Matthias Henze erleichtert und erzählt stattdessen begeistert: „So schlimm die Situation an sich ist, so viel Zufriedenheit ist auf beiden Seiten zu spüren – unter den Helfern und unter den Flüchtlingen.“ Die Verständigung funktioniere zwar mit Händen und Füßen, aber sie funktioniere und oft gäbe es sogar etwas zu lachen; zumeist verließen die Patienten den Sanitätsraum mit einem Lächeln im Gesicht. Die Menschen versuchen aber auch deutsch zu sprechen. „Wenn wir morgens oder abends durch die Unterkunft gingen hörten wir vielfach ein freundliches „Guten Morgen“ oder „Gute Nacht“, so Henze.

Wehmütig beendeten Klaus Narten, Marius Schmidt, Theo Lingl und Matthias Henze ihren Einsatzauftrag und kehrten nach dem Frühstück nach Rehburg zurück. „Es war eine großartige Erfahrung und hat bei großem Respekt gegenüber diesen Menschen, die viele grausame Erlebnisse und mehrere tausend Kilometer hinter sich haben, viel Freunde gemacht hier zu helfen“, zieht Matthias Henze Bilanz. Für das Flüchtlingsnotlager in Adelebsen hat das Land Niedersachsen am Freitagabend beschlossen, dass die Betreuung hier von der Akuthilfe in eine hauptamtliche Regelbetreuung überführt werden soll. Den Auftrag dafür hat der ASB-Landesverband Niedersachsen erhalten und die Umsetzung an seinen Kreisverband Hannover-Land/Schaumburg delegiert. In der Übergangsphase bis zur vollständigen Übergabe der Unterkunft an entsprechend ausgebildete hauptamtliche Kräfte wird der Betrieb weiterhin mit Unterstützung aller niedersächsischen ASB-Gliederungen mit Hilfe von Sanitätskräften weitergeführt werden. Für Henze und seine drei Kollegen steht fest: Sollte Ihre Hilfe gebraucht und dies dienstlich möglich sein, wären sie wären jederzeit wieder bereit zu helfen – in Adelebsen oder auch anderswo.

Für Marius Schmidt und seine Kollegen Heinz Eichmann und Jan Stelzer ist das nun schon der Fall. Sie sind seit Mittwochmorgen in einer durch den ASB-Hannover-Stadt und die Johanniter-Unfall-Hilfe gemeinsam organisierten Flüchtlingsnotunterkunft in Uetze in der Nähe von Hannover im Einsatz.

Quelle: BlickPunkt Nienburg

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