Die Zukunft des Nienburger Nachtlebens

Das Ende vom „Sector“

Acht Jahre lang wurde im Sector Club jedes Wochenende gefeiert.

Nienburg - Von Max Brinkmann. Gut acht Jahre lang war im Sector Club fast jedes Wochenende Party angesagt. Damit ist bald Schluss. „Den Sector Club wird es so nicht mehr geben“, sagt Geschäftsführer Thanh Nguyen. Zumindest der Name „Sector“ ist Geschichte – so viel steht schon mal fest. Nguyen hat allerdings einige Ideen, wie die Zukunft des Nachtclubs aussehen könnte. Aber er braucht Unterstützung. 

In vier Wochen werden vorerst das letzte Mal die Türen in der Langen Straße geöffnet und es wird ordentlich gefeiert. Der Sector war Anlaufstelle für Fans verschiedener Musikrichtungen: Hip Hop, R’n’B, Reggaeton – hauptsache tanzbar. Es gab sowohl Live-Auftritte als auch DJs, die das Publikum zum Tanzen brachten.

Einer der DJ’s, die seit 2010 immer wieder in dem Club auflegten, war Nguyen selbst. Als ein neuer Geschäftsführer gesucht wurde, übernahm er den Club in seiner Heimatstadt – und so startete er im Januar 2016 mit einem komplett eigenen Team im einzigen Nienburger Nachtclub.

2016 hatte der Club immer freitags und samstags auf. Ein Jahr später musste Nguyen sich dann von einigen Kollegen trennen. Die Folge: Der Sector hatte meist nur noch am Samstag auf und es wurden 15 Aushilfen beschäftigt. „Ich habe ab 2017 alles alleine organisiert und geplant. Das Projekt hat mich ziemlich viel Zeit gekostet“, berichtet Nguyen. Zeit, die er nicht hat. Denn das Aufgabengebiet vom thanh.IT Sytemhaus, welches er 2009 gründete, hat sich vergrößert – und die IT-Branche bleibt weiterhin sein Hauptprojekt. „Da Musik schon immer meine Leidenschaft war, habe ich den Sector trotzdem weiterhin als Hobby geführt“, erklärt der 36-Jährige.

Nguyen sucht Unterstützer

Doch langsam merkte er, dass selbst dazu die Zeit fehlt. Deswegen veröffentlichte er Mitte Mai ein Statement zur Schließung des Clubs. Der Grund: Zeitmangel. „Derzeit ist der Stand, dass wir den Sector Club schließen! Eigentlich müsste ich sagen, dass ,Ich´ den Club schließe und das Wort ,Ich´ hat diesbezüglich viel zu bedeuten“, heißt es dort. Wie sieht also die Zukunft des Nienburger Nachtlebens aus?

Nguyen sagt, dass die einzige Möglichkeit sei, den Club unter neuem Konzept und neuem Namen weiterzuführen. Dazu braucht er allerdings Unterstützung. „Ich bin in Nienburg aufgewachsen und weiß, was hier gebraucht wird“, sagt er. Auch Vorstellungen für das neue Konzept hat er bereits, nur braucht er jemanden der bereit ist, das mit ihm umzusetzen, damit die einzige Location für das Nienburger Nachtleben bestehen bleibt. 

„Alles ist möglich“ 

„Ich suche jemanden, der Erfahrung und Selbstständigkeit mitbringt. Das Wichtigste ist aber die Leidenschaft. Derjenige sollte Spaß daran haben, Events zu organisieren und Verantwortung zu übernehmen“, erklärt der bisherige Geschäftsführer. Auch die Position, die ein eventueller Unterstützer oder Nachfolger einnimmt, ist noch unklar. „Es ist alles möglich“, sagt Nguyen: „Wir müssen schauen, wie es am besten passt.“

Sofern es in den Rahmen passt, könnte Nguyen sich sogar vorstellen, den Club ganz abzugeben: „Wir sind hier vertraglich gebunden und darauf müssen wir auch achten.“ Einen Club in einer anderen Stadt zu übernehmen, das kommt für ihn übrigens nicht in Frage – als DJ spielt er aber weiterhin auch außerhalb Nienburgs.

Thanh Nguyen ist Geschäftsführer vom Sector. Wie es mit dem Club weitergeht, ist noch unklar.

Wenn sich niemand findet, der den Sector Club tatkräftig unterstützen möchte, gibt es noch eine zweite Möglichkeit. Nguyen will den Club dann trotzdem weiterhin öffnen – allerdings nur nach Bedarf. Zum Beispiel bei größeren Veranstaltungen in der Innenstadt, wie dem Altstadtfest, oder auch für Firmen- oder Geburtstagsfeiern.

Bis zur Schließung wird im Sector Club aber noch sechs mal gefeiert. Besonders die letzte – die „Closing-Party“ – soll es in sich haben. „Zum Abschied bringen wir noch einmal alles mit, was wir zu bieten haben“, freut sich Nguyen schon. Egal wie es mit dem Club in der Nienburger Altstadt weitergeht, über den Sommer bleibt er auf jeden Fall geschlossen und den Namen „Sector“ wird es nicht mehr geben.

Quelle: BlickPunkt Nienburg

Das könnte Sie auch interessieren

Regierung macht Autobahnbetreiber für Unglück verantwortlich

Regierung macht Autobahnbetreiber für Unglück verantwortlich

Mia san wieder weg: Abschiede vom FC Bayern nach einem Jahr

Mia san wieder weg: Abschiede vom FC Bayern nach einem Jahr

Ford Focus im Test: Aller guten Dinge sind vier

Ford Focus im Test: Aller guten Dinge sind vier

Essen für Kinder selbst gemacht

Essen für Kinder selbst gemacht

Meistgelesene Artikel

Mehrere Hundert Polizisten durchsuchen Wohnungen in Nienburg

Mehrere Hundert Polizisten durchsuchen Wohnungen in Nienburg

Schweringer züchten niedliche Britisch Kurzhaarkatzen

Schweringer züchten niedliche Britisch Kurzhaarkatzen

Handwerkertag versetzt Besucher in Schweringen zurück in die 1950er-Jahre

Handwerkertag versetzt Besucher in Schweringen zurück in die 1950er-Jahre

Mehrere Windhosen im Landkreis Nienburg 

Mehrere Windhosen im Landkreis Nienburg 

Kommentare