VC Nienburg-Damen hoffen auf fantastisches Publikum

„Alles raushauen, was geht“

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VC-Coach Thomas Plathner (Vordergrund) sowie Co-Trainer Torben Keßler (rechts im Bild) wollen „alles raushauen, was geht“,

NIENBURG - von Lutz Ritter. Die Volleyballerinnen des VC Nienburg starten in die zweite Drittliga-Saison. Trotz des siebten Platzes im Vorjahr wird der Klassenerhalt alles andere, als ein Selbstläufer.

NIENBURG - von Lutz Ritter. „Es ist das verflixte zweite Jahr! Die Euphorie des Aufstiegs ist verflogen. Aber genau daran haben wir angesetzt, dem arbeiten wir seit der ersten Trainingseinheit entgegen“, warnte Volleyballlehrer Thomas Plathner vor einer in Sportlerkreisen gleichermaßen bekannten wie giftigen Mixtur aus Zufriedenheit und Genügsamkeit. Ein Hallo-Wach-Effekt zur rechten Zeit? Durchaus möglich, schließlich beendete die 1. Damenmannschaft des VC Nienburg ihre erfolgreiche Drittliga-Premiere auf einem leistungsgerechten 7. Tabellenplatz und setzte insbesondere vor heimischem Publikum ein ums andere Mal zu ungeahnten Höhenflügen an. Soweit, so gut. Doch von einem leichten Klassenerhalt oder gar einem Selbstläufer für die kommende Spielzeit zu sprechen, käme einer mittelschweren Betriebsblindheit gleich: Einerseits fehlte dem letztjährigen nordertörschen Angriffsspiel dann doch das nötige Quäntchen an Variabilität, andererseits behinderten vermeidbare Annahmeprobleme einen effektiveren Angriffsaufbau; was in Summe dazu führte, dass - allen voran in fremder Umgebung - weitaus mehr Geschenke als nötig verteilt wurden. Selbiges weiß auch Coach Thomas Plathner, der, mittlerweile in seinem 5. VC-Jahr, zumindest an die Erfolge der Rückrunde anknüpfen möchte: „Wir dürfen uns nicht selbst im Weg stehen. Nur mein zweiter Blick gilt der Tabelle. Primär liegt der Fokus auf der Entwicklung jeder einzelnen Spielerin. Einige werden mich vielleicht mit großen Augen anschauen, doch nicht nur unsere jüngeren Damen, alle in der Mannschaft haben noch Luft nach oben. Dieses Potenzial möchte ich freisetzen“, verriet Nienburgs Übungsleiter seine nach wie vor ungebrochene Motivation, den Drittligisten auf eine abermals schwere Saison vorzubereiten. Messen dürfen sich Julia Höftmann & Co. dabei mit den drei Aufsteigern SV Blau-Weiß Dingden (jeweils Heimspiel: 01.11., 18 Uhr), RC Sorpesee (15.11., 18 Uhr) und GfL Hannover (06.12., 16 Uhr) sowie den etablierten Teams um VC SFG Olpe (11.01., 16 Uhr), SSF Fortuna Bonn (17.01., 18 Uhr), TV Cloppenburg (01.02., 16 Uhr), TV Eiche Horn Bremen (21.02., 18 Uhr), SG Langenfeld (07.03., 16 Uhr) und SV Bad Laer (21.03., 18 Uhr). Allesamt Mannschaften, die in ihrer erfahrungsgemäß hoch einzuschätzenden West-Staffel ein gewichtiges Wörtchen im Rahmen der Punktevergabe mitsprechen wollen. Trotz einer suboptimalen Vorbereitung (“Oktoberfestbesuche stören mich ebenso wie anderweitige Urlaubsansprüche“) und zurückhaltender Testspielerkenntnisse (“Aufsteiger Sorpesee hat da wirklich Spielerinnen im Rang einer Jugendnationalmannschaft auf die Platte gebracht“), sieht Plathner den sportlichen Aufgaben gelassen entgegen. „Während meiner krankheitsbedingten Abwesenheit hat mich Torben (Co-Trainer Torben Keßler, die Redaktion) maximal gut vertreten. Die Arbeit im Krafttrainingsbereich verlief hervorragend, und der komplette Kader verfügt über eine gute Fitness“, lobte Nienburgs Übungsleiter den gegenwärtigen Leistungsstand seiner zwölf Damen. Gerne hätte der 45-jährige dabei auf eine weitere, sprich dritte Mittelblockerin zurückgegriffen. Aber auch ohne diese Wunschverstärkung werden die Weserstädterinnen fraglos mit einer schlagkräftigen Truppe zum ersten Auswärtsspiel am kommenden Samstag nach Olpe (Anpfiff 19 Uhr) reisen. „Wir haben keine Riesenspielerin, die alles tot macht, sondern werden immer die gesamte Mannschaft brauchen, um ein positives Ergebnis zu erzielen“, fasste Plathner die aktuelle Personalsituation zusammen und lobte insbesondere Stellerin Irina Gerlinger, die Nienburgs Neuzugänge Julie Mota (Außenangriff) und Kayla Mainer (Diagonal) schnell in gewohnte Spielabläufe einzubinden verstand. Kompensieren muss der Drittligist hingegen die Abgänge von Nacera Belala (forderte ihren Pass an) sowie Nina Keßler (Laufbahn beendet), wobei insbesondere VC-Instanz Keßler schlichtweg nicht zu ersetzen ist. „Mit Nina hat der Häuptling seine Indianer verlassen“, metaphorisierte Plathner treffend den Weggang seiner langjährigen Mannschaftsführerin. Eine Nachfolgerin für das Kapitänsamt werde demokratisch aus dem Spielerrat gewählt, stehe derzeit aber noch nicht fest, ergänzte das Trainerduo. Bauen wollen die Kreisstädterinnen einmal mehr auf ihr fantastisches Heimpublikum. Bereits im Vorfeld wurden erfolgreich Dauerkarten verkauft und auf die neuen Anpfiffzeiten (sieben Heimspiele werden sonnabends ausgetragen) aufmerksam gemacht. „Jeder Zuschauer soll etwas erleben und mit Freude zu uns kommen“, wünschte sich Plathner, der lediglich hofft, dass aufgrund von Wartungsarbeiten an der KBS-Halle die ungleiche Verteilung zulasten von sechs Heimspielen während der zweiten Jahreshälfte zu keinem „Volleyballverdruss“ führt. „Die Interaktion, ja die Symbiose zwischen Publikum und Mannschaft soll weiterhin so positiv wie nur irgend möglich ausfallen. Einsatz, Leistungsbereitschaft aber eben auch Erfolg sind hierfür unabdingbar. Deswegen werden wir auch dieses Jahr alles raushauen, was geht“, versprach Nienburgs Übungsleiter, sich den Worten Mats Hummels vom Vorabend des geschichtsträchtigen WM-Halbfinalerfolgs über Gastgeber Brasilien anschließend.

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