Hilgermissens Dorferneuerungs-Programm steht in den Startlöchern

Nichts passiert ohne die Impulse der Einwohner

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Samtgemeindebürgermeister Detlef Meyer (Zweiter von links) gratulierte gestern Hilgermissens Bürgermeister Johann Hustedt (Dritter von rechts) zum Erfolg. Auch der Landtagsabgeordnete Grant Hendrik Tonne, der Leiter des Amts für Regionalentwicklung Helmut Weiß, Dezernentin Ursula Nietfeld sowie Ratsmitglied Tim Stegemann (von links) freuen sich über die Aufnahme der Gemeinde in das Dorferneuerungs-Pprogramm. ·

Hoya - „Am Ende waren wir doch sehr überrascht, wie schnell es ging“, kommentierte Samtgemeindebürgermeister Detlef Meyer gestern die Aufnahme von Hilgermissen in das Dorferneuerungs-Programm (wir berichteten). Hilgermissen ist eine Kommune von 15, die das Land Niedersachsen in den nächsten Jahren mit insgesamt 115 Millionen Euro unterstützen wird. Es seien bereits intensive Gespräche geführt worden, sagte Meyer. Bis genaue Maßnahmen feststehen, werde es aber noch dauern. Der Samtgemeindebürgermeister: „Die Erwartungen sind groß. Wir werden uns sicherlich zwischendurch immer wieder erden müssen.“

Detlef Meyer traf sich gestern im Hoyaer Rathaus zu einer offiziellen Bekanntgabe mit Hilgermissens Bürgermeister Johann Hustedt, dem Landtagsabgeordneten Grant Hendrik Tonne (SPD), Ratsmitglied Tim Stegemann und den Vertretern des Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung (LGLN) Helmut Weiß und LGLN-Dezernentin Ursula Nietfeld.

Der Rat Hilgermissen hat sich bereits mit der künftigen Dorfentwicklung beschäftigt und einen ersten Leitfaden entwickelt, der Vorschläge und Ideen enthält. Mögliche Arbeitsfelder daraus könnten sein: Stärkung von sozialen und kulturellen Einrichtungen sowie Erhalt und Entwicklung des Ortskerns als Besuchermagnet.

„Alle Vorschläge werden wir nicht verwirklichen können“, sagte Detlef Meyer. Den genauen Dorferneuerungsplan erarbeiten die Einwohner und Politiker in den nächsten zwölf Monaten. In Hilgermissen sieht Meyer im Bereich der Mobilität Handlungsbedarf. Auch Dorfläden seien ein wichtiges Thema auf dem Land. Ein Alleingang der Politik komme nicht infrage: „Wir wollen mit den Bürgern zusammenarbeiten.“ Dem pflichtete Helmut Weiß bei. Er ist der Leiter der Regionaldirektion des LGLN in Sulingen: „Die Dorferneuerung geht von den Bürgern aus. Wenn die sich zurücklehnen und nichts machen, passiert auch nichts.“ Aber die Hilgermisser hätten sich mit dem Leitfaden schon auf den Weg gemacht. „Sie packen das an“, sagte Weiß zu Hilgermissens Bürgermeister Johann Hustedt. Der bestätigte ein großes Interesse der Einwohner: „Alle sind gespannt und fragen, was als Nächstes passiert.“ Er sei guter Dinge, eine Lösung für alle erarbeiten zu können. „Es herrscht ein reges Vereins- und Kulturleben. Außerdem bieten wir viele Arbeitsplätze. Wenn wir gefördert werden, dann werden wir auch nicht aussterben.“

Mit der Gemeinde Hilgermissen wird zum ersten Mal nicht ein einzelnes Dorf, sondern eine Dorf-Region gefördert, sagte Ursula Nietfeld von der LGLN. In diesem Fall sei die Entwicklung von Gemeinschaftsaktionen besonders wichtig. „Regionen müssen mit Schwerpunktmaßnahmen versorgt werden“, sagte sie. Danach müsse man nun Ausschau halten.

„Ich freue mich sehr für die Einwohner in Hilgermissen. Und wünsche allen viel Erfolg“, sagte der Landtagsabgeordnete Grant Hendrik Tonne. Ihm sei besonders eins wichtig: „Lebensqualität muss erhalten bleiben, und die Einwohner müssen sich in den Ortschaften wohlfühlen.“

Tonne konnte eine Höhe der Fördermittel nicht benennen. „Sie steht nicht fest. Erst wenn es konkrete Maßnahmen gibt, wird auch gefördert.“ Ursula Nietfeld bestätigte: „Die EU-Gelder fließen frühestens Ende des Jahres.“ Hilgermissen muss in Vorleistung gehen. „Wir können das zunächst aus unseren Rücklagen finanzieren“, sagte Johann Hustedt.

Die 15 ausgewählten Kommunen haben höchstens zwei Jahre Zeit, das Dorfentwicklungs-Verfahren zu planen. Danach wird mit dem Amt für Regionalentwicklung in Sulingen ein genauer Zeitplan festgelegt und Förderanträge gestellt.

Bevor sich Hilgermissen um die Aufnahme in das Dorferneuerungs-Programm bemühte, hatte die Firma Grontmij die Stärken und Schwächen der Region ermittelt. Besondere Probleme bereiten der Kommune demnach der schlechte Zustand einiger Gebäude in den Dörfern und die sinkende Zahl an Landwirten sowie demografischer Wandel. · at

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