Nur noch eine, statt zwei Operationen

Neues Verfahren zur Knorpelzelltransplantation im Nienburger Krankenhaus

Mohamad Haman, Sektionsleiter Orthopädie, und Dr. Michael Stalp, ärztlicher Direktor, mit der Zentrifuge zur Anmischung der Komponenten
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Mohamad Haman, Sektionsleiter Orthopädie, und Dr. Michael Stalp, ärztlicher Direktor, mit der Zentrifuge zur Anmischung der Komponenten (v.l.). 

Ein neues Verfahren in den Helios Kliniken Mittelweser spart eine Operation. Bisher waren für eine Knorpelzelltransplantation zwei Eingriffe notwendig.

Nienburg. Aus zwei mach eins: Seit einiger Zeit wird in den Helios Kliniken Mittelweser ein neues Verfahren im Bereich der Knorpelzelltransplantation verwendet. Während früher zwei Eingriffe nötig waren, kann jetzt alles in einer Operation mit dem sogenannten One-Stage-ACT durchgeführt werden.

Knorpelschäden in Knie-, Hüft oder Sprunggelenken können entweder durch einen Unfall oder durch Arthrose auftreten. Durch eine Knorpelzelltransplantation kann der Knorpel repariert und wiederaufgebaut werden. Dies wird in den Helios Kliniken Mittelweser bereits seit vielen Jahren durchgeführt – doch nun gibt es eine bemerkenswerte Innovation.

„Neu ist, dass wir den Eingriff jetzt in einer einzigen Operation durchführen können, wo früher noch zwei zeitlich versetzte Operationen notwendig waren“, erläutert Dr. Michael Stalp, ärztlicher Direktor und Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie in den Helios Kliniken Mittelweser.

Beim vorherigen Verfahren wurden in der ersten Operation Knorpelproben entnommen, die dann zur Anzüchtung neuer Zellen in ein Labor gesandt wurden. Drei Wochen später konnte in einem zweiten Eingriff das Gelenk eröffnet und mit Hilfe eines Vlieses die eigenen neu angezüchteten Zellen eingebracht werden.

Im Gegensatz hierzu wird das neue sogenannte One-Stage-ACT-Verfahren athroskopisch und somit minimalinvasiv durchgeführt. Zunächst wird hierbei die defekte Knorpelstelle entnommen. Aus dem Knorpelmaterial werden Resektate, also

Gewebeabschnitte, aufgefangen und mit Wachstumsfaktoren und Gewebekleber zu einer Masse vermischt. Diese wird dann direkt in den Defekt eingebracht. „Der große Vorteil für die Patienten ist nicht nur der Zeitfaktor und das Entfallen der

zweiten OP, sondern auch die Größe des Eingriffs insgesamt. Die beim alten Verfahren notwendige Gelenkeröffnung ist deutlich aufwendiger als ein arthroskopisch durchgeführtes Verfahren. Denn: Je kleiner der Eingriff, desto schneller die Heilung“, betont Mohamad Hamdan, Sektionsleiter Orthopädie und Spezialist für Wirbelsäulenoperationen. In der Nachbehandlung der beiden Verfahren ist ebenfalls kein Unterschied zu erkennen.

Bereits fünf Eingriffe dieser Art hat das Team der Orthopädie und Unfallchirurgie durchgeführt. „Die Patienten waren sehr zufrieden mit dieser neuen Methode und konnten deutlich früher wieder normal laufen. Außerdem verkürzt sich die Behandlungszeit um ganze drei Wochen, ein absoluter Vorteil für den Patienten“, freut sich Hamdan.

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