Sie mischen in der Politik mit

Neue Serie: Der Blickpunkt stellt den Jugendrat der Stadt Nienburg vor

Neun junge Menschen engagieren sich seit vergangenen Sommer in Nienburgs Politik.

Nienburg - Von Karsten Hinzmann. Politik ist spannend, aber verschlingt manchmal viel Zeit bis zu einem Ergebnis – alles das ist zur Zeit zu beobachten bei der Bildung der Bundesregierung. Aber Politik ist das Fundament für alles, was eine Gesellschaft braucht: Der Bau einer neuen Schule wird genau so politisch entschieden wie Arbeitszeiten oder die Höhe von Steuern.

Aber letztendlich ist auch der Preis einer einzelnen Banane Ergebnis von politischen Beratungen; und ob an einer Straße in Nienburg oder im Landkreis Straßenlampen stehen, entscheidet ebenfalls eine Runde von Menschen verschiedener Parteien, die ihre Meinungen in einem Rat austauschen und miteinander eine Entscheidung fällen.

Seit Sommer hat Nienburg einen Jugendrat, das heißt, neun Mädchen und Jungen zwischen zwölf und 21 Jahren wollen in der Politik mitmischen, um in Nienburg etwas zu verändern. Ein ungewöhnliches Engagement in Zeiten, in weniger Menschen zu Wahlen gehen, und Menschen immer stärker an Politikern zweifeln. Grund genug, die Kandidaten vorzustellen, schließlich sind Menschen mit einer klaren politischen Meinung und politischem Interesse selten geworden.

Sie bewirken etwas

Vor allen Dingen bekräftigen sie ihren Glauben an die Institutionen, das heißt, sie verzichten darauf, sich politischen Bewegungen anzuschließen, sondern unterstützen die klassischen Gremien einer Gemeinde oder Stadt, also den Rat als Runde derjenigen Politiker, die entscheiden und die Ausschüsse, in denen, nach Themen aufgegliedert, Ratsbeschlüsse vorbereitet werden. Die Mitglieder des Nienburger Jugendrats sind mittendrin, wenn politische Entscheidungen für Nienburg und den Landkreis getroffen werden. Jeder Jugendliche hat sich in der ersten Sitzung nach der Wahl für mindestens einen Ausschuss entschieden.

Nach erfolgreicher Gründung: Der Jugendratsvorsitzende Oliver Maas und Bürgermeister Henning Onkes in der konstituierenden Sitzung.

Das heißt, sie helfen mit, Entscheidungen vorzubereiten, bringen dadurch ihre Sicht und die Sicht der Nienburger Jugendlichen mit ein. In den Ausschüssen können sie auch ihre Themen mit auf die Tagesordnung setzen und schauen, welches erwachsene Ausschussmitglied dieses Thema aufgreift und mit in den Rat einbringt. Dadurch können auch die Jugendlichen schon etwas bewirken. Erstmal in der kleinen Runde des Fachausschusses. Daneben treffen sich die Jugendlichen selbst in Intervallen, um zu beobachten, was sie bewirkt haben, beziehungsweise welche Themen sie gemeinschaftlich stärker in den Entscheidungsprozess der erwachsenen Kommunalpolitiker einflechten möchten – auch dabei ist schon wichtig, dass sich der Jugendrat zu gemeinsamen Entscheidungen hin bewegt. 

Begriffen wie Demokratie funktioniert

Natürlich lernen sie dabei auch, dass Politik eben vor allem aus Disziplin, Zielstrebigkeit und Kommunikation besteht: Ausschuss- und Ratsmitglieder müssen ständig lesen, was zu den aktuellen Themen an neuen Informationen vorliegt; und das ist oft eine Menge an Papier. Sie müssen regelmäßig an den Sitzungen teilnehmen und sie müssen für ihre Themen mit den schlagkräftigen Argumenten für ihre Themen streiten lernen und eventuell Allianzen schmieden, um eine Mehrheit für ihr Anliegen zu gewinnen.

Diese jungen Menschen im Jugendrat haben begriffen, dass Demokratie nur funktioniert, wenn viele mitmachen. Wir stellen diese besonderen Menschen im Blickpunkt in den kommenden Wochen kurz vor – anhand eines für alle gleichen Fragebogens.

Die Mitglieder

Merouan Ago

Dilyar Baydak

Hendrik Maas

Quelle: BlickPunkt Nienburg

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