Telefonumfrage des Betriebes Abfallwirtschaft: Fast überall gute Ergebnisse

Lob für die „Müllmänner“

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Ließen sich die Ergebnisse von Ute Kerber präsentieren: Frido Dieckmann (Mitte) und Thomas Schwarz (r.).

Landkreis - Von Nikias Schmidetzki. Immer diese Kosten. Die Gebühren waren es, die den Verantwortlichen des Betriebes Abfallwirtschaft Nienburg/Weser (BAWN) das Ergebnis einer groß angelegten Umfrage ein wenig versauern könnten – aber auch nur ein wenig. Denn insgesamt braucht sich der Betrieb mit den Antworten nicht zu verstecken.

Dem Verwaltungsrat stellten Ute Kerber, Geschäftsführerin von LQM Marktforschung, BAWN-Vorstand Frido Dieckmann und Verwaltungsrats-Vorsitzender Thomas Schwarz die Auswertung gestern vor. Und die kann sich sehen lassen: Bei der „Zufriedenheit mit dem Entsorger“ liegt der BAWN deutlich über dem angestrebten Vergleichswert – dem sogenannten Benchmark. Besonders hervor stechen Service und Flexibilität, und selbst beim Umweltbewusstsein steht das Unternehmen gut dar. Nur bei den Gebühren eben nicht. Aber die beurteilten Befragte im Allgemeinen immer eher schlecht – schließlich geht es ums Geld.

Die Vergleichswerte zog LQM aus Umfragen anderer Kommunen, bei denen die Marktforscher ebenfalls Kunden befragt hatten. „Dadurch haben wir einen Vergleich und nicht nur relative Zahlen“, erklärte Ute Kerber gestern. 500 Einwohner des Landkreises ab 18 Jahren hatte LQM telefonisch befragt. Und: „Die Akzeptanz war gut“, hatte sich Thomas Schwarz gleich am Anfang gefreut.

Noch positiver dürften er, Dieckmann und der Verwaltungsrat aber die Ergebnisse aufgenommen haben. In sieben Bereichen liegt der BAWN an der Spitze aller Unternehmen, und insgesamt spielt er überall gut mit, erfüllt die erhofften Benchmarks.

Regionale Unterschiede waren nicht aufgetreten. Eine Differenz gab es allerdings doch. „Die Eigentümer sind zufriedener – zum Teil sogar viel zufriedener – als die Mieter“, betonte Ute Kerber. Daran müsse man arbeiten, meinte Dieckmann.

Offen blieb, was die Kunden von der Gelben Tonne halten. Zum Zeitpunkt der Umfrage gab es noch die Gelben Säcke, mit deren Entsorgung zwar die meisten auch zufrieden waren. Dort jedoch gab es auch einige Kritiker. Und die seien bei dem System immer da, erklärte Ute Kerber. Einigen gefiele das System „Gelber Sack“ einfach nicht, dann rissen immer wieder Säcke, was stets zu Unzufriedenheit führe.

Aber unterm Strich waren es überdurchschnittlich gute Antworten, die LQM vorgelegt hat. So sehr, dass Negatives sogar oftmals in den Hintergrund trat. Bei der Frage, was den Kunden besonders wichtig sei, landeten Punkte wie Freundlichkeit und Erscheinungsbild der Müllwerker beispielsweise noch vor den gescholtenen Gebühren.

„Ich freue mich, dass unsere Arbeit sehr gut wahrgenommen wird“, war Dieckmann am Ende begeistert – konnte er die Zahlen guten Herzens dem Verwaltungsrat präsentieren. Aber: Ausruhen wolle man sich auf den Lorbeeren nicht. Denn: „Gut sein ist eines, gut bleiben ist auch wichtig“, brachte es Thomas Schwarz auf den Punkt. Der erste Schritt könne dazu eine bessere Aufklärung über die Kosten sein, meinte Dieckmann. So war die Gebührensenkung nur gut einem Drittel bekannt. Dass so mancher Abfall durch eine einheitliche Grundgebühr kostenlos entsorgt werden kann, war vielen nicht bekannt. Dafür liege im Bereich Biomüll noch Potenzial – durch das Gebühren gegebenenfalls gesenkt werden könnten, erklärte BAWN-Chef Dieckmann. Dann könnte auch im Falle einer weiteren Umfrage bei den Kosten nicht mehr der Schwarze Peter liegen.

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