Stadtentwicklungsausschuss empfiehlt Bebauungsplanänderung

Politik ebnet Weg für Nienburger Uhrturm-Investitionsprojekt

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Es soll eine U-förmige Anlage entstehen, bei der zwei Neubauten das bestehende Gebäude einrahmen.

Nienburg - Von Leif Rullhusen. Der erste Schritt im langwierigen Bebauungsplanverfahren ist gemacht. Es ist zwar ein erster, aber dennoch richtungsweisender und somit entscheidender Schritt.

Der Nienburger Stadtentwicklungsausschuss empfiehlt eine Änderung des Bebauungsplanes „Dienstleistungspark im Meerbachbogen“ im Bereich des Uhrturmgebäudes. Einstimmig votierten die Politiker in der Sitzung des Gremiums am Donnerstagabend dafür, dort die Beschränkungen für die Nutzung als Wohnraum aufzuweichen.

In welchem Umfang in dem Uhrturmgebäude der ehemaligen britischen Mudra-Kaserne und den geplanten Anbauten an das historische Bauwerk – jeweils ein Flügel an den Flanken – in Zukunft einmal Wohnungen erlaubt sind, wird das weitere Bebauungsplanverfahren ergeben. Grundsätzlich soll eine U-förmige Anlage entstehen, bei der zwei Neubauten das bestehende Gebäude einrahmen. Das soll äußerlich nahezu unverändert bleiben.

Derzeit dürfen Wohnungen erst oberhalb des ersten Geschosses entstehen. Der Investor, die Meerbachbogen Projektgesellschaft aus Bremen, hatte beantragt, Wohnungen bereits oberhalb des Erdgeschosses zuzulassen. In den Plänen, die Bernd Lange vom, mit der Planung beauftragten Architekturbüro „Landwehr & Partner“ im Ausschuss präsentierte, war darüber hinaus auch die Rede von Wohnungen im Erdgeschoss – allerdings nur in einem der zusätzlich geplanten Seitenflügel.

Ziel: Wohnungen für Nienburg 

Diese sorgten zunächst für Diskussionsstoff anderer Art. Der Liberale Heiner Werner bezeichnete sie aufgrund ihrer Höhe und Breite als „sehr dominant und wuchtig“. „Der Uhrturm muss das zentrale Gebäude bleiben“, forderte Jörg Wojahn (CDU). Und WG-Fraktionschef Frank Podehl äußerte Bedenken, dass die Flügel das Uhrturmgebäude „erdrücken“ würden. Bedenken, die bei einer reinen Wohnraumnutzung hinfällig wären, argumentierte Lange. Dann nehme die Geschosshöhe nämlich von 3,80 auf etwa 2,80 Meter ab. Die Oberkante der Anbauten lägen etwa auf Traufhöhe des zentralen Uhrturmgebäudes.

Auch eine Lösung für die Sorge des Grünen-Fraktionsvorsitzenden Peter Schmithüsen, dass der gesamte Innenhof des zukünftigen Gebäudekomplexes eine einzige Parkplatzfläche werde, hatte der Architekt. Zum einen soll unter den Anbauten Parkraum geschaffen werden und zum anderen will man an die Stadt herantreten, ob nicht ein Teil des direkt angrenzenden Amalie-Thomas-Platzes als Parkplatz für das Uhrturm-Ensemble ausgewiesen werden könne.

Kein Nachteil für Gewerbe im Meerbachbogen 

Wojahn forderte zudem, dass eine Aufweichung des Bebauungsplanes bezüglich der Wohnraumnutzung keine Nachteile für bereits ansässiges sowie zukünftiges Gewerbe haben dürfe.

In welchem Umfang Wohnungen möglich sein werden, hänge letztendlich von einem Schallschutzgutachten ab. Das müsse im Rahmen des weiteren Änderungsverfahrens angefertigt werden, erklärte Claas Bigos, Leiter des Sachgebietes Stadtplanung und Umwelt. Aktuell gehe es um einen grundsätzlichen Beschluss, den Bebauungsplan überhaupt ändern zu wollen und dem Investoren damit ein entsprechendes Signal zu geben.

Das gaben die Mitglieder des Fachausschusses am Ende mit ihrem einstimmigen Votum deutlich.

Quelle: BlickPunkt Nienburg

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