Das Polizeimuseum Niedersachsen in Nienburg hat seit gestern geöffnet

Geschichten von Mördern und Wachleuten

„Nienburg ist die Heimat der Polizei“: Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann bei der Festrede zur Eröffnung.
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„Nienburg ist die Heimat der Polizei“: Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann bei der Festrede zur Eröffnung.

Nienburg - Von Nikias SchmidetzkiEin Bekenntnis zur Kreisstadt: „Nienburg ist die Heimat der Polizei“, sagte Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann bei der gestrigen Eröffnung des Polizeimuseums des Landes. Nach der Akademie gehöre die Ausstellung klar dazu, meinte er vor dem offiziellen Rundgang mit geladenen Gästen.

Am Ende war alles sehr schnell gegangen. Erst im Frühjahr hatte Schünemann vorgeschlagen, aus der bisherigen Polizeigeschichtlichen Sammlung ein öffentliches Museum entstehen zu lassen. Nur etwa zehn Wochen dauerte es schließlich, bis das seit Jahren leerstehende Geschäftshaus an der Langen Straße in der Nienburger Altstadt umgebaut und sämtliche Exponate untergebracht waren.

„Ich habe mich über Ihre Entscheidung sehr gefreut, Herr Schünemann“, machte der Direktor der Polizeiakademie, Johannes-Jürgen Kaul, keinen Hehl aus seiner Begeisterung. Aber auch den Helfern, die sich unermüdlich für Umbau und Umzug engagiert hatten, sprach er seine Anerkennung aus. Neben zahlreichen Studenten waren das insbesondere Firmen aus der Region. Häufig sei er angesprochen worden, ob die Polizei ein Museum benötige. „Ich meine, die Antwort ist ganz klar: ja“, betonte Kaul. Neben einer Aufklärung über die Entwicklung der Polizei solle die Einrichtung auch ein Ort zum Verweilen sein.

Besonders Bürgermeister Henning Onkes hatte für die Entscheidung pro Nienburg nur Lob übrig. „Die Fläche gewinnt auch manchmal gegen das Zentrum“, sagte er. Ein solches Museum biete nicht nur für die Polizei eine Riesenchance, auch für den Städtetourismus sei die Eröffnung ein wichtiger Schritt. Vor allem vor dem Hintergrund, dass dem Bundeswehr-Standort rund 500 Stellen verloren gingen, sei so eine Entwicklung besonders positiv.

Ganz praktisch zeigte Johann Ahlers als Vertreter des scheidenden Landrats Heinrich Eggers, dass auch der Landkreis die Museumsarbeit unterstützen wolle. Er übergab Johannes-Jürgen Kaul und Dr. Eilert Ommen, Leiter des Museums Nienburg, zwei historische Vorschriftsverzeichnisse. Dank sprach er vor allem denjenigen aus, die sich finanziell an der Umsetzung beteiligt haben – Stadt und Landkreis Nienburg, Landschaftsverband Weser-Hunte, Museum Nienburg sowie letztlich auch die Stiftung der Sparkasse Nienburg.

Neben einem geschichtlichen Abriss zur Polizeientwicklung vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert beinhaltet das Museum auch einen Ausstellungsteil mit zahlreichen Fortbewegungsmitteln der Polizei zu Lande, im Wasser und in der Luft sowie einen Einblick in die Kriminalistik und Ermittlungsarbeit. Unter anderem widmet sich ein Teil dem Fall um den Mörder Fritz Haarmann, der Anfang des 20. Jahrhunderts wegen Mordes an 24 Jungen zum Tode verurteilt worden war.

„Hier wird aus einer Sammlung ein Museum“, brachte es Dr. Ommen auf den Punkt. Schließlich hatte es bislang nur die Sammlung gegeben, die in Hannover lediglich nach Absprache zugänglich war.

Das Museum steht Besuchern unentgeltlich zur Verfügung. Im nächsten Jahr sollen – abhängig von Besucherzahlen und Nachfrage – Führungen hinzukommen. Außerdem soll das Angebot stets ergänzt werden – oder wie es Uwe Schünemann sagte: „Ein Museum ist nie zu Ende, sondern muss jeden Tag weiterentwickelt werden.“

Öffnungszeiten sind dienstags bis donnerstags von 10 bis 17 Uhr, freitags von 10 bis 13 Uhr und sonntags von 14 bis 17 Uhr.

Erreichbar ist das Polizeimuseum unter Tel. 0 50 21/ 8 87 78 80.

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