Rehburg-Loccum: Am Mittwoch vereidigt der Rat den Hüsemann-Nachfolger

Martin Franke übernimmt den Bürgermeister-Stuhl

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Alter Arbeitsplatz, neue Aufgabe: Martin Franke wechselt im Rehburg-Loccumer Rathaus auf den Chefsessel. ·

Nienburg - REHBURG-LOCCUM · Ein deutliches Mehr an Trubel hat Martin Franke zu erwarten, wenn er ab Mittwoch nicht mehr in seinem Zimmer im Bauamt des Rehburg-Loccumer Rathauses sitzt und stattdessen den Chefsessel einnimmt. Am Abend seines ersten Tages als Bürgermeister der Stadt wird er in der Sitzung des Rates vereidigt.

Eigentlich ist ihm nichts neu von dem, was an Aufgaben auf ihn zukommt. Schließlich hat Martin Franke schon seine Ausbildung in diesem Rathaus gemacht und in den 22 Jahren, in denen er dort nunmehr arbeitet, in unterschiedlichen Positionen gewirkt.

Dass mit seinem Sieg bei der Kommunalwahl am 11. September 2011 aber dennoch vielfältige neue Aufgaben auf ihn zukommen – darüber hat er sich in den vergangenen Monaten ein lebhaftes Bild machen können. Antrittsbesuche in Ministerien und anderen Institutionen hat er gemeinsam mit seinem Vorgänger Dieter Hüsemann absolviert, hat sich durch Aktenberge gewühlt und will nun einen ruhigen Übergang schaffen, bei dem vieles, das sich bewährt hat, beim Alten bleiben soll, mit dem er aber auch einige Schwerpunkte setzen will.

Eine erste Position hat er bereits in der jüngsten Sitzung des Finanzausschusses bezogen: Konsolidierung sei in den kommenden Jahren insbesondere nach Investitionen wie dem Bau der Stadtsporthalle in Loccum angesagt, aber Stillstand im Stadtgeschehen solle das dennoch nicht bedeuten, sagte er den Ausschussmitgliedern.

Der 45-jährige Rehburger setzt vielmehr darauf, im Rahmen der Möglichkeiten der Stadt auch weiterhin Stadtentwicklung zu betreiben. Ein wichtiger Punkt auf seiner Agenda ist die Fortführung und Umsetzung des im vergangenen Jahr begonnenen Stadtsanierungsverfahrens für Rehburg. Die Ergebnisse aus dem Bürgerbeteiligungsprozess zur Neugestaltung und verkehrlichen Entlastung der Durchgangsstraße in Rehburg umzusetzen, ist eines seiner vorrangigen Ziele.

Ebenso weit oben auf der Liste des neuen Bürgermeisters steht der Tourismus. Das Jubiläum des Loccumer Klosters im kommenden Jahr solle die Stadt intensiv nutzen, um Touristen klarzumachen, dass es sich lohne, nicht nur das Kloster, sondern die anderen Seiten der Stadt kennenzulernen.

Aber auch der gesamte Bereich der Betreuungsmöglichkeiten für Kinder – angefangen bei den Krippen über die Kindergärten bis zu den Schulen – ist Franke wichtig. Insbesondere will er in den Gremien darüber diskutieren, wie die Weichen angesichts sinkender Geburtenraten gestellt werden sollen. Derzeit hänge zwar über keiner Einrichtung das Damoklesschwert der Schließung, meint Franke, die Diskussion müsse aber bereits jetzt begonnen werden und nicht erst dann, wenn die Lage akut werde.

Alle Beteiligten – von den Eltern bis zu Erziehern und Lehrern – will er zu diesen Beratungen hinzuziehen und gemeinsam nach Lösungen suchen.

Was dann noch zu den ersten Aufgaben des neuen Bürgermeisters gehört, ist die Umstrukturierung im Rathaus. Sein Posten als Bauamtsleiter wird neu besetzt – an der Einarbeitung des Mitarbeiters wird er aktiv beteiligt sein. Und da Franke nicht sein eigener Vertreter sein kann, kommt auch ein neuer allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters ins Rathaus.

Die Fülle der Aufgaben schrecke ihn aber nicht, sagt Franke. Auf seine Arbeit als Bürgermeister der Stadt mit allen ihren Facetten freue er sich nach wie vor. · ade

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