Gewerbeaufsichtsamt benötigt Zeit, die der Firma mehr und mehr wegläuft

Macht Wiesenhof in Wietzen womöglich komplett dicht?

Die geplante Wiesenhof-Erweiterung in Wietzen ist ins Stocken geraten. Ist jetzt sogar der Standort in Gefahr?

Wietzen - Von Kurt Henschel. Wietzens Wiesenhof-Geschäftsführer Gerhard Bodenburg ließ gestern seinem Frust freien Lauf. Er äußerte sich „sehr enttäuscht“ von denen, die mit ihren Einwendungen gegen die geplante Erweiterung des Betriebes nicht nur für Unruhe gesorgt hätten, sondern das Erweiterungs-Projekt tatsächlich gefährdeten.

Doch damit nicht genug: „Wenn es noch mehr Ärger gibt, dann macht mein Chef in Visbek den Laden hier komplett dicht“, so Bodenburg im Hickhack um den Standort Wietzen, den er selbst als sein „Lebenswerk“ betrachtet.

„Unser Plan ist komplett durcheinandergeraten“, so Bodenburg. Der Grund dafür sind die Einwendungen, die bei der Genehmigungsbehörde, dem Gewerbeaufsichtsamt in Hannover, inzwischen vorliegen. „Es sind rund 1300“, erklärte der stellvertretende Leiter des Gewerbeaufsichtsamts, Dr. Uwe Licht-Klagge.

Wegen der hohen Zahl an Einwendungen hatte seine Behörde den ursprünglich für den 11. September im Dorfgemeinschaftshaus in Holte geplanten Erörterungstermin abgesagt. „Ein neuer Termin steht noch nicht fest. Wir brauchen ein paar Wochen, um die Einwendungen inhaltlich auszuwerten“, sagte Licht-Klagge gestern auf telefonische Nachfrage. Diese Zeit rennt Wiesenhof weg – obwohl Licht-Klagge vermutet, den Erörterungstermin „noch dieses Jahr“ terminieren zu können.

Der Erörterungstermin, so Licht-Klagge, „ist nicht öffentlich“. Zugelassen seien lediglich diejenigen, die Einwendungen eingereicht hätten. Im Anschluss an diese Versammlung, an der auch Vertreter der Firma Wiesenhof sowie der beteiligten Behörden teilnehmen können, erfolge beim Gewerbeaufsichtsamt der Abwägungsprozess, der in eine Entscheidung münde, wie Licht-Klagge erklärte.

Wertvolle Zeit, die Wiesenhof verliert. 2014 sollte die Erweiterung eigentlich erledigt sein, so Bodenburg. Der Geschäftsführer aus Wietzen sorgt sich wegen der Plan-Verzögerungen um Verträge mit Landwirten, die entweder bereits abgeschlossen beziehungsweise noch abzuschließen sind.

„Sehr dünnhäutig“ und richtig angefressen sei er im Moment, wie Bodenburg erklärte. „Alle haben stets Zuwendungen von Wiesenhof bekommen. Ich hatte stets ein offenes Ohr für alle“, so der enttäuschte Geschäftsführer ob der vielen Proteste gegen die geplante Erweiterung auf ein Schlacht-Volumen von bis zu 250.000 Tieren täglich.

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