Im Loccumer Gerätehaus wird es eng

Luxusproblem der Feuerwehr Loccum: Es gibt immer mehr Brandbekämpfer

Feuerwehrmann im gerätehaus
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Dicht an dicht hängen die Ausrüstungen der Feuerwehrleute im Gerätehaus. Heinrich Brase freut das.

Loccum - „Wenn ich zum Einsatz mitfahren möchte, muss ich mich ganz schön beeilen“, sagt Heinrich Brase schmunzelnd. Dem Loccumer Ortsbrandmeister ist es tatsächlich schon passiert, dass kein Platz in den Feuerwehrfahrzeugen mehr für ihn frei war und er unverrichteter Dinge wieder nach Hause gehen musste. Er nennt es das Luxus-Problem der Freiwilligen Feuerwehr.

Das Luxus-Problem sind die vielen aktiven freiwilligen Feuerwehrleute in Loccum. Nicht, dass ihn nun jemand falsch verstehe, sagt Brase und hebt den Zeigefinger. Er und sein Team freuen sich über jeden Freiwilligen, der neu hinzukommt. Erst vor einigen Wochen haben zwei Jugendfeuerwehrleute ihre Truppmann-Ausbildung bestanden. Eine Konsequenz daraus: Auch diese beiden dürfen nun ausrücken, wenn es brennt, wenn geborgen und gerettet werden muss. Die nächste Konsequenz: Jeder von ihnen braucht im Gerätehaus einen Haken für die eigene Ausrüstung, für Stiefel und Schutzhelm.

Doch dort wird es eng. Denn jetzt sind es sage und schreibe 63 Feuerwehrleute, die zum Einsatz kommen können – und der Platz für die Haken im Gerätehaus ist begrenzt. „Neulich haben wir neu sortiert“, sagt Heinrich. Wer nicht so oft ausrückt, hat weiter hinten einen Haken bekommen. Ein Luxus-Problem – das sich aber behebt, wenn in den nächsten Jahren das Gerätehaus entweder erweitert oder neu gebaut wird.

Bis dahin kommen sie klar in Loccum und freuen sich eigentlich doch diebisch, dass sie in Zeiten, in denen viele Feuerwehren über Mitgliederschwund klagen, solche Sorgen nicht haben.

Nur wenig Grund zum Klagen

An der Mannschaftsstärke der Feuerwehr ändere sich auch in Corona-Zeiten nichts, fügt Brase hinzu. Obwohl die Arbeit momentan tatsächlich nur aus Einsätzen besteht. Übungsabende sind gestrichen, und auch die vielen anderen Aufgaben, die sie nebenher erledigt haben, fallen aus.

Kein Osterfeuer 2020, kein Laternenumzug, keine Begleitung von Schützenausmärschen. Die Jugendfeuerwehr kann nur eingeschränkt Altpapier sammeln, bei der Kinder- und der Jugendfeuerwehr ruht tatsächlich nahezu alles – und doch bleiben auch die jungen Leute bei der Stange.

Für Brase gibt es also nur wenig Grund zum Klagen. Es sei denn, er möchte zu einem Einsatz mitfahren – und wird von seinen Leuten glatt zurückgelassen, weil alle Plätze schon besetzt sind. Aber auch das trägt er mit Gelassenheit. „Sollen die jungen Leute mal ran“, ist seine Ansicht. Mit seinen 63 Jahren sei er schließlich nicht mehr der Jüngste in der Riege, und in drei Jahren will er den Hut des Ortsbrandmeisters weitergeben.

Einen großen Wunsch für 2021 hat er aber doch: Im September, hofft er, hat die Pandemie sich soweit verflüchtigt, dass gefeiert werden kann: 112 Jahre Loccumer Feuerwehr. Das ist doch was.

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