42-Jährige soll ihrem Mann eine Überdosis Morphin und Insulin verabreicht haben

Loccumerin wegen heimtückischen Mordversuchs vor Gericht

Frau,die sich eine Mappe vors Gesicht hält
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Die Angeklagte vor dem Verdener Landgericht.

Rehburg-Loccum - Eine 42 Jahre alte Angeklagte aus Loccum soll am 25. Januar 2020 versucht haben, ihren Mann mit einer Überdosis Morphin und Insulin heimtückisch zu ermorden. Seit Montag muss sie sich vor dem Landgericht Verden verantworten.

Am Mittwoch sagte ihr inzwischen geschiedener Mann nun als Zeuge aus und wurde dabei auch zu einem ehemaligen gemeinsamen Pflegekind befragt. Dieses habe das Jugendamt nach drei Jahren aus der Familie genommen, weil die Angeklagte „dem Kind Tabletten gegeben haben soll, obwohl es keine gebraucht hätte“, sagte der 51-Jährige.

„Es sollte angeblich ein Loch im Herzen haben. Das hat mir meine Frau gesagt“, so der Loccumer. An anderer Stelle berichtete er von einem Rettungseinsatz bei dem es auch um das Mädchen gegangen sei. „Ich bin mal von der Arbeit nach Hause gekommen, da lagen jede Menge nasse Handtücher im Schlafzimmer.“ Seine Frau habe ihm gesagt, die „Lütsche“, ein Alter wurde nicht genannt, „sei ganz blau angelaufen und schon weg gewesen“.

Das Ganze ist nicht Teil der Vorwürfe in diesem Prozess, aber offenbar für das Gericht von Bedeutung. Der Vorsitzende Richter Volker Stronczyk bat eine psychiatrische Sachverständige, die den Prozess begleitet, die Möglichkeit eines Münchausen-Stellvertretersyndroms zu berücksichtigen. Dabei schädigen Betroffene andere Menschen (vor allem Kinder), um ihnen danach wieder zu helfen und die Rolle eines liebevollen Pflegenden zu übernehmen.

Angeklagte soll ihm mit dem Frühstück eine Überdosis Morphin zugeführt haben

Bei den Bemühungen des Gerichts, die Geschehnisse um den 25. Januar aufzuklären, war das Opfer keine große Hilfe. Laut Anklage soll ihm seine Frau mit dem Frühstück die Überdosis Morphin und im Laufe des Tages eine unbekannte Menge Insulin zugeführt haben. Dadurch sei er in einen „komatösen“ und „lebensbedrohlichen“ Zustand geraten.

Der seit 2015 aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr berufstätige Nebenkläger will an den Tattag und auch an den Tag zuvor überhaupt keine Erinnerung mehr haben. Der Vorsitzende hielt dem Mann frühere, anders lautende Aussagen vor, doch der 51-Jährige blieb dabei.

Offenbar hatte er seiner Frau, mit der er seit 2000 verheiratet war, blind vertraut. Sie habe ihm immer seine Medikamente zusammengestellt und das Insulin gespritzt. Die Medikamente geholt habe sie auch immer, was er mit einer Generalvollmacht erklärte. „Man kann den Eindruck gewinnen, dass sich um alles ihre Frau gekümmert hat“, fasste es der Vorsitzende treffend zusammen.

Die Ehe sei „eigentlich harmonisch“ gewesen. Der unerfüllte Kinderwunsch offenbar immer wieder ein Thema. Ob seine Frau mal einen Beruf erlernt hat, wisse er nicht. Sie habe früher im Pflegedienst gearbeitet und in einer Tankstelle. Dort habe er sie kennengelernt. Von dem in der Anklage benannten Liebhaber will er erst nach der Tat durch die Polizei erfahren haben. Seiner Meinung nach habe sie schon früher Affären gehabt.

Rund drei Stunden stellte sich der Geschädigte den Fragen des Gerichts und aller Verfahrensbeteiligten. Und dabei wurde auch gefragt, ob die Angeklagte ein Motiv gehabt hätte. „Aus meiner Sicht eigentlich nicht“, so der 51-Jährige. „Sie hätte das Haus geerbt“, merkte er an. Seine Frau schweigt zu den Vorwürfen. Der Prozess wird fortgesetzt. ‹

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