Sie fordern eine verstärkte Kontrolle des Motorradverkehrs in Duddenhausen

Ein Leben an der Rennstrecke: Anlieger kämpfen gegen Lärm

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Die lärmgeplagten Anwohner der Kreisstraße 136 stehen an einer der scharfen Kurven, die die Strecke so reizvoll für Motorradfahrer machen. Die Leitplanke dort ist seit 2011 im unteren Bereich mit einer Schutzschiene für Biker ausgestattet. Mehrere Fahrer haben sich in den vergangenen Jahren bei Stürzen auf der Strecke schwer verletzt. ·

Hoya - Von Michael WendtDuddenhausen/H‘hagen · WROOOOOOOOOOOM – gleich zu Beginn des Pressetermins wird deutlich, warum die Anwohner der Kreisstraße 136 an die Öffentlichkeit gehen: Der Lärm Dutzender Motorräder raubt ihnen den Nerv, lässt sie die Wochenenden nicht mehr im Garten genießen. Die Biker lieben die kurvenreiche, hügelige Strecke zwischen Hoyerhagen und Asendorf – und viele geben mächtig Gas.

In einem gemeinsamen Schreiben haben sich insgesamt 51 Anwohner an das Landesverkehrsministerium, die für die Straße zuständigen Landkreise Nienburg und Diepholz sowie die regionalen Landtagsabgeordneten gewandt. Hans-Werner Schwarz (FDP) habe sich gar nicht geregt, die Antworten aller anderen seien unbefriedigend.

Wolfgang Rustemeyer aus Hoyerhagen ist mächtig sauer: „Aus der Antwort des Landkreises Nienburg und des Ministers lässt sich eindeutig erkennen, dass unser Anliegen gar nicht erkannt worden ist – oder erkannt werden soll, was wir eher vermuten.“ Knapp 300 Meter Luftlinie liegen zwischen seinem Garten und der K 136. Aber auch er fühlt sich vom Lärm dermaßen belastet, dass er von einer Gesundheitsgefährdung spricht. Ebenso seine Nachbarin Roswita Furin. Sie ist Hauptinitiatorin des Protests.

In ihrem Schreiben hatten die Anlieger gefordert, dass Maßnahmen zur Minderung des Motorradlärms getroffen werden, etwa durch „Geschwindkeitsbegrenzungen, Überholverbote, Kontrollen oder durch Fahrverbote an Wochenenden für Motorradfahrer“. Genau darum geht es den Anliegern: um den Lärm an Wochenenden. An einem Mai-Sonntag hat Rustemeyer 156 Maschinen gezählt. Kein Wunder, in Zeitschriften und im Internet wird die Strecke von Biker zu Biker empfohlen. „Es ist jedes Jahr mehr geworden mit dem Lärm“, sagt Luise Alfke-Gehrmann. Und Diet rich Rönitz ergänzt: „Wenn die beschleunigen, gehen die Maschinen vorne richtig hoch.“ Viele Biker führen die Strecke nicht nur einmal, sondern pendelten drei, vier, fünf Mal zwischen Asendorf und Hoyerhagen.

Wolfgang Rustemeyer betont: „Wir haben nichts gegen Motorradfahrer, wohl aber gegen Motorradlärm.“ Die Fahrer sollten sich an die Regeln halten. „Wenn jemand die festgelegte Geschwindigkeit von 70 km/h einhalten muss, entsteht keine Lärmbelästigung“, sagt Rustemeyer. An diesem Punkt möchten die Anwohner ansetzen. Sie fordern in erster Linie eine verstärkte Kontrolle der Strecke. Um die Schwierigkeiten wissen sie: Es bedarf spezieller Messgeräte und zusätzlichen Personals. Denn weil Motorräder vorne kein Nummernschild haben, hilft ein Beweisfoto wenig – die geblitzten Fahrer müssen sofort angehalten werden.

Was sich die Anwohner noch wünschen, ist eine breite Reaktion aus der Bevölkerung, auch aus anderen Ecken der Region. Vielleicht ließe sich gemeinsam etwas bewegen.

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