Familie Heimsoth wohnt auf einem alten Gut im historischen Hasseler Ortskern

Ein Leben mit der Natur und ihren Launen

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Vier der insgesamt sechs Hausbewohner: Ulrike Heimsoth mit Johanna (4) sowie Heinrich Heimsoth mit Jakob (1). Es fehlen Heinrich Heimsoths Frau Heike und sein Sohn Wilken.

Hassel - Eines der wohl ältesten Gehöfte in Hassel ist das Zuhause von Heinrich Heimsoth und seiner Familie. Der 63-jährige Landwirt liebt seinen Hof inmitten des historischen Hasseler Ortskerns neben der Kirche. „Wir leben im Einklang mit der Natur, aber wir leben auch im Hochwasserbereich der Weser“, sagt Heinrich Heimsoth. Schon mehrmals in der Vergangenheit hatte die Familie mit den Launen der Natur zu kämpfen.

Zuletzt im Januar und Februar 2011: Aufgrund der Schneeschmelze stand ein Großteil der Ackerflächen der Heimsoths unter Wasser. „Das war aber noch genau zur rechten Zeit“, erinnert sich Heinrich Heimsoth, der den landwirtschaftlichen Betrieb zusammen mit seinem Sohn Wilken betreibt. „Im Frühjahr war glücklicherweise alles wieder normal.“

Das letzte verheerende Hochwasser ereignete sich 1987. „Da war die Vegetation schon in vollem Gange, und wir mussten die Ernte fast komplett neu bestellen“, schildert der Landwirt. „Vielleicht haben wir ja das Glück, die nächsten Jahre ohne schwere Überschwemmungen zu überstehen.“

Die Gebäude auf dem Gehöft sind zum Teil sehr alt, zum Teil relativ neu: Das Wohnhaus ziert noch immer die Fassade von 1815, aus dem Baujahr des Hauses. Auch ein Speicher und ein Pferdestall aus dieser Zeit stehen noch. Errichtet wurden die Gebäude von einer Familie Kramer, nachdem ein Großfeuer Ende des 18. Jahrhunderts acht Hasseler Gehöfte in Schutt und Asche gelegt hatte. Im Besitz der Heimsoths ist das Gut seit 1907.

„Mein Großvater hat den Hof damals von seinem Onkel geerbt. Zuvor waren Haus und Felder 40 Jahre lang verpachtet gewesen“, erzählt der heutige Haus- und Hofherr. Drei größere Umbaumaßnahmen gab es seit 1907 am Wohnhaus: 1950 ersetzten die Heimsoths das Stroh- durch ein Ziegeldach. Als Heinrich Heimsoth und seine Frau Heike 1978 die Bewirtschaftung des Hofs übernahmen, bauten sie den Stallbereich in eine zweite Wohnung um. 1999 machte die Familie aus der alten Bauerndiele eine gemütliche Wohndiele.

Aber nicht nur am Haus wurde viel gemacht. Weitere Gebäude sind entstanden: Zwischen 1987 und 1997 errichteten die Heimsoths zwei Kartoffelscheunen und eine Getreidelagerhalle. Außerhalb der Hofstelle stehen seit 2002 zwei Schweineställe, zwischen 1991 und 2009 sind zwei Hähnchenställe gebaut worden. Letztes großes Bauprojekt war 2009 eine Biogasanlage.

Aktuell bewirtschaftet die Familie 300 Hektar Ackerland am Standort Hassel. Hinzu kommen 100 Hektar in der Nähe eines Zweigbetriebs in den neuen Bundesländern im Havelland nahe Berlin. Spezialisiert sind Heinrich und Wilken Heimsoth auf die Schweine- und die Hähnchenmast.

Neben Heinrich und Heike Heimsoth leben Sohn Wilken, seine Ehefrau Ulrike und die gemeinsamen Kinder Johanna und Jakob auf dem Hof. Heinrich und Heike Heimsoths Töchter, Angela Wegener und Kristina Steuer, wohnen mittlerweile auf anderen Höfen in Hassel.

Eines haben alle Heimsoth-Nachkömmlinge gemeinsam: die Liebe zur Natur. Denn nicht nur Wilken ist Landwirt mit Leib und Seele, auch die Töchter sind im landwirtschaftlichen beziehungsweise im gärtnerischen Bereich tätig. Und dieses Faible scheint in die Wiege gelegt: „Ich bin am liebsten draußen auf den Feldern, insbesondere zur Vegetationszeit im April, Mai und Juni. Dann sieht es da jeden Tag anders aus“, schwärmt Heinrich Heimsoth und freut sich, dass sein Sohn den Betrieb weiterführt. „Es ist schön, wenn man sieht, dass es weitergeht. Das ist eine Triebfeder, eine Motivation, auch selber möglichst lange am Ball zu bleiben.“ · abü

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