Fünf Fragen an Landtagskandidaten in Nienburg-Nord

Heiner Werner (FDP): „Mehr Polizisten auf die Straße“

Landkreis Nienburg - „ Wir sind verantwortlich für das, was wir tun, aber auch für das, was wir nicht tun“, zitiert Heiner Werner den französischen Philosophen Voltaire und damit seinen Wahlspruch. Der 60-jährige Oberstudienrat an der BBS Nienburg kandidiert für die FDP für den Landtag. Er ist verheiratet und hat drei erwachsene Töchter.

„Die Zusammenarbeit mit Menschen“ beschreibt der Nienburger als seine Stärke. Und seine Schwäche? „Ich versuche zunächst das Gute in der anderen Person oder in der Situation zu sehen“, antwortet er. Angst hat Werner davor, „dass aus Unachtsamkeiten Konflikte oder Probleme entstehen, die dann nicht mehr rückgängig gemacht werden können“. Im Interview vor der Landtagswahl am 15. Oktober nimmt er Stellung zu aktuellen landespolitischen Themen. Die Fragen stellte Anke Seidel.

Wenn landesweit mindestens 300 Lehrer an den Schulen fehlen, weil es nicht genügend Bewerber gibt, dann ist das ein Kardinalproblem im Bildungsbereich. Denn Bildung schafft die Grundlagen für eine erfolgreiche Zukunft – persönlich, gesellschaftlich und wirtschaftlich. Wie wollen Sie das akute Lehrermangel-Problem lösen und wie wollen Sie das finanzieren?

Heiner Werner: Lehrer, die in der Nachmittagsbetreuung eingesetzt werden, in den Vormittagsunterricht einsetzen, Möglichkeiten für geeignete Quereinsteiger und Pädagogen aus EU-Ländern verbessern; den Lehrerberuf durch mehr Wertschätzung, bessere Rahmenbedingungen sowie bessere Bezahlung attraktiver machen. Bildung muss Priorität haben.

Dass die Polizei in Niedersachsen verstärkt werden muss, ist – wie Wahlprogramme beweisen – politisch unstrittig. Wie viele neue Kräfte wollen Sie einstellen – auch mit Blick auf die bevorstehende Pensionierungswelle? Und vor allem: Wie wollen Sie diese Polizisten in Zeiten des Fachkräftemangels gewinnen?

Werner: Über den Ausgleich der altersbedingten Abgängen hinaus müssen 1 000 neue Kräfte eingestellt werden. Dies bedeutet den weiteren Ausbau der Polizeiakademie (zum Beispiel am Standort Nienburg). Die Möglichkeiten im Polizeidienst zu arbeiten, müssen für Schüler mit einem Sek-1-Abschluss erweitert werden.

Haben Sie Sorge um die Innere Sicherheit in Niedersachsen? Wenn ja, was muss dann sofort umgesetzt werden?

Werner: Es müssen wieder mehr Polizisten „auf der Straße“ präsent sein, Sonderkommissionen sollten zum Beispiel die Einbruchsaufklärungsrate erhöhen, effektive die Zusammenarbeit der Behörde. Weiterhin muss eine zielgenaue Abwehr von Gefahren und eine effektive Überwachung und Festsetzung von Gefährdern gewährleistet sein.

Die Klagen über eine überlastete Justiz scheinen kein Ende zu nehmen. Der Niedersächsische Richterbund fordert 250 neue Stellen für Gerichte und Staatsanwaltschaften. Wie stehen Sie zu dieser Forderung?

Werner: Ich unterstütze diese Forderung, damit die Fälle schneller bearbeitet werden und es damit schneller zu Verurteilungen kommt. Zwischen Ergreifung der Täter und der konsequenten Bestrafung darf nicht viel Zeit vergehen. Eingaben, Klagen und andere Verfahren müssen zeitnah abgearbeitet werden.

Niedersachsen hat Schwein – sprich mit 8,01 Millionen Borstentieren mehr Schweine als Bürger (7,7 Millionen Einwohner). Der Tierschutz in der Landwirtschaft hat deshalb – nicht nur für Schweine – enorme Bedeutung. Was würden Sie sofort verbessern?

Werner: Grundsätzlich muss wieder deutlich werden, dass wir bei der Tierhaltung in der Landwirtschaft von Nutztieren sprechen, die ein Teil unserer Nahrungskette sind und es im Interesse der Landwirtschaft ist, die bestmögliche Versorgung – schon aus wirtschaftlichen Gründen – zu gewährleisten. Verstöße gegen die Gesetze sollte konsequent verfolgt werden.

Die schätzungsweise 120 Wölfe in Niedersachsen haben laut Landesjägerschaft in neun Jahren 500 Nutztiere gerissen. Der Konflikt zwischen Nutztierhaltern und Wolfsanhängern wird immer schärfer. Haben Sie eine Lösung?

Werner: Die Entnahme von auffälligen Wölfen ist – auf der Grundlage des Wolfs-Monitorings – umzusetzen. Es ist notwendig, dass eine Begrenzung der Anzahl von Wölfen diskutiert und umgesetzt wird. Weiterhin muss es bei Wolfrissen und Schutzmaßnahmen unkomplizierte Hilfen für Tierhalter geben.

Landtagswahl-Kandidaten im Porträt

In unserer Reihe „Kandidaten im Porträt“ stellen wir die Bewerber um ein Landtagsmandat vor. Heiner Werner kandidiert im Wahlkreis Nienburg-Nord, zu dem auch die Samtgemeinden Bruchhausen-Vilsen und Grafchaft Hoya gehören. Werner ist FDP-Kreisvorsitzender, seit 1996 im Rat der Stadt Nienburg und seit 2001 Mitglied im Kreistag Nienburg.

Rubriklistenbild: © Werner

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