Fünf Fragen an Landtagskandidaten in Nienburg-Nord

Frank Schmädeke (CDU): „Mehr Lehrer durch Quereinsteiger“

Landkreis Nienburg - „Gemeinsam anpacken und Zukunft gestalten“ – das möchte CDU-Kandidat Dr. Frank Schmädeke im Landtag. Der Diplom-Agraringenieur (52) lebt mit seiner Lebensgefährtin und deren Tochter in Heemsen, bewirtschaftet im Nebenerwerb den elterlichen Hof.

Schmädeke ist stellvertretender Bezirksstellenleiter der Landwirtschaftskammer in Nienburg. „Menschen zu motivieren, um gemeinsam etwas zu bewegen“, beschreibt er seine Stärke. Und seine Schwäche? „Häufig habe ich zu hohe Ansprüche an mich selbst.“ Angst hat er „vor einem Verlust der inneren Sicherheit in unserem schönen Land“. Im Interview vor der Landtagswahl am 15. Oktober nimmt er Stellung zu aktuellen landespolitischen Themen. Die Fragen stellte Anke Seidel.

Wenn landesweit mindestens 300 Lehrer an den Schulen fehlen, weil es nicht genügend Bewerber gibt, dann ist das ein Kardinalproblem im Bildungsbereich. Denn Bildung schafft die Grundlagen für eine erfolgreiche Zukunft – persönlich, gesellschaftlich und wirtschaftlich. Wie wollen Sie das akute Lehrermangel-Problem lösen und wie wollen Sie das finanzieren?

Frank Schmädeke: Ich setze auf Quereinsteiger in den Lehrerberuf, fehlende pädagogische Fähigkeiten müssen schnell vermittelt werden. Zusätzliche Verwaltungsmitarbeiter und Schulsozialarbeiter müssen Lehrer entlasten. Dazu müssen zusätzliche Mittel aus dem Landeshaushalt bereitgestellt und finanzielle Anreize ermöglicht werden.

Dass die Polizei in Niedersachsen verstärkt werden muss, ist – wie Wahlprogramme beweisen – politisch unstrittig. Wie viele neue Kräfte wollen Sie einstellen – auch mit Blick auf die bevorstehende Pensionierungswelle? Und vor allem: Wie wollen Sie diese Polizisten in Zeiten des Fachkräftemangels gewinnen?

Schmädeke: Bis 2022 werden wir 3 000 zusätzliche Polizisten einstellen. Ich setze auf attraktive Ausbildung und Ausbildungsstätten wie die Polizeiakademie in Nienburg. Als Anreiz für die Nachwuchsgewinnung wird die monatliche Polizeizulage auf 200 Euro angehoben, Erschwerniszulagen für den Dienst werden jährlich linear erhöht.

Haben Sie Sorge um die innere Sicherheit in Niedersachsen? Wenn ja, was muss dann sofort umgesetzt werden?

Schmädeke: Unmittelbar nach dem Regierungswechsel werden wir ein modernes Niedersächsisches Gesetz für öffentliche Sicherheit und Ordnung (SOG) erlassen, das den neuen Gefahren Rechnung trägt. Weitere Einheiten des SEK sollen geschaffen werden. Diese sollen jeden Ort in Niedersachsen binnen einer Stunde erreichen können.

Die Klagen über eine überlastete Justiz scheinen kein Ende zu nehmen. Der Niedersächsische Richterbund fordert 250 neue Stellen für Gerichte und Staatsanwaltschaften. Wie stehen Sie zu dieser Forderung?

Schmädeke: Für mich hat der Schutz der Opfer höchste Priorität. Die Bestrafung von Kriminellen muss der Tat auf dem Fuße folgen, nur so ist eine effektive Abschreckung gewährleistet. Orientiert am Personalbedarfsberechnungssystem werden wir hierfür den Gerichten und Staatsanwaltschaften die erforderliche Personalausstattung geben.

Niedersachsen hat Schwein – sprich mit 8,01 Millionen Borstentieren mehr Schweine als Bürger (7,7 Millionen Einwohner). Der Tierschutz in der Landwirtschaft hat deshalb – nicht nur für Schweine – enorme Bedeutung. Was würden Sie sofort verbessern?

Schmädeke: Ich stehe für einen wissenschaftlich basierten und ergebnisoffenen Tierschutzplan. Frei von ideologischem Gedankengut möchte ich gemeinsam mit unseren aktiven Landwirten einen weiteren Verbesserungsprozess des Tierschutzes erarbeiten. Finanzielle und organisatorische Belastungen der Betriebe werde ich im Auge behalten.

Die schätzungsweise 120 Wölfe in Niedersachsen haben laut Landesjägerschaft in neun Jahren 500 Nutztiere gerissen. Der Konflikt zwischen Nutztierhaltern und Wolfsanhängern wird immer schärfer. Haben Sie eine Lösung?

Schmädeke: Nach Erreichung der artenschutzrechtlichen Voraussetzungen zur Eingrenzung von Nutztierschäden gehört der Wolf ins Jagdrecht. Schäden durch den Wolf muss das Land ausgleichen. Wölfe, die sich artuntypisch verhalten, keine Scheu zeigen und eine Gefahr für Menschen darstellen, müssen geschossen werden.

Landtagswahl-Kandidaten im Porträt

In unserer Reihe „Kandidaten im Porträt“ stellen sich die Landtagskandidaten vor. Dr. Frank Schmädeke (CDU) tritt im Wahlkreis Nienburg-Nord (Bruchhausen-Vilsen, Heemsen, Hoya, Marklohe, Steimbke) an. 2013 hatte die CDU mit 14 249 Stimmen das beste Ergebnis erzielt. Frank Schmädeke ist CDU-Kreisverbands-Chef, Ratsherr der Samtgemeinde Heemsen, Kreistagsmitglied und stellvertretender Landrat im Landkreis Nienburg.

Rubriklistenbild: © CDU

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