Fünf Fragen an Landtagskandidaten in Nienburg-Nord

Danny Adam (Linke): „Fleisch-Produktion auf Bio umstellen“

Landkreis Nienburg - Er ist gerade einmal 20 Jahre alt – und bewirbt sich bereits um einen Sitz im Landtag: Danny Adam aus Eystrup. „Ich bin engagiert und lerne stets was Neues hinzu“, beschreibt er als seine Stärke. Seine Schwäche ist seiner Jugend geschuldet: „Ich bin noch recht unerfahren und schüchtern“, sagt der Landtagskandidat der Linken.

Er hat nach eigenem Bekunden Angst, „dass altes Gedankengut zurückkehrt und zu stark wird – wie Rassismus und Hass gegen Nachbarn“. Im Interview vor der Landtagswahl am 15. Oktober nimmt der Stellung zu aktuellen landtagspolitischen Themen. Die Fragen stellte Anke Seidel.

Wenn landesweit mindestens 300 Lehrer an den Schulen fehlen, weil es nicht genügend Bewerber gibt, dann ist das ein Kardinalproblem im Bildungsbereich. Denn Bildung schafft die Grundlagen für eine erfolgreiche Zukunft – persönlich, gesellschaftlich und wirtschaftlich. Wie wollen Sie das akute Lehrermangel-Problem lösen und wie wollen Sie das finanzieren?

Danny Adam

Danny Adam: Die Finanzierung dürfte kein Problem sein mit einem großen Haushaltsüberschuss. Aber die Anwerbung neuer Lehrer wird schwer, da es ein recht unattraktiver Beruf ist. Deshalb mein Vorschlag, direkt in der Öffentlichkeit dafür werben.

Dass die Polizei in Niedersachsen verstärkt werden muss, ist – wie Wahlprogramme beweisen – politisch unstrittig. Wie viele neue Kräfte wollen Sie einstellen – auch mit Blick auf die bevorstehende Pensionierungswelle? Und vor allem: Wie wollen Sie diese Polizisten in Zeiten des Fachkräftemangels gewinnen?

Adam: Ich würde versuchen, durch öffentliche Werbung – zum Beispiel durch Spots im Fernsehen – die Attraktivität des Berufes zu steigern, und würde wenn möglich die Polizeistärke um mindestens 1 000 Kräfte erhöhen – wenn nicht sogar noch mehr.

Haben Sie Sorge um die innere Sicherheit in Niedersachsen? Wenn ja, was muss dann sofort umgesetzt werden?

Adam: Ich selbst habe wenig Bedenken bezüglich der inneren Sicherheit, da wir eines der sichersten Länder der Welt sind.

Die Klagen über eine überlastete Justiz scheinen kein Ende zu nehmen. Der Niedersächsische Richterbund fordert 250 neue Stellen für Gerichte und Staatsanwaltschaften. Wie stehen Sie zu dieser Forderung?

Adam: Ich selbst verstehe die Forderungen des Richterbunds, ich würde allerdings sagen, dass 150 durchaus ausreichend sind, um die Belastungen zu stemmen und für die Zukunft gewappnet zu sein.

Niedersachsen hat Schwein – sprich mit 8,01 Millionen Borstentieren mehr Schweine als Bürger (7,7 Millionen Einwohner). Der Tierschutz in der Landwirtschaft hat deshalb – nicht nur für Schweine – enorme Bedeutung. Was würden Sie sofort verbessern?

Adam: Ich würde mit der Zeit die gesamte Fleischproduktion umstellen auf Bio und zur Not auch die Bauern finanziell unterstützen. Berechnungen und bereits bestehende Bio-Betriebe haben gezeigt, dass das Fleisch nur ein paar Prozent teurer wird und in seiner Qualität wesentlich besser ist.

Die schätzungsweise 120 Wölfe in Niedersachsen haben laut Landesjägerschaft in neun Jahren 500 Nutztiere gerissen. Der Konflikt zwischen Nutztierhaltern und Wolfsanhängern wird immer schärfer. Haben Sie eine Lösung?

Adam: Wir Menschen sind vor der Ausrottung der Wölfe in unserem Land gut mit ihnen zurechtgekommen – und ich würde jedem Viehhalter empfehlen, einen Schäferhund oder auch mehr anzuschaffen. Wölfe reißen Beute, die am einfachsten ist, und wenn die Herde geschützt ist, sind sie gezwungen, in der Natur zu jagen.

Landtagswahl-Kandidaten im Porträt

In unserer Reihe „Kandidaten im Porträt“ stellen wir die Bewerber um ein Landtagsmandat vor. Der 20-jährige Danny Adam aus Eystrup kandidiert für die Partei „Die Linke“. Sie hatte im

Wahlkreis Nienburg-Nord

, zu dem auch die Samtgemeinden Bruchhausen-Vilsen und Hoya gehören, vor vier Jahren mit 1 044 Stimmen das fünftbeste Ergebnis erzielt.

Rubriklistenbild: © Adam

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