Nachtrag zum Kreis-Schulausschuss und die erneute heftige Debatte

Koch und Werner haben die größten Bauchschmerzen

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In der Friedrich-Fröbel-Schule in Nienburg fällt am 1. August kommenden Jahres der IGS-Startschuss im Landkreis Nienburg. 2016 soll diese Schulform dann in einen 19-Millionen-Euro-Neubau an den Berufsbildenden Schulen (BBS) NIenburg einziehen.

Nienburg - Von Kurt Henschel - Bezüglich des – wie gestern bereits berichtet – geplanten Neubaus einer Integrierten Gesamtschule (IGS) in Nienburg haben Henry Koch (CDU), Vorsitzender des Ausschusses für allgemeinbildende Schulen des Landkreises Nienburg, sowie Heiner Werner (FDP) am Donnerstagnachmittag die größten Bauchschmerzen erkennen lassen.

Nachdem Dieter Labode den den von der Verwaltung erarbeiteten Beschlussvorschlag erläutert und den neuesten Stand in Sachen IGS erläutert hatte, hielt sich der Ausschuss-Chef noch zurück und ließ in der Aussprache erst einmal Bernd Brieber (SPD) zu Wort kommen. Er sprach für die Kooperation aus SPD, Wählergemeinschaft und Bündnis 90 / Die Grünen und erklärte, „dass das für die ersten drei Jahre passen könnte“. Er bezog sich damit auf den Start-Standort Friedrich-Fröbel-Schule. Hinsichtlich des IGS-Fortgangs nach drei Jahren sprach sich Brieber für einen Neubau auf dem Landkreis-Grundstück an den Berufsbildenden Schulen (BBS) in Nienburg aus.

Dann kam Koch. Er gab artig den Vorsitz ab und äußerte sich für die CDU. Dabei betonte er, er sehe „immer noch offene Fragen“. Mehr Schülerströme in Nienburg und ein gleichzeitiges Ausbluten des ländlichen Raumes, freie Schulwahl für die IGS-Schüler, nicht aber für die anderen, die sich an Schulbezirke zu halten hätten. Fragen der Schülerbeförderung und deren Kosten, eine nicht ausreichende Suche nach Alternativen – alles das liegt Henry Koch schwer im Magen. Er betonte, „keine ideologische Ablehnung“ der IGS in sich zu tragen, sondern wegen fehlender Antworten auf die seiner Ansicht nach „viel zu vielen Fragen“ der vorgelegten Beschlussempfehlung nicht folgen zu können.

Als Koch den Vorsitz wieder übernommen hatte, begann ein Aussprache-Halbmarathon, den zunächst Manfred Sanftleben (Grüne) anführte. Er erinnerte an alle Steine, die im Weg gelegen und es nicht erlaubt hätten, alle Fragen zu beantworten. Der Einzug der IGS zunächst in die Friedrich-Fröbel-Schule sei „ein guter Weg – ebenso der eines Neubaus“, so Sanftleben: Alles habe Vor- und Nachteile, es gehe letztlich um Abwägungen.

Heiner Werner (FDP) bezeichnete es als „Trauerspiel“, dass sich die Stadt Nienburg und der Landkreis Nienburg trotz identischer Mehrheitsverhältnisse bezüglich des zunächst für die IGS favorisierten Räume am Nordertorstriftweg nicht hätten einigen können. Eine neue Schule für fast 20 Millionen Euro, obwohl der Landkreis hochverschuldet sei und bald zahlreiche Räume in den Schulen in Nienburg und umzu vorzufinden seien, das hielt Werner für nicht akzeptabel.

Klaus Dera (CDU) kehrte in der drittletzten IGS-Runde an die Anfänge der IGS-Diskussionen zurück. Mit den Aussagen „Lasst uns doch warten mit der IGS“ und „realistisch wäre eine Verschiebung“ untermauerte er die von Beginn an ablehnende Haltung der CDU zu dieser neuen Schulform im Landkreis Nienburg.

Ernst Brunschön (SPD) wollte sich diesbezüglich auf nichts mehr einlassen: „Wir wollen das hier heute auf jeden Fall beschließen“, erklärte er bestimmt. Eine „konsequente Umsetzung“ forderte Landrat Detlev Kohlmeier, der davor warnte, die Start-Unterbringung in der Friedrich-Fröbel-Schule als „Provisorium“ oder als „Notlösung“ zu bezeichnen.

Manfred Sanftleben, Dörthe Heuer (CDU; „Ich kann nicht zustimmen, weil ich mit der IGS nichts am Hut habe“), Viktoria Kretschmer (Linke; „Bei einem Neubau können wir auch gleich die Inklusions-Belange berücksichtigen“), erneut Heiner Werner sowie Sanftleben und Brunschön lieferten weitere Beiträge, ehe Henry Koch die Diskussion beendete. Das Ergebnis von 8:5 für den Start in der Friedrich-Fröbel-Schule und den Neubau linderte anschließend die Schmerzen der Andersdenkenden nicht.

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