Keine zweite Amtszeit von Nienburgs Erstem Stadtrat Dr. Bernd Rudolph

Massive Misstöne im Rathaus

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Professor Dr. Bernd Rudolph an seinem Schreibtisch. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird er diesen am 31. Januar kommenden Jahres räumen.

Nienburg - von Leif Rullhusen. In einem knappen Jahr, exakt am 31. Januar, endet die Amtszeit von Nienburgs Erstem Stadtrat Professor Dr. Bernd Rudolph. Die erste und letzte. Eine weitere wird es aller Wahrscheinlichkeit nach nämlich nicht geben.

 „Es zeichnet sich ab, dass ich nicht erneut das Amt des Ersten Stadtrates ausüben werde“, bestätigt Dr. Rudolph gegenüber dieser Zeitung. Die Gründe dafür seien eine längere Geschichte, erklärt der stellvertretende Verwaltungschef der Kreisstadt. In der spielt Nienburgs Bürgermeister Henning Onkes eine tragende Rolle. Dr. Rudolph betont, dass ihm die Arbeit in den Bereichen, in denen er etwas für die Stadt und die Bürger gestalten könne, nach wie vor große Freude bereite. „Diese Bereiche sind in den vergangenen Jahren, nicht zuletzt aufgrund der autokratischen Amtsführung des Bürgermeisters, immer begrenzter geworden“, kritisiert der Erste Stadtrat. Er müsse sich im Stadtrat über alle Parteigrenzen hinweg zunehmend für Dinge als verantwortlich bezeichnen lassen, die er nur weisungsgemäß ausgeführt habe.

Trotz dieser für ihn unbefriedigenden Situation will er sich zur Wiederwahl für eine zweite Amtszeit stellen, betont Dr. Rudolph gegenüber dem BlickPunkt. Eine entsprechende Bewerbung liegt bereits auf dem Tisch von Henning Onkes. Aussicht auf Erfolg hat sie kaum. „Der Bürgermeister hat mir bereits im Oktober mitgeteilt, dass er nicht gedenkt, mich vorzuschlagen“, berichtet Dr. Rudolph. Harmonie in der Verwaltungsspitze sieht definitiv anders aus.

Der Vorschlag des Verwaltungschefs ist allerdings Voraussetzung für eine weitere Amtsperiode seines Stellvetreters in der Verwaltung. Nur auf Vorschlag des Bürgermeisters können ihn die Ratsfrauen und -herren für weitere acht Jahre in seinem Amt bestätigen. Von diesem gesetzlich vorgeschriebenen Procedere gibt es nur eine Ausnahme. Sollte drei Monate, nachdem Dr. Rudolph seinen Stuhl im historischen Rathaus geräumt hat, noch kein Nachfolger seinen Dienst angetreten haben, kann das Stadtparlament ohne Bürgermeistervorschlag einen Kandidaten wählen. In diesem Fall verlangt das Gesetz allerdings eine Dreiviertel-Mehrheit.

Darauf will Professor Dr. Bernd Rudolph allerdings nicht vertrauen. Er sucht bereits nach neuen Herausforderungen. Bevor der promovierte Jurist und gebürtige Nienburger seinen Dienst am 1. Februar 2009 für die Kreisstadt begann, war er Dekan der Niedersächsischen Polizeiakademie. Als Studienleiter war er verantwortlich für etwa 30 bis 40 Dozenten an den drei Standorten Nienburg, Hannover und Oldenburg. Trotz der derzeit unbefriedigenden Situation habe er den Schritt ins Nienburger Rathaus nie bereut, versichert Dr. Rudolph.

Als die größten Herausforderungen in seiner Zeit als Erster Stadtrat bezeichnet der stellvertretende Verwaltungschef die Finanzierung des neuen Schwimmbades Wesavi, die Verwirklichung der Holding, unter deren Dach die stadteigenen Unternehmen gebündelt sind, sowie sieben Mal die Umsetzung eines ausgeglichenen Haushaltes. Dr. Rudolph bewies in seiner bisherigen Amtszeit immer wieder seine Kompetenz als Finanzakrobat in Zeiten knapper Stadtkassen.

Quelle: BlickPunkt Nienburg

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