Radierungen von Andreas Amrhein im Religionspädagogischen Institut

„Katze im Sack“ kann sehr wohl ein Hirsch sein

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Wer ist der „King“? Der röhrende Hirsch oder doch die Filiale der Fastfood-Kette, deren Logo im Hintergrund erscheint?

Nienburg - LOCCUM · Zweimal im Jahr bekommt Ralf Rogge „Die Katze im Sack“ von Künstler Andreas Amrhein zugeschickt – und das schon seit 20 Jahren. Einen Teil dessen, was er aus diesem „Sack“ geholt hat, zeigt der Pastor nun in der Ausstellung „Die Katze im Sack“ an seinem Arbeitsplatz im Religionspädagogischen Institut Loccum (RPI).

Eine kleine Grundsicherung seiner Lebenshaltungskosten habe Amrhein sich damals schaffen wollen mit dem Angebot, je zwei Radierungen zweimal jährlich an Abonnenten zu senden, die ihm dafür eine geringe monatliche Gebühr zahlen. „Es ist immer spannend geblieben“, sagt Ralf Rogge, der damals auf das Angebot des Kunst schaffenden Zivildienstleistenden einging, den er in seiner Gemeinde kennengelernt hatte.

Den Radierungen ist Amrhein treu geblieben, der „Katze im Sack“ ebenso, auch wenn er sich mittlerweile in Künstlerkreisen durch seine großformatigen Acrylbilder einen guten Ruf erarbeitet hat.

Was nun auf den Fluren des RPI in Loccum zu sehen ist, das ist ein Querschnitt dessen, was Rogge über die Jahre ins Haus geflattert kam. Manche der Arbeiten sind durch Holzschnitte ergänzt, andere von Hand koloriert und alle zusammen zeigen sie Interessen des Künstlers und Stationen seines Lebens, die ihn besonders prägten.

Die Vorliebe Amrheins für Amerika mit all seinen – teils kuriosen – Facetten springt ins Auge, Elemente sind darunter, die an seine bäuerliche Kindheit erinnern, in jüngste Radierungen hat er chinesische Schriftzeichen integriert und die Radierung „Viva“ erinnert an ein Jahr, in dem er gesundheitlich litt.

Was sich der Dozent von dem Künstler zusätzlich für die Ausstellung ins Haus holte, sind drei großformatige Acrylbilder. „King“, „Der Fluch des Nordens“ und „Heaven can wait“ hat Amrhein sie betitelt. So wie alle seine Acryl-Arbeiten setzen sie sich aus zwei Elementen zusammen: einer Porzellanfigur mit dem ihr eigenen glänzenden Schimmer auf allen Oberflächen und einem Hintergrund, der mit Symbolen arbeitet, und die Figur in einen neuen Kontext stellt. Hat Amrhein zunächst Meißener Figuren – von Hirschen über Reiterstandbilder bis zu Hühnern – als Vorbilder genommen, so setzt er mittlerweile Tiere und Menschen in den Mittelpunkt seiner Bilder, die niemals aus Porzellan gebrannt wurden, sondern nur seiner Fantasie entspringen.

Die Ausstellung „Die Katze im Sack“ im Religionspädagogischen Institut Loccum ist noch bis zum 13. April zu sehen. Geöffnet ist montags bis freitags, 9 bis 18 Uhr, sowie an den Wochenenden von 9 bis 12 Uhr. · ade

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