Maren Liekefeld aus Bücken macht ein Freiwilliges Soziales Jahr in Belgien

„Jede einzelne Erfahrung lässt mich wachsen“

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Hat ein großes Herz für alle Menschen: Maren Liekefeld mit einem Bewohner der „Arche“ – einer belgischen Wohneinrichtung für Behinderte, in der sie ein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert.

Bücken - „Es ist ein ganz anderes, aber ein total interessantes Leben“, sagt Maren Liekefeld. Die 19-Jährige aus Bücken lebt seit September in der belgischen Stadt Namur, absolviert in einer Wohneinrichtung für geistig und körperlich behinderte Menschen ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ). „Jede einzelne Erfahrung lässt mich wachsen“, so die ehemalige Schülerin des Johann-Beckmann-Gymnasiums in Hoya. „Das ist eine super Vorbereitung auf das Leben. Ich bin schon viel selbstständiger geworden.“

„Arche“ heißt die Einrichtung in der Maren Liekefeld nicht nur arbeitet, sondern auch wohnt. „Das ist wie eine große WG“, erzählt sie. „Richtig gemütlich eingerichtet. Jeder hat sein eigenes Zimmer, aber Wohnzimmer, Küche und Bad teilen wir uns.“ Zusammen mit sieben behinderten Menschen und einer hauptverantwortlichen Betreuerin lebt Maren Liekefeld dort. Nach dem gemeinsamen Frühstück geht es für alle Bewohner ins „Atelier“, eine Werkstatt, in welchem die Behinderten jeden Tag von acht bis 16 Uhr arbeiten. Auch Bewohner einer zweiten Wohngruppe sowie Behinderte, die bei ihren Familien leben, kommen täglich ins „Atelier“, um zu arbeiten. Maren Liekefeld ist immer vormittags da – außer mittwochs, weil sie dann Französisch-Unterricht hat.

Nachmittags und in den Abenden unternimmt die eher ungewöhnliche WG viel zusammen: „Wir gucken fern, spielen Spiele, gehen ins Kino oder fahren in die Stadt.“ Besondere Freude bereitet es Maren Liekefeld, Sport mit den Behinderten zu treiben. „Ich leite einen Kurs, habe den Menschen schon einen Tanz beigebracht“, berichtet die FSJ´lerin. „Das war total toll. Die Behinderten waren mit voller Begeisterung dabei, haben viel und oft geklatscht.“ Generell sei es klasse, wie herzlich die behinderten Menschen seien: „Man bekommt so viel zurück. Allein ein Lächeln gibt mir so viel.“

Um auch Kontakt zu Menschen in ihrem Alter zu haben, hat sich Maren Liekefeld eine Sportkarte der Uni in Namur besorgt. Regelmäßig nimmt sie an Kursen teil, kommt dabei mit vielen Studenten ins Gespräch. „Das ist ein toller Ausgleich, eine Abwechslung.“ Jeden Freitag hat die Bückerin frei – als Ausgleich für ihren Wochenenddienst. Den Tag nutzt sie, um Land und Leute kennen zu lernen oder größere Ausflüge zu machen.

Für ein Seminar fuhr Maren Liekefeld in die Bretagne, lernte viel über die französische Kultur und genoss das Flair am Atlantik. Außerdem besuchte sie eine Freundin, die derzeit als Aupair in Paris ist: „Wir haben Paris bei Tag und Nacht erlebt, viele Sehenswürdigkeiten besucht und viel gefeiert.“ Im November war sie in Brüssel zum „Tag der Deklaration“, besichtigte den Senat und hat dort die Königsfamilie aus nächster Nähe gesehen. Anschließend ging sie auf Sightseeing-Tour. Zu Weihnachten reiste Maren Liekefeld zum ersten Mal seit September nach Bücken: „Als ich im Zug saß und die Durchsage kam, ‚In wenigen Minuten erreichen wir Eystrup‘, da hat mein Herz schneller geschlagen“, beschreibt die Bückerin.

„Es war toll wieder zu Hause zu sein und alle wiederzusehen“, sagt sie und fügt schmunzelnd hinzu: „Aber am Anfang hat es sich angefühlt, als sei ich im Urlaub.“ Die Tage in der Heimat nutzte sie, um Familie, Freunde und Bekannte zu besuchen. Über Silvester waren Maren Liekefeld und ihr Freund Christoph Duden in Berlin, um das neue Jahr zu begrüßen. Heute fährt die FSJ´lerin zurück nach Belgien. „Irgendwie ist es schade, Familie und Freunde wieder zu verlassen“, sagt sie. Aber andererseits freue ich mich auch auf Namur, denn die Menschen dort sind für mich schon fast wie eine zweite Familie.“ In Bücken ist sie erst wieder im Februar, wenn die 19-Jährige ein mehrtägiges Seminar in Dresden hat und anschließend einen Zwischenstop in ihrem Heimatdorf macht. Ihr FSJ endet im August mit einem 14-tägigen Litauenurlaub zusammen mit einigen Behinderten aus dem „Atelier“ und den Betreuern.

„Ich bin echt froh, dass ich das alles erleben darf. Ich habe schon jetzt echt viel fürs Leben gelernt“, meint Maren Liekefeld, und freut sich auf die zweite Hälfte ihres FSJ.

Die bisherigen Erfahrungen, die sie während des Lebens in der belgischen Wohngruppe gemacht hat, haben sie in ihrem Studien- und Berufswunsch bestärkt: „Wenn ich wieder da bin, möchte ich gerne Sozial- oder Heilpädagogik studieren, um später in dem Bereich zu arbeiten.“ · abü

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