Schule in zwölf Tagen zum Impfzentrum umgebaut

Impfzentrum in Drakenburg ist pünktlich einsatzbereit

Impfzentrum Drakenburg Corona
+
160 Menschen können hier demnächst pro Tag geimpft werden. Die Kapazität soll je nach Bedarf erhöht werden.

Drakenburg - von Leif Rullhusen. Es war eine Punktlandung: Genau zum vorgegebenen Termin war Nienburgs Corona-Impfzentrum am Dienstag einsatzbereit.

„Uns fehlt jetzt nur noch der Impfstoff“, erklärt der Leiter des Impfzentrums in Drakenburgs ehemaliger Grundschule, Ralf Tiedemann. Das Personal steht bereit und die Umbaumaßnahmen sind abgeschlossen.

Sobald der Impfstoff zur Verfügung steht, startet der Betrieb in Drakenburg zunächst mit einem sogenannten Impfzug und einer Acht-Stunden-Schicht. Das ergibt eine Kapazität von 160 Impfungen pro Tag. Ein zweiter Impfzug ist bereits fertig eingerichtet und kann bei Bedarf sofort folgen. Auch eine Erweiterung auf zwei Schichten und eine Ausdehnung auf den Samstag als zusätzlicher Impftag sei denkbar, berichtet Lutz Hoffmann, Erster Kreisrat des Landkreises. In der benachbarten Sporthalle könnten sogar noch weitere Impfzüge eingerichtet werden. Das sei aber eine Entscheidung des Landes Niedersachsen, die von der Zahl der Anmeldungen abhänge.

Maßgeblich verantwortlich für die schnelle Realisierung: Volker Brinkmann (Abschnittsleiter Nord der Kreisfeuerwehr), Alexander Hahn (Fachdienst Liegenschaften), Landkreissprecher Cord Steinbrecher, Kreisrat Lutz Hoffmann und Ralf Tiedemann (Leiter des Impfzentrums).

„Niemand kann einfach vorbeikommen und sich impfen lassen“, betont Hoffmann. „Man muss sich grundsätzlich über ein Onlineportal anmelden und bekommt dann einen Impftermin zugewiesen.“ Wer den hat, muss sich zunächst im Eingangsbereich der ehemaligen Schule bei der Einlasskontrolle registrieren und Fieber messen lassen. Anschließend folgt ein Beratungsgespräch mit einem Arzt. Erst wenn dieser die Freigabe gibt, schließt sich in einem der vier Räume im Impfzug die Impfung an. In einem Aufenthaltsraum sollen die Geimpften sich danach noch eine Weile ausruhen, um eventuelle Impfreaktionen abzuwarten. Sämtliche Stationen sind bis zum Checkout wie an einer Perlenschnur aneinander aufgereiht und werden als Einbahnstraßen durchlaufen.

Ralf Tiedemann in einem der Beratungszimmer, in denen die Arztgespräche stattfinden..

„Anfangs war die Immobiliensuche schwer“, blickt Hoffmann zurück. „Als wir die Grundschule in Drakenburg gefunden hatten, wurde uns allerdings schnell klar, dass sie die ideale Immobilie für dieses Vorhaben ist.“ Sie war kurzfristig verfügbar und die Vorgaben des Landes an ein Impfzentrum waren ohne größere Umbauarbeiten zu erfüllen. Ranklotzen mussten die Beteiligen trotzdem, um pünktlich startklar zu sein. „Insbesondere die Gemeinden Heemsen, Nienburg und Uchte haben uns sensationell unterstützt“, berichtet der Erste Kreisrat. Auch die Freiwilligen Feuerwehren, insbesondere die Drakenburger Brandbekämpfer, und das Technische Hilfswerk (THW) hätten kräftig mit angepackt. Selbst kurzfristig Handwerker und Personal zu bekommen, sei kein Problem gewesen. „Auf die Stellenanzeige der Helios-Kliniken für Personal mit Impfbefähigung sind 70 Bewerbungen eingegangen“, freut sich Hoffmann. Von allen Seiten gebe es Unterstützung. Ralf Tiedemann sei als Sachgebietsleiter in der Uchter Verwaltung und Abschnittsleiter der Kreisfeuerwehr zudem der ideale Leiter des Zentrums.

Mit diesen vereinten Kräften ist es den Beteiligten gelungen, innerhalb von zwölf Tagen die ehemalige Grundschule in ein komplettes Impfzentrum umzurüsten. Das ist neben den Impfzügen mit einem Kühlraum ausgestattet, in dem das Serum gelagert werden kann. Sollte es zu einem Stromausfall kommen, hat das THW ein Notstromaggregat installiert, das dann sofort einspringt.

Sofern der Impfstoff an diesem Montag zugelassen wird, könnten die ersten Menschen in Drakenburg noch vor dem Jahreswechsel die Spritze bekommen.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Meistgelesene Artikel

Hoya ist in Weihnachtsstimmung: Winterwald beginnt am 2. Dezember

Hoya ist in Weihnachtsstimmung: Winterwald beginnt am 2. Dezember

Hoya ist in Weihnachtsstimmung: Winterwald beginnt am 2. Dezember
Ranghöchste Polizistin Niedersachsens arbeitet in Nienburg

Ranghöchste Polizistin Niedersachsens arbeitet in Nienburg

Ranghöchste Polizistin Niedersachsens arbeitet in Nienburg
Blühstreifen als „Windfang“

Blühstreifen als „Windfang“

Blühstreifen als „Windfang“
Corona im Landkreis Nienburg: Ab heute gelten strengere Regeln

Corona im Landkreis Nienburg: Ab heute gelten strengere Regeln

Corona im Landkreis Nienburg: Ab heute gelten strengere Regeln

Kommentare