Rose Cheptoo Bockhop berichtete Wecholder Frauen über ihr Leben im afrikanischen Kenia

„Ich musste es einfach wagen“

Hoya - WECHOLD (tje) · Dass Rose Cheptoo Bockhop nicht in Deutschland geboren ist, lässt schon ihr zweiter Vorname vermuten. Die gebürtige Kenianerin zog vor 16 Jahren zu ihrem deutschen Mann nach Wienbergen. Auf Einladung des Frauenkreises der evangelischen Kirchengemeinde Wechold erzählte sie dort von ihrem Heimatland.

Rose Bockhop muss nicht lange nach Worten suchen, während sie erzählt. Aufgewachsen ist sie mit den Sprachen Swahili und Englisch, aber nach 16 Jahren beherrscht sie fließend Deutsch. Einen Sprachkurs hat Bockhop allerdings nicht besucht. „Als ich nach Wienbergen zog, konnte ich mich nur mit Händen und Füßen verständigen“, erinnert sie sich. Die Frau mit den kenianischen Wurzel weiß genau, welche Anekdoten und Schilderungen die Zuhörer, die sich im Wecholder Gemeindehaus eingefunden hatten, interessieren. Ähnliche Vorträge hatte sie auch schon auf anderen Veranstaltungen wie dem Vilser Frauen-Frühstückstreff gehalten.

Facettenreich und lebhaft erzählt Bockhop von ihrem Leben in Kenia und den Umstellungen, mit denen sie in Deutschland konfrontiert war. Aufgewachsen ist sie in einem kleinen Dorf im kenianischen Hochland. Nach dem Besuch einer katholischen Schule beschloss Bockhop damals, Nonne zu werden. Doch als dies am Widerstand ihrer Eltern scheiterte, entschied sie sich für eine Arbeit als Hotelfachkraft. „Mein Mann sagt dazu immer: ‚Glück gehabt!‘“, denn auf einer seiner Urlaubsreisen lernten sich die zwei schließlich kennen. „Ich habe lange gezögert, ob ich zu ihm nach Wienbergen ziehen soll, doch ich sagte mir: ‚Du musst es wagen!‘“

Die Umstellung fiel ihr zuerst nicht leicht. „Besonders auf dem Dorf kann es schwer sein, von null anzufangen, doch ich wurde sehr freundlich in die Gemeinschaft aufgenommen.“ Viel Rückhalt habe ihr auch der Besuch des Gottesdienstes gegeben. Auch hier musste sie sich jedoch umgewöhnen, denn statt einer Stunde dauert ein Gottesdienst in ihrem Heimatland bis zu vier Stunden. Am meisten wunderte sich die Kenianerin damals über die deutsche Vorstellung von Gastfreundschaft: „In Kenia konnte man zu jeder Zeit überall vorbeikommen und einfach ins Haus rufen: 'Rose, bist du da?' Hier muss man vorher immer anrufen.“ Auch seine Probleme teile man hier nicht so offen mit seinen Gästen.

In einigen Jahren möchte Rose Bockhop gerne nach Kenia zurückkehren und sich dort vor allem um Waisenkinder kümmern. Mit der Übernahme einer Patenschaft für ein kenianisches Waisenhaus hat sie sich bereits jetzt einen Kindheitstraum erfüllt.

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