Ludwig Schweckendiecks zündende Idee retten die belagerten Briten

Hoyaer Nagelschmiedist der „Held von Gibraltar“

+
Das Gemälde von John Singleton Copley aus dem Jahr 1783 dokumentiert den Befreiungsschlag der Briten in Gibraltar: Die Schiffe der französischen Belagerungsflotte brennen, Ludwig Schwec kendiecks glühende Kugeln haben sie entzündet.

Hoya - Von Gerhard KrügerUm Ludwig Schweckendieck dreht sich der 13. Teil unserer Serie „Hoya von A bis Z“ – der Buchstabe „S“ ist somit an der Reihe.Der Hoyaer Nagelschmied ist als „Held von Gibraltar“ in die Geschichte eingegangen.Er hatte einen Ofen erfunden, der eine große Menge  Eisenkugeln sehr rasch bis zum Glühen erhitzte.

Wir schreiben des 18. Jahrhundert. Die Lage für die Briten unter dem Gouverneur von Gibraltar, George Augustus Eliott (1717 bis 1790), ist ernst und nahezu hoffnungslos: Seit 1779 belagern Franzosen und Spaniern sowohl auf See als auch an Land die 1704 im Spanischen Erbfolgekrieg eroberte Festung an der strategisch wichtigen Meer enge zwischen Afrika und Europa.

1782 spitzt sich die Lage dramatisch zu: Die Briten sind vom Nachschub gänzlich abgeschlossen, in der Festung herrscht Hunger, tausende Menschen erkranken an Skorbut und Seuchen. In dieser Situation wollen die Franzosen den Hafen unter Feuer nehmen. Sie bauen schwimmende Geschützplattformen und positionieren fast 30 Linienschiffe vor dem Felsen.

In dieser für die Briten brenzligen Lage hat Ludwig Schweckendieck eine ebenso geniale wie zündende Idee: Er erfindet einen Ofen, in dem Eisenkugeln sehr rasch und in großer Zahl erhitzt werden können. Die glühenden Schwec kendieck-Kugeln feuern die Briten auf die Belagerungsschiffe und die schwimmenden Geschützplattformen, die bei einem Treffer in Brand geraten.

In der Folge kann die britische Flotte die sogenannte große Belagerung durchbrechen und wieder Kurs auf Gibraltar nehmen – die Rettung der späteren Kronkolonie.

Doch wie kam Ludwig Schweckendieck nach Spanien? Als Sohn des Nagelschmieds Johann Schweckendieck war er am 3. Mai 1745 in Hoya geboren worden. 1775 trat er in das hannoversche Bataillon de la Motte in Verden ein. Weil der englische König Georg III., der auch Kurfürst von Hannover war, Truppen gegen den Freiheitskampf der US-Kolonien benötigte, schickte er Schweckendiecks Einheit nach Gibraltar.

Im Herbst 1782 kehrte der findige Nagelschmied in seinen Heimatort zurück. Der Dank des britischen Königreichs für seine Heldentat fiel indes bescheiden aus: Er bekam eine erhöhte Pension, und Gouverneur Elliot bescheinigte ihm in einem Schreiben an seinen hannoverschen General, „dass seine Erfindung der glühenden Kugeln wesentlich zur Erhaltung der Feste Gibraltar beigetragen hat“.

Den Absturz in die Armut konnten beide Ehrungen nicht verhindern. Ludwig Schweckendieck starb am 13. März 1797 mit 52 Jahren. Heute ist in Hoya eine Straße nach ihm benannt.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Was Jugendliche über K.o.-Tropfen wissen sollten

Was Jugendliche über K.o.-Tropfen wissen sollten

Das sind die neuen Motorräder für 2020

Das sind die neuen Motorräder für 2020

Auf der Spur des Weihrauchs im Oman

Auf der Spur des Weihrauchs im Oman

Wie werde ich E-Commerce-Kaufmann/frau?

Wie werde ich E-Commerce-Kaufmann/frau?

Meistgelesene Artikel

Nienburg: Zwei Linienbusse brennen aus 

Nienburg: Zwei Linienbusse brennen aus 

Skoda fährt in Reitergruppe - eine 13-Jährige stürzt vom Pferd

Skoda fährt in Reitergruppe - eine 13-Jährige stürzt vom Pferd

Kinder empfangen den Nikolaus am Weserufer

Kinder empfangen den Nikolaus am Weserufer

Firma Guder auf dem Prüfstand

Firma Guder auf dem Prüfstand

Kommentare